Samstag (380)

Fünf Uhr früh. Ein Anruf weckt mich aus dem Dösen. Jaja, ich komm‘ runter. Bin gleich da. Dies ins Auto, dann Markt, dann nochmal voll laden. Dies auf dem Markt, nun noch einmal fahren mit den beiden Transportern. Ich fühle mich komisch. Habe ich geschlafen? Ich bin aufgewacht, irgendwie. Aber schlief ich? Habe ich jemals wirklich geschlafen? Die Katze – Elisabeth – hat schon eine Maus gefangen. Die Sonne ist noch nicht richtig am Himmel, oder wir drehen uns noch zu ihr. Wie auch immer. Vielleicht versperren auch Wolken ihr Licht. Oder die Wolken wollen die ganze Sonne für sich haben – moment, können Wolken etwas wollen? Jedenfalls eine schöne Alliteration. Die kleinen Sachen ins blaue Auto, die hohen Sachen ins schwarze. Krampfhaft versuche ich mich an die Namen der Objekte zu erinnern, die ich einlade. Was man bei deren Verwendung beachten muss. Einladen, fahren, ausladen. Ich bin eine Arbeitskraft. Ich räume Dinge von einem Ort zum Nächsten, hoffe dass sie sich verkaufen – bin also auch emotional abhängig von diesen Objekten bzw. dem Verschwinden dieser Objekte -, nur um nach meinen Seminaren heute wieder zu räumen. Dies gehört dorthin, jenes da hin. Wo kommen diese?

Ich erinnere mich an Bruchstücke meiner Schulbildung. An die Betriebswirtschaftslehre, die sich so leer anfühlt, wenn man tatsächlich arbeitet. Wenn man sieht, das dieses dort hin kommt und jenes da hin. Und wie daraus Buchungen, Steuerabzüge, Gehälter entstehen. Bekomme ich auch etwas für meine Arbeit? Oder ist mein Lohn, nicht rumzusitzen, morgens um fünf, und auf frische Mäuse warten zu müssen?

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