&

Eine der großen Vorwürfe, die gegen schriftliches Gendern mit Stern (Leser*innen) oder Unterstrich (Lehrer_innen) genannt werden, ist, wie diese in manchen Fällen ungrammatikalisch werden würden. Das stimmt, solange wir annehmen, dass hier eine gendernde Endung lediglich angefügt wird.

Dabei handelt es sich bei Endungen wie _innen, *in, usw. nicht wie bei Beidnennung (Lehrer und Lehrerinnen) oder Trennstrich (Bullshitter/in) bzw. Binnen-I (AutorIn) um eine Beidnennung von zwei Geschlechtern. Viel mehr sind dies (eine Art von) Ligaturen, die für ein Konzept stehen. Einzahl- oder Mehrzahl an Menschen, deren Geschlecht und Gender für uns nicht entscheidend ist.

_innen und *innen stehen also für mehr, als dort eigentlich sichtbar ist. Die ursprüngliche Bedeutung, die Entstehungsgeschichte, sieht man diesen Ligaturen noch recht gut an. Ich bin gespannt, wie sie sich weiterentwickeln werden und ob sie in anderer Sprachräumen verwendbar sein könnten.

Angemessen erscheint mir der Vergleich zum Und-Symbol „&“ (auch: Ampersand-Symbol). Dies entstand zunächst als Ligatur aus e und t, et, welches im Lateinischen „und“ heißt. Im Deutschen sollte es eigentlich nur in Firmenbezeichnungen verwendet werden. Sonst schreibt man „und“ bzw. die Abkürzung „u.“. Ist das so? Wie oft hast du diese Woche schon „&“ verwendet, obwohl du keinen Firmennamen geschrieben hast.

Ähnlich verhält es sich mit _innen & *innen. Eigentlich sind diese für einen wissenschaftlichen Zusammenhang gedacht, in dem man sich möglichst klar ausdrücken möchte. Doch Menschen verwenden diese ‚Ligatur‘ – oder zumindest sollte es als solche betrachtet werden – inzwischen auch im Alltag. Da, wo unsere Zeichen bisher nicht ausreichen, bedienen wir uns anderem, um uns klar – so klar wir es eben möchten – auszudrücken.

[…]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.