Aber ich will nicht werden, was mein Alter ist (4)

Mein Vater bruddelt manchmal. Er fühlt sich wohl bei Fehlern und Missverständnissen schnell angegriffen. Glaubt, wir würden nicht zuhören oder könnten nichts übernehmen. Er wirkt deshalb oft unzufrieden und das bleibt auch Dritten nicht verborgen. Wenn er uns anschreit, jähzornig? Ist es das? Wenn er zurecht oder zu unrecht Unzufriedenheit äußert, dann fühle ich immer, dass ich so nicht sein will. Kaputtschlagen, ja. Kaputt machen, was mich kaputt macht. Aber Wut an einer falschen Stelle platziert; Zorn, der sich gegen Menschen des direkten Umfeld richtet, der aber bleiben muss, weil sich an den Situationen und Gründen nichts ändern kann – niemand kann die Fehlerquote bei Menschen wirksam herunterbringen -; der zerfrisst und zerstört mehr, als dass er wirksam hilft. Kräfte mobilisiert. Du wirst nie etwas verändern, wenn du dich dafür zerstörst. So will ich nicht werden. Nicht teilnahmslos, alles in mich hineinfressend, nicht wütend und verletzend.

Und dann erwische ich mich selbst dabei, zu bruddeln. Selbst, wie ich unzufrieden bin und in mich hinein fresse. Wie ich nichts ändern kann, mir der Machtlosigkeit bewusst bin und trotzdem verzweifele, als läge alles nur an mir.

Ich werde so, wie die anderen sind, bin so, wie die anderen sind, und ich beginne mich selbst nicht leiden zu können darüber.

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