#FeminismusFUCKmjau

Ich lese stets die Suchplakate, die Katzen zeigen. Kinder, Gegenstände und entlaufene Senioren sind mir in der Regel recht egal – meistens steht dort nur eine traurige Geschichte und man könnte eh nicht helfen -, aber bei Katzen ist das etwas anderes. Katzen haben für mich einen anderen Stellenwert. Vielleicht, weil ich im Internet groß wurde – bekanntlich gibt es für alles und von allem Pornografie; und Katzenfotos -, vielleicht empfinde ich eine Sehnsucht danach, selbst mehr wie eine Katze zu sein – mutig und flauschig, je nachdem, was gerade nötig ist -, vielleicht habe ich aber auch einfach nur einen Schlag zuviel auf den Kopf bekommen.

Jedenfalls fiel mir eines dieser Suchplakate kürzlich wieder vor die Augen. Eine Katze, eigentlich in einer Wohnung zuhause, sei entlaufen – oder geflohen? -, sei aber gekennzeichnet durch Tätowierung und einen implantierten Transponder. Im ersten Moment – bevor die Bilder von Spezifismus in mir aufflammten und die Tätowierung und der eingepflanzte Chip mich schockierend an Sklaven erinnerte; Flauschsklaven, die wir in unseren Wohnungen zum Vergnügen halten, Füttern und „Trainieren“, die wir zu „Freunden“ machen wollen, dabei sind ganz klar wir Ausbeuter und sie Ausgebeutete -, da, als ich die Worte „implantiert“ und „Tätowierung“ las, da stellte ich mir unweigerlich eine mutige, unabhängige, Punkrock hörende, programmierende, Whisky trinkende, Feminismus feiernde Katze vor. Anker auf der einen Tatze, dort ein brennendes Herz, das Venussymbol mit geballter Faust im Kreis, vielleicht auch ein Totenkopf irgendwo. Oh mein Gott, dachte ich, muss diese Katze cool sein. Und sich einen RFID-Chip als Biohack einpflanzen zu lassen, ist mal wirklich cool. Ich stellte mir vor, wie diese Katze auf einem Motorrad zum C3 fährt, dort fleißig programmiert und mit den anderen ‚Hackern‘ kuschelt. Wie sie für Feminismus und gegen Cat Calls eintritt, bei der Demo Schilder hochhält, ihre Stimme erhebt gegen Ungerechtigkeiten. Verdammt, ist diese Katze cool!

Natürlich ist mir bewusst, dass der eingepflanzte Chip und die Tätowierung keine Individualismus der Katze selbst ist, sondern dem Umstand folge trägt, dass ihre Eigentümer_in sie identifizieren können muss.

Aber, irgendwie, gefällt mir meine naive Vorstellung von Captain Cat, der Hackerin mit Motorrad, Tätowierungen, #FeminismusFUCKmjau! und Flausch, einfach besser.

Eine Antwort auf „#FeminismusFUCKmjau“

  1. Ich glaube ja auch, die Katze ist geflohen. Mit Hauskatzen habe ich immer ein bisschen Mitleid. Genauso wie die Katze meiner Großeltern, die im Sommer bestenfalls mal an der engen Leine in den Garten darf. Die Gute ist inzwischen soweit selbst die schwere Haustür zu öffnen – womit sie lange durchkam, weil sich meine Großeltern immer gegenseitig verdächtigten die Haustür nicht zugemacht zu haben. :-)

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