Ko*p weg?

Auch wenn der ‚Artikel‘ bei KO*P Online, der durch den offenen Brief der SPD eine gewisse Bekanntheit erlangte, Abscheu erregt, so handelt Jochen Ko*p doch nur Folgerichtig. Wenn er posaunt „Das werden Sie in meinem Verlag nicht erleben!“ und den Offenen Brief der SPD als einen „Angriff auf die Pressefreiheit“ imaginiert, dann bedient er damit seine Klientel aus – zahlungsbereiten – Verschwörungsgläubigen. Ihm vorzuwerfen, dass er eine zahlungswillige Leserschaft in deren Wahnvorstellungen bestärkt, würde mir niemals einfallen. Ebensowenig, wie mir und allen anderen vorzuhalten, dass wir das auch tun. Ich glaube nicht, dass Jochen Ko*p ein schlechter Mensch ist oder den Unsinn glaubt, den er veröffentlicht. Ich glaube nicht, dass er eine Verantwortung dafür trägt was auf seiner Internetseite veröffentlicht wird. Dass er eine Mitschuld trägt am eskalierenden Terror gegen unsere frisch zugezogene Nachbarn. Sonst müsste ich der SPD vorwerfen, nichts dagegen getan zu haben. Müsste dem Bäcker vorwerfen, an die Mitarbeiter eines Rüstungskonzerns, dessen Waffen töten, Brot verkauft zu haben. Wir hängen da alle mit drin. Rio sang vor über 40 Jahren schon: „Ich mach den ganzen Tag nur Sachen, die ich gar nicht machen will.“ Und daran hat sich nichts geändert. Für niemand. Weil wir uns nicht dazu entschieden haben. Warum also Ko*p vorwerfen, dass er Schafe frisst, wenn wir selbst auch Wölfe sind?

Dennoch ein Wort an Ko*p: Meinungs- und Pressefreiheit – also „Technisch gesehen ist es nicht verboten, so etwas zu sagen.“ – ist ein entlarvend schlechtes Argument für deine Sache. Du bist ein schlechter Mensch, und wir sind leider auch nicht besser.

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