das gute schweigen vom schlechten scheiden.

Zurückhaltung. Ich rede zuviel. Das erschöpft, ungemein. Es gibt Menschen, die ich mag. Manchmal erschlage ich diese mit einer Werksausgbae voll meines Geplappers. Besonders schwierig ist die Frage in der geschriebenen Konversation. Willst du gerade lesen, was ich dir schreibe? Ist eine Frage nerven oder nett sein? Und ist nett sein überhaupt gerade angemessen?

Gleichzeitig kann Zurückhaltung als Desinteresse missverstanden werden. Ich will alles erfahren. Die ganze Geschichte. Alles, zu dem man bereit ist, mir etwas zu erzählen. Aber schweigen klingt unangenehm. Schweigen kann alles bedeuten.

Dabei will ich kein unbedeutendes Gespräch führen. Ich will mit ihm_ihr über alles reden. Die großen und die kleinen Dinge. Die wahren und die erlogenen. Und gleichzeitig will – und muss – ich Grenzen respektieren. Dort schweigen, wo dies geboten ist. Dort antworten, wo ich gefragt werde. Aber keine Banalitäten. Ich will zurückblicken und sagen können, ich bereue nichts. Doch ich bereue alles. Das Schweigen, das Reden, das Zweifeln. Kann verstehen, wenn ihr geht, kann verstehen, wenn ihr buht.

Ich habe noch keinen Weg gefunden, das gute vom schlechten schweigen zu scheiden. Meistens fühlt es sich wie beides zugleich an.

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