# 14660749

[Notizzettel. Datiert auf 16.04.15.]

Das Semester beginnt von neuem. Überall sind Menschen. Die Luft ist warm. Sie riecht nach feucht, aber nicht nach Schweiß, wie im Sommer. Es ist angenehm, draußen zu sitzen. Ein leichter Hauch von Zigarettenqualm umschmeichelt meine Nasenspitze. Ich versuche weniger zu rauchen, aber ich komme nicht umhin diesen Geruch zu mögen.
Heute ist der erste ‚richtige‘ Tag. Nein, eigentlich stimmt das nicht.
Jedenfalls war der Zug heute schon recht voll. Das Seminar recht überlaufen. Doch die Studierenden liegen draußen und genießen die Sonne.
Ich bin ein bisschen erschrocken darüber, wie viele Menschen ich jetzt kenne. Gerade Frauen. Noch schockierender ist, wie viele mich kennen. So sehr, dass sie mich grüßen. Teilweise lächelnd. Teilweise Worte, teilweise Umarmungen.

[Darunter sind in Klammern die Namen aufgezählt von den Menschen, die mich grüßten. Mehr oder weniger. Ich zähle fünf Frauennamen.]

Die Sonne scheint. Ich esse mein mitgebrachtes Brötchen. Die Vögel wirken hungrig, aber ich gebe ihnen nichts ab. Sie sollen nur Körner essen, sagt man, sonst Durchfall. Ich denke darüber nach, ob Vögel wohl auch laktoseintolerant oder glutenallergisch sein können. Ich blicke in die Wärme. Betrachte Menschen, die an Tüchern tanzen. Die Fahrradfahrer. Die Studierenden, lachend, biertrinkend, einig.

Ich schaue auf die Uhr. Packe mein Buch weg. Ich muss jetzt ins Gericht. Amtsgericht. Nicht zuspät kommen. Vor dem Gerichtssaal muss ich doch warten. Komischer Tag, um hier drin zu sitzen.

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