krawalllinke

[März 2015. Unfertig. Ungelesen.]

Aus irgendeinem wirren Grund hält mich ein Freund für „Links“ und lastet mir deshalb die Randale in Frankfurt an. „Ihr Linken wollt doch nur Terror machen, verletzt dabei Menschen und zerstört Gebäude.“
Ohne, dass ich mich je als „links“ begriffen hätte, soll ich nun also mich rechtfertigen müssen für „Chaoten“. Dazu gibt es viele Positionen, denke ich, und will nicht recht wissen, welche meine sein könnte. Dass dies nur Gegengewalt ist? Oder dass hier Leute, die randalieren wollen, die wütend sind, wegen Ungerechtigkeit, dies auslebten? Dass ein Protest nur friedlich sein darf? Oder dass Gewalt erlaubt ist, wenn es ein sich wehren ist – also Widerstand gegen Repression? Also dass es etwas anderes ist, ob man ein Auto anzündet oder sich gegen die Räumung eines besetzten Hauses wehrt.

Ohne mich in mir auf einen Punkt geeinigt zu haben oder auch nur einen angemessenen Anteil davon in Betracht gezogen zu haben antworte ich irgendwas. Sage, dass davon das falsche Signal gesendet würde. Dass jetzt alle über die Randale reden würden, und niemand über die 20 000 friedlichen Demonstrant_innen. Ich denke kurz an die Bewegung 2. Juni, die sich nach der … Ermordung? … von Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 benannte. Als Erinnerung daran, dass „sie zuerst geschossen haben“. Dann denke ich in schneller Folge an RAF, NSU und dann Richard Epple, einen 17-jährigen Buben aus Tübingen, der 1972 betrunken eine kleine Spritztour machte aus der sich eine Verfolgungsjagt mit der Polizei entwickelte, weil diese ihn für einen RAF-Terroristen hielt. Nachdem er zur Eskalierung der Lage wohl auch beigetragen hatte, schoss man mit der Dienstwaffe und dann auch einem Maschinengewehr (!), wodurch Richard tödlich getroffen wurde. Der Polizist, der die Schüsse abgab, nahm sich einige Jahre darauf das Leben.

[…]

Wir haben nichts zu verlieren außer unserer Angst.

http://www.neues-deutschland.de/m/artikel/965349.gewalt.html
https://linksunten.indymedia.org/de/node/138102
http://taz.de/!156824/

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