Politics whatsupwiththat?

Wenn die FAZ Mathias Albert zur geringen Wahlbeteiligung in Studierendenparlamenten befragt, dann hätte dieser eigentlich nicht antworten sollen. 2500 junge Menschen zwischen 12 bis 25jährige werden bei der Shell Jugendstudie, an der Mathias maßgeblich beteiligt ist, befragt. Selbst wenn wir von einem hohen Anteil an Studierenden ausgehen in dieser Gruppe, so verteilen sich diese doch – idealerweise – so weit auf das Bundesgebiet und die 108 Universitäten in Deutschland, dass es kaum als repräsentativ missverstanden werden sollte. Die Probe ist, um diese Fragen zu beantworten, zu klein.

Aber gut, wir spekulieren und verallgemeinern. Mache ich jetzt auch.

Warum das Interesse an Hochschulpolitischem – oder zumindest den StuPa- und StuRa-Wahlen so gering ist -, begründet der „Jugendforscher“ mit mangelnder Zeit, mangelndem Interesse, mangelnder Zugänglichkeit (Digitalisierung!!!). Dabei spricht er aber auch einen Punkt an, den ich für viel Zentraler halte. Die Mangelnde Wirkmächtigkeit der studentischen Selbstverwaltung.

Der Studierendenschaft nämlich – wie bspw. in Baden-Württemberg – zuzugestehen, sich selbst zu organisieren, sich selbst eine Satzung usw. zu geben, und dies dann aber so restriktiv zu gestalten (bzw. so restriktiv auslegbar zu machen), bedeutet die Herabstufung von mündigen Erwachsenen auf Schülermitverwaltung. Toll, dass ich mitgestalten darf, aber überall wo es um etwas geht überstimmt ihr mich eh – oder der*die Rektor*in umgeht die Gremien einfach.

So wird Mitbestimmung zur Farce und die wenigen Aktiven, die dieses Theater zähneknirschend mitspielen, um zumindest das bisschen Mitbestimmung – ein Bestimmungchen – nicht auch zu verlieren, arbeiten sich dumm und dämlich.

Letztlich ist die Universität eine Diktatur von Gnaden des Ministeriums und der externen Geldgeber (in deren Hintern nicht nur Speläolog*innen Höhlensucher sind). Freiheit der Bildung, Freiheit der Lehrenden und der Lernenden, mein … egal.

Was letztlich bleibt sind freundschaftliche Beziehungen und das Gefühl, ein paar kleine Dinge verbessert zu haben. Aber bei der Fülle an Windmühlen weiß man schlicht nicht, gegen welche zuerst gekämpft werden soll.

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