Dumme Witze

#Beef

Leserbriefentwurf vom 29. Jänner 2016.
Veröffentlicht am 30. Jänner 2016.

(Kursives wurde in der Printausgabe gekürzt)

Die heiße Phase der Fasnet naht und in den Jackentaschen findet man wieder ganz olle Kamellen. Zum Beispiel kramt Guido Wolf, der „CDU-Spitzenkandidat“, den uralten Witz um Johnny Cash, Bob Hope und Stevie Wonder hervor. Sie wissen schon, die Baden-Württemberger hätten im Gegensatz zu den Amerikanern „No Cash, No Hope, No Wonder“. Angemerkt werden muss, dass „Hope“ und „Cash“ traurigerweise nicht mehr unter den Lebenden weilen.

Wenn Guido derlei dumme Witze mit Namen machen darf, dann dürfen wir da auch, oder? Schnappen Sie sich also ihre drei bis sieben besten Freunde und verkleiden sich als Geißlein oder Schweinchen. Dazu Sie mit Guido-Wolf-Maske und schlecht sitzendem Anzug und fertig ist der Kalauer. Andererseits: Man sollte solche Scharfmacher – die z. B. die Abschiebung von Flüchtlingen oder die Ausgrenzung von Homosexuellen (blumig verpackt) fördern – besser nicht verharmlosen, sondern ihnen „argumentativ entgegentreten“.

Ansonsten fällt mir zu diesem albernen Wahlkampf wirklich nichts mehr ein. Hoffe, dass wir weiterhin auf das „Wunder“ verzichten können, dass der Mann mit dem Steiff-Wolf Regierungsverantwortung bekommt.

Ein paar Hinweise noch:
– Die Abschiebung von Flüchtlingen in ihre Heimatländer fordert er für kriminelle Flüchtlinge. Das halte ich für höchst problematisch, bei Menschen, die Anrecht auf Asyl haben. Kriminelle gehören nach einem gerechten, fairen Verfahren ins Gefängnis, nicht zurück in ein Land, aus dem sie fliehen mussten.
– Die Förderung von Ausgrenzung von Homosexuellen findet man beispielsweise hier belegt.
– „argumentativ entgegentreten“ ist eine Anspielung auf die Leserbriefe von CDU-Kandidat*innen, die sich gegen die Ausgrenzung der AfD bei Debatten ausspricht und für ein „argumentatives entgegentreten“. Dieses Zusammenrücken von AfD und CDU wollte ich mir – auch wenn natürlich eigentlich nicht gerechtfertigt – dann doch nicht verkneifen.
Steiff-Wolf

Finde ich etwa schade, dass ausgerechnet der Teil gekürzt wurde, weil mich persönlich am meisten betrifft. Aber ist dann auch irgendwo ok.

Leserbrief bezog sich auf Guido Wolfs Auftritt in Wurmlingen, der Artikel, in dem der Witz zitiert wird, findet sich allerdings nur hinter einer Paywall.

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