Enteignet fefe? (3)

[Unzusammenhängende Textstücke, Entwürfe für mehrere Einträge. Ohne Sortierung.]

Du kannst dick und fett schreiben, dass hier Bullshit verbreitet wird, dass man hier Verschwörungstheorien austauscht und die Leute bitte selbst denken sollen. Es wäre unangebracht, zu behaupten, dies könnten manche nicht leisten. Sich selbst den denkenden „Eliten“ zuzurechnen und Leute mit anderen „Meinungen“ und „Weltsichten“ pauschal das Denken abzusprechen ist scheiße. Fraglos kann man aber feststellen: In manchen Situationen, bei manchen Themen, bei manchen Leuten … macht Denken nur alles schlimmer – ich nicht ausgeschlossen.

Wenn dazu noch Überzeugt sein von eigenen Positionen kommt erhält man ‚lustige‘ „Ich glaube, was im Postillion steht“-Facebook-Kommentare mit hohem Fremdscham-Potenzial. Gleiches gilt aber auch für Boulevardmedien – und das Internet.

[…]

Ist fefe’s blog so ’schlimm‘ wie die Bild-Zeitung? Oder anders gefragt: Macht uns fefe zu noch schlechteren Menschen?

Angenommen, fefe hat mit all seinen Aussagen und Meinungen recht, dann sorgt sein Argumentieren gegen Feminismen, gegen Gender Theorien, dafür, dass sich seine Gegner_innen weiter radikalisieren.

Angenommen, fefe liegt falsch, dann fördert seine große Reichweite vor allem innerhalb einer technik-affinen Szene eine Verstärkung eines Kulturkampfes.

Natürlich ist das nicht von Leitners Schuld. Radikalisierung findet statt und es ist völlig in Ordnung, dass er gerne des Teufels Anwalt spielt. Machen Leute hier auch. Hier erklärt er das mal.

[…]

Vergleich zu ‚Verschwörungs‘-Verlagen.
Der Tod ist ein Meister aus Deutschland, sagt man. Und offenbar ist die Verschwörungstheorie ein Massenprodukt aus Rottenburg. KO-doppel-P verbreitet teils unsinnige, weit weg von der Realität entfernte… Texte… mit teilweise offensichtlicher Absicht. Macht das Fefe auch? Und ist er besser, weil er uns dabei nicht irgendwelche „Literatur“ verkaufen mag?

[…]

Natürlich ist fefe nicht das übel. Ich habe nichts gegen von Leitner. Oft sind seine Ausführungen sehr sinnvoll und lehrreich. Die Bild ist natürlich auch nicht das personifizierte Böse. Dennoch gibt es manche Punkte die problematisch sind. Etwa wenn aus den dargestellten Fakten falsche Schlüsse gezogen werden (vgl. palmstroem). Für sich einzeln gesprochen mag alles richtig sein und es wäre falsch – wie Niggemaier – herauszusuchen, wo fefe falsch liegt, um nachzuweisen, dass er – wie Bild? – gefährlich sei. Eine Welterfahrung, ein Nachrichten lesen, welches sich an der Filterung durch fefe’s blog orientiert, könnte aber zu vermehrt falschen Schlüssel führen. Etwa, das Politik mehrheitlich unfähig ist – oder böswillig. Fakten taugen – auch wenn sie stimmen – nicht für Realitätskonstruktion. Menschen, die durch die präsentierten Fakten bei fefe oder Bild ihre Wahrnehmung prägen lassen, könnten … nunja.

Sollte man deshalb fefe enteignen? Nein, natürlich nicht. Aber „Ich sehe das recht differenziert und möchte auf möglicherweise entstehende Probleme durch eine von fefe geprägte Weltwahrnehmung hinweisen und sehe darin eine Ähnlichkeit zur veränderten Wahrnehmung bei Bild-Leser*innen, beide Publikationen haben aber natürlich dennoch ihre Berechtigung, es wäre jedoch zu wünschen, dass auch Flausch mehr vorkommt, um Leser*innen dieser Medien nicht komplett depressiv und verschwörungsgläubig werden zu lassen.“ passt aber schlecht auf einen Button…

[…]

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.