Jag ska visa dem, jag ska visa dem. Min hjärna brinner av hat. (35)

Das komische mit Prüfungen ist nicht, dass man diese schreibt und dann Punkte bekommt. Das irritierende, was mich immer wieder … belastet, ist wie danach plötzlich ein Thema zu Ende sein soll. Man gibt ein Blatt ab, stammelt eine Antwort, und weiter. Kein Nachdenken, kein Wachsen können an einer Frage.

Heute saß ich in einer dieser mündlichen Prüfungen und wurde gefragt, wann die schwedische Frauenbewegung begann. Das ist so eine Frage, für die man – auch bei langem Nachdenken – wenige oder viel zu viele Antworten findet. Zunächst: Welche Frauenbewegung? Die sich um Gleichstellung bemühte? Um Wahlrechte? Um Mündigkeit? Reproduktionsrechte? Für, gegen? Und wie können solche Bewegungen durch nationale Grenzen eingeschränkt sein? Die Erklärung der Menschenrechte, die Frauen und Unfreie ausklammerte – also praktisch nur weiße Männer betraf -, könnte man als Anfangspunkt nehmen. Eine Ungerechtigkeit, auf die entsprechend reagiert wurde. Man könnte den weltweiten Kampf um Wahlrechte nehmen, zwischen der Jahrhundertwende und dem 1. Weltkrieg. Beispielsweise in UK – Suffragetten – führte dieser Kampf ums Frauenwahlrecht zu Anschlägen. Man könnte über Verhütungsmittel reden, oder Mündigkeit für unverheirate Frauen (ab 1858 konnten unverheirate Frauen über 25 in Schweden vor Gericht ihre Mündigkeit einklagen) oder über die Frage, ob Frauen eine Seele haben oder diese erst durch Heirat erhalten. (Allein die Vorstellung). Man könnte aber genauso fragen, ob Wikingerfrauen nicht – möglicherweise? – gleichberechtigt(er) waren. Man könnte fragen, woher eigentlich die Unterschiede kommen. Ob die Unterscheidung von sozialer Unterdrückung und Unterdrückung von Frauen in einer bäuerlichen Gesellschaft überhaupt notwendig ist, bzw. ob an der Form der zusätzlichen Unterdrückung – etwa durch Kinder gebären -, effektiv etwas geändert hätte werden können. In einer ländlichen Arbeitswelt gibt es nicht „das Frauchen“, welches „zu Hause bleibt“. Da erledigten alle die Aufgaben, die sie übernehmen konnten – und das musste nicht am Geschlecht hängen. Frauen des Mittelalter, Frauen der Aufklärung, sie alle konnten gleichgestellt sein. Nicht gesellschaftlich in allen Ebenen, aber die Witwe eines Handwerkers konnte den Betrieb übernehmen. Wo begannen wir zu konstruieren, dass Frauen weniger wert seien? Und warum? Das Frauen „das andere“ wären. Schlechter, weniger wert? Und warum haben wir es noch nicht geschafft, das rückgängig zu machen?

Skandalliteratur wie „Die Woche mit Sara“ (Almqvist)? Wie „Nora“ (Ibsen)? Wie „Frauen und Apfelbäume“ (Martinson)? Wie „Bitterfittan“ (Sveland)?

Es gibt nicht „die Frauenbewegung“. Es gibt viele einzelne und teilweise zusammenarbeitende Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Zielen unterschiedlich erfolgreich gearbeitet haben. Teilweise auch gegeneinander. Von „Bewegungen“ zu sprechen, ist eine Vereinfachung der Geschichtswissenschaft, weil wir mit Wirklichkeiten nicht klar kommen. („wir“?)

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