Agnostische Alkoholiker

[Entwurf Februar 2013. Ungelesen veröffentlicht. ]

Kann ich nicht an Gott glauben, kann ich keine Alkoholabhängigkeit überwinden. Ohne das sich Begeben in die Hände einer höheren Macht gibt es keine Heilung der Alkoholkrankheit. Was ist das für ein Gott, der dich trinken lässt? Der dich lieber sterben lässt, als dir eine Option zu überlassen, die sowohl mit deinem Verstand als auch deiner Situation vereinbar ist.

Man muss anerkennen, dass es etwas größeres gibt als dich selbst. Wer das nicht anerkennen kann, ist wohl ziemlich dämlich. Es gibt die Gemeinschaft, es gibt Gruppen von Menschen, gibt Ideen, Ideale, Geschichten, Kultur. Es gibt soviel, das größer ist, als man selbst. Und es gibt immer noch etwas größeres. Das Existierende und das Vorstellbare. Dieses, und das unvorstellbare. Die Unendlichkeit ist weit.

Aber, muss es übernatürlich sein? Muss es so groß sein, dass nichts mehr größeres vorstellbar ist? Ich kenne mich mit Alkoholismus nicht aus. Ich kenne kaum einen Alkoholiker persönlich und erst recht niemand, der davon genesen wäre.

Ich frage mich halt, ob der Umgang mit Alkoholkranken etwas ist, das nur Gottgläubige leisten können. Und ob es in einer Demokratie – bei aller Wertschätzung von gläubigen Menschen und der Vorstellung eines Gott – ein solches Monopol geben darf.

Oder hört man nur nichts von den Atheistischen Anti-Alkoholikern? Weil Anonym und so?

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