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Schweigen ist wirklich nicht einfach. Aber auch die eigene Stimme erheben ist bisweilen… schwierig. Zwar behaupten wir immer gerne, dass eine Zensur nicht stattfinde, aber dann gibt es doch die Schere im Kopf. Vielleicht möchte man etwas sagen, aber die Erfahrungen, wenn man die Stimme erhebte, lassen doch zweifeln. Zum Beispiel gibt es erstaunlich viele Menschen, welche die Worte von Einzelpersonen deren Umfeld, Familie oder auch Kolleg*innen zuschreiben. „Sozialer Druck“. Dazu kommen jene, die selbst keine Briefe schreiben, aber doch antworten wollen. Was soll das denn nützen?

Ich kenne viele, die aus Angst vor sozialem Druck, vor zukünftigen Arbeitgebern, vor der öffentlichen Meinung oder dem nächsten Shitstorm lieber den Mund halten. Und wie immer erheben nur die Schlechten, Dummen, Naiven oder Arschlöcher ihre Stimme. (Wo Sie mich zuordnen ist Ihre Entscheidung.)

Jedenfalls kann ich es sehr gut verstehen, wenn man nicht mit seinem richtigen Namen bezahlen möchte. Die Folgen von sowas – auch bei Kleinigkeiten – können massiv sein. Wer wie ich eine Familie hat, die im eigenen Betrieb schuftet und so vom Wohlwollen ihrer Kund*innen abhängig ist, sollte am besten schweigen.

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