„Wir sollen sowas einfach schriftlich festhalten…“

Silvester ist die Hölle. Als ob man an Weihnachten nicht schon genug gegessen und auf Menschen herumgesessen wäre, wiederholt man das ganze kaum eine Woche später mit Freunden.

Seit längerer Zeit, als ich das erinnern könnte, treffe ich mich an Silvester mit den gleichen Leuten. Freunde, die ich auch unter dem Jahr sehe und mit denen auch zur Fasnet einiges auf die Beine gestellt wird.

Wie diese Sachen zustande kommen ist aber manchmal recht müßig. Vor allem, weil es nichts festes gibt, an dem man sich halten könnte. Wie viel Kilo Hackfleisch sollen wir jetzt kaufen? Was haben wir letztes Jahr gemacht? Soll es überhaupt wieder Hamburger geben? So viele Entscheidungen, so viel zu vergessen.

Auch in anderen, freundlichen Kontexten bin ich mit Menschen zusammen. Zum Beispiel in der Familie – die patriarchal strukturiert ist -, oder der Fachschaft – die Basisdemokratie lebt. In letzterer versuchen wir alles – vor allem, was abgestimmt wurde -, schriftlich festzuhalten. Es gibt ein Protokoll, und seit einigen Sitzungen versuchen wir das zunehmend auf einen Standard zu heben, dass diese auch rechtsgültig sind und nach außen getragen werden könnten.

Dies fehlt mir manchmal in unserem Freundeskreis. Es kann niemanden geben, der letztlich über alle beschließt, deshalb müsste man sich auf Dinge einigen und diese festhalten – weil sonst alles ewig diskutiert werden kann und keine Entscheidung je fest steht.

Wie ich heute heraus fand: Tatsächlich gibt es ein Protokoll einer Vorbesprechung des letzten Silvesters. Inklusive Rezepte, Einkaufsliste, und allem, was gebraucht wird. Nur: Das Folgeprotokoll fehlt, in dem hätte festgehalten werden, welche Mengen gekauft wurden usw. Der Anfang war also gemacht, und niemand hat es fortgeführt. Vielleicht hätten wir direkt eine_n Protokolant_in für die nächste Sitzung festlegen sollen.

Seufz. Somit bleiben unklare Angaben und ein „wir hatten zuviel“ übrig, statt zu wissen, welche Menge denn sinnvoll wäre. Unorganisierte Organisieren nervt. Aber immerhin bleibt der Zauber und die Verwunderung darüber, dass dann irgendwie doch vieles klappt – Hoffentlich.

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