Halt mich fest (426)

[Ende November 2015]

Wenn der Novemberwind deine Hoffnung verweht
Und du bist so müde weil du nicht mehr weißt, wie’s weiter geht
Wenn dein kaltes Bett, dich nicht schlafen lässt
[…]

Ich höre jetzt einfach so lange Ton Steine Scherben bis mein Herz gebrochen ist und wieder neu zusammen gewachsen. Ich komme mit dem Vermissen von Menschen nicht klar. Ich komme nicht damit klar, dass ich Menschen mag. Bestimmte Menschen. Ich kann es mir nicht rational erklären, und wenn ich es könnte, würde ich mich selbst als Zyniker ansehen müssen und das Herz zertrümmern. Was für eine lahme Metapher. Ich gebe es zu: Ich mag jemanden. Ich weiß nicht, was und ob etwas daraus wird – was für eine komische Formulierung? Im Moment fühlt es sich gut an, mit dieser Prise Verzweiflung, die man hat, wenn das Bett kalt ist und niemand da ist, der bei dir pennt.

Weihnachten ein paar Tage, und dann wieder. Kaltes Bett, nicht wissen wie’s weitergeht. Fucking Ralph Möbius, beschreibt mit ein paar Vibrationen, die durch die Luft sausen, ein paar Schwingungen im Druck, oder was auch immer, Jahrzehnte vor meiner Geburt, wie ich mich jetzt fühle.

Ich weiß nicht, wie’s weitergeht. Woher auch. Mache ich mein Studium zu Ende – und wie? Es ist gerade so viel zu tun, soviel zu erreichen, und ich habe gerade keinen Gedanken dafür, mich besser zu machen. Mir einen schönen Bildungsabschluss zu verpassen, oder eine_n Parter_in, die sich gesellschaftlich und selbstwertmäßig positiv auswirkt. Mir ist relativ egal, was gerade aus mir wird. Mein Bett ist kalt. Und Schlafen war nie meine Stärke. Mir ist nicht so wichtig, dass ich gut dastehe. Aber die Welt, in der ich lebe, die Menschen, mit denen ich mein Leben teile, das Hier und Da und Jetzt und Gleich, das möchte ich helfen besser zu machen.

Also vermisse ich, weil das ihn_sie eine lehrreiche und wichtige Erfahrung ermöglicht. Und ich bettele nach Aufgaben und To-Do-s, die mich lange genug fesseln, als dass ich keine Zeit finde, zu missen. Außer die Busse, und Bettgehzeiten, und Vorbereitungen.

[…]

Eine Antwort auf „Halt mich fest (426)“

  1. hey basti. seit ein paar wochen bin ich gezwungenermaßen auf wordpress, wie du vielleicht gemerkt hast. ich bin immer noch heftig dabei, mich damit vertraut zu machen. ich hab keinen plan, wie man sich gegenseitig auf wordpress eine persönliche nachricht schreiben kann. (hab dich übrigens mal auf FB geaddet). also. du schreibst sehr schön. aber ich will dich jetzt auch nicht mit lächerlich anmutenden kommentaren zubombardieren. eigentlich wollte ich nur das sagen: ich versuche ab heute, mich endlich mal wieder mehr auf unsere berufung zu konzentrieren, mehr auf junge autoren wie dich und mich (seit langem habe ich mir vorgenommen, endlich mal wieder auf deiner seite zu lesen und zu stöbern und so weiter, weil du mir von blog.de gut im gedächtnis geblieben bist). wir sollten uns alle mehr zusammenraufen und danach streben, uns in der schriftsprache auszudrücken und uns gegenseitig ermutigen. wirklich. ich hatte ja schon oft für dich gehofft, dass du schon länsgst in irgendeiner redaktion arbeitest. nun ja. ich hoffe, wir schreiben uns demnächst mal etwas häufiger. liebe grüße an den ton steine scherben listener. (das cover von freundeskreis finde ich übrigens auch voll gut, lässig chillig).

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