#Stuga Fasnet 2015

"Alter Schwede" mit Musik-Stuga

Dieses Jahr war ich emotional nicht so da, dass ich viel erzählen könnte von unserer Laufgruppe. Jaja, wir hatten eine rote Musikstuga (ein „Schwedenhäuschen“) dabei – Schmotziger (abends), Fasnetssamstag und Rosenmontag -, und wir spielten viele gute Musik – und leider auch einiges von Helene Fischer -, und wir freuten uns und irgendwie war das gut und irgendwie… konnte ich mich nicht ganz darauf einlassen.

Gerade deshalb fallen mir zuerst die negativen Dinge ein. Wie wir von vielen Seiten für die Themenwahl kritisiert wurden – und daher auch freundliche Fragen nach unserer Motivation sofort für Kritik hielten -; wie wir für „Norweger“, „McFitti“ und was weiß ich noch gehalten wurden; wie niemand bei unserem spontan geborenen Schlachtruf „Alter – Schwede“ mitgrölen wollte; wie die Musikwahl nicht so gut funktionierte wie erhofft – und alle zu Helene tanzten, wenige zum Time Warp, und niemand zu ABBA; wie einer der Reifen abfiel, weil die Neuen leicht breiter sind als die bisherigen – und das eine halbe Stunde vorm Umzug -; wie der Wagen durch das neue Dach gefühlt dreimal so schwer wurde; wie jene, die sich nur peripher beteiligten, mich scharf anklagten für mein Vorgehen (ohne das es wohl dieses Jahr keinen Wagen und keine Verkleidungen gegeben hätte) – und damit Recht hatten -; wie ich kein einziges schönes Foto unserer Gruppe geschossen habe (das man hochladen könnte); wie sich anders als in den letzten Jahren kein rechter Gruppenzusammenhalt einstellen wollte und ich mich einfach nicht auf all das einlassen konnte.

Aus irgendeinem Grund belastet es mich auch emotional, wie nun Leute auf mich – ausgerechnet mich! – zukommen und auch mitmachen wollen. Wie alles größer und toller und demokratischer werden soll und alle haben tolle Ideen und … mir das irgendwie zuviel wird und ich zur gleichen Zeit davon nicht lassen kann.

Und immer noch hat unserer Laufgruppe keinen Namen. :/

I, I follow you, dark boom honey, I follow you

Ich erwähnte unser Fasnetsthema heuer – „Umzug 2014“ – schon mehrfach und nun, nach den üblichen drei Einsätzen am Schmotziga Donnerstag, Fasnetssamstag und Rosenmontag, wird es Zeit ein wenig zu resümieren.

Unsere Laufgruppe lief als "Umzug 2014".

Wir tranken weniger, unser Wagen war so wenig aufwendig wie nie, wir wurden in der Zeitung mit einem ganzen Absatz erwähnt (namentlich!) und kamen teils super, teils eher so meh an. Mir machte es wie auch die letzten Jahre großen Spaß.

Donnerstags waren wir ein wenig auf der Straßenfasnet unterwegs. Die Batterie hielt recht lange und nach einer kurzen Stärkung im Laden ging es dann auch abends nochmal auf die Gasse.

Samstag war der kleine, wunderschöne Umzug von der Morizkirche zum Marktplatz. Wir reiten uns ein zusammen mit den Pustefixbären, vollbrachten mit mitgetragenen Kartons Kunststücke und alberten mit dem mitgefahrenen Bürostuhl herum. Gerade dieser war eine große Freude, wenn man seinen Mitnarren darauf Platzen nehmen ließ und dann mit möglichst hoher Geschwindigkeit durch die Gassen schob und drehte. Herrlich. Dass die kleinen Rädchen nicht ewig halten würden war klar und auf dem harten Pflasterstein neben dem Dom durfte dann ich den Stuhl und meinen Bruder, der mich rasant anschob, mit vollem Körpereinsatz bremsen. (Kurz: Mich hats auf die Fresse gehauen. Ordentlich.) Trotzdem tobte man weiter herum.

Umzugswagen am Rosenmontag.

Rosenmontag war eigentlich kurz davor auszufallen, da die Mehrheit unserer Gruppe keinen Urlaub beantragt hatte. So trommelten wir meine Mutter, die Mutter von O. und dessen Schwester zusammen. Mit meinem Bruder waren wir immerhin 5. Als M. dann noch früher aus dem Praktikum (?) kam konnten wir in gewohnter Stärke, aber anderer Zusammensetzung wie schon in den vergangenen Jahren die Umzugszuschauer mit Blumen beschenken. Wir führten – teils auch zusammen mit den Zuschauern – gewagte Wurfmanöver der Pappkartons durch und hatten einfach einen riesen Spaß.
Eine kleine Prinzessin zusammen mit ihren Eltern, die uns höflich fragten, ob sie mitgehen dürften, lief auch mit. Einzig, dass wir unsere Musik ausschalten mussten, da wir uns falsch zwischen zwei Kapellen eingeordnet hatten, störte.

Abends begleitete ich noch meine Eltern zur Höfischen Fasnet, einer der wenigen Sitzungsveranstaltungen im Ort. Das ganze war lustig, wenn natürlich auch nicht auf dem Niveau der Karnevalssitzungen, die wir aus dem Fernsehen kennen. Trotzdem beschlich mich dieses Gefühl, zuhause zu sein. Albert Dietrich brachte es 1985 mit seinem Text „Fasnet in Raoteburg“ zur Melodie von Freddy Quinn’s „Tampico“ auf den Punkt – und natürlich sang es die ganze Halle voller Freude: „Oamohl en Raoteburg, ällweil en Raoteburg,“ („Einmal in Rottenburg, immer in Rottenburg“)

Trulla, trulla, trulala

Endstation

Auf der schwäb'schen Eisenbahn
Geißbock

Warum wir dieses Jahr 160 Jahre „Auf de schwäb’sche Eisebahne“ feiern hatten wir an dieser Stelle ja bereits geklärt. Das unsere kleine Laufgruppe – dieses Jahr zeitweise 18 Leute – mit diesem Thema an den Fasnet in Rottenburg teilnahmen, sickerte sicher auch schon irgendwo durch. Ich verzichte mal darauf, hier Bilder der wirklich großartigen Verkleidungen zu präsentieren, schon allein, weil ich in all der Fasnetsstimmung fast vollständig vergaß, Bilder zu machen. Gerade der Sonntagsumzug ist völlig undokumentiert (d.h., es gibt wohl jede Menge Aufnahmen, die die Zuschauer und die Zeitung machten. Ich kam dagegen nicht dazu.), obwohl wir da mit den gelungensten Kostümen und den meisten Leuten unterwegs waren.

Alles in allem eine sehr gelungene Fasnet. Auch wenn es vielleicht keine gute Idee war, am Montag bei jeder letzten Strophe („Stoßet mit den Gläsern a‘, aufs Wohl der schwäb’sche Eisebah'“) anzustoßen… Bei Gelegenheit schreibe ich vielleicht noch ein wenig ausführlicher über die einzelnen Tage. Falls, ja falls ich dazu irgendwo Bilder auftreiben kann. Update: Links zu Fotos von (teilweise professionellen) Umzugszuschauern eingefügt.

Date w/ IKEA

Eigentlich war diese Fasnet sehr angenehm. Ich war mit meinen Kumpels unterwegs. Zwei von uns trugen Kostüme aus Bettlacken mit „Ich bin ein Schlafsofa“-Aufdruck (vgl. Kissen), verteilten 2000 Schweden-Aufkleber, sechseinhalb Kilo IKEA-Bleistifte, Notizpapier, Maßbänder, blauer und gelber Wodka, schwedische Kekse und eine Wanne voller Tulpen und tranken ein paar Kästen Bier. Wir hatten einen Wagen gebaut aus einem IKEA-Regal, einem Tischchen und dem Blatt aus der Kinderzimmer-Abteilung. Dazu Bilderrahmen, Schwedenfahne, gottverdammte Soundanlage mit ausschließlich schwedischer Musik (ABBA, Roxette, Ace of Base, Moneybrother, …) und … hatte ich den Kasten Bier erwähnt?

Aufkleber IKEA-Bleistifte Fjasnet Fjasnet

Fjasnet

Fjasnet

Wir gingen auch bei zwei kleineren Umzügen mit, verteilten jede Menge Kram und feierten. Mal sehen, was wir nächstes Jahr machen.

Obligatorischer Straßenfasnachtseintrag

101_1536

Nach dem Narrengottesdienst in St. Moriz ziehen die Hästräger traditionell durch die Kirchgasse richtig Marktplatz. Das musste ich mir natürlich – heute gekleidet in ein einfaches Hemd, eine schwarze Kordhose, Jacket und mit einer Krawatte um den Hals, die ich vormittags noch meinem Vater abschwatze („Ich schenk sie dir.“) – ansehen. Offiziell war ich heute „der Bräutigam“ unterwegs. Inoffiziell einfach nur schick gekleidet. Für mich gabs von den Walnusshexen (Überraschung, Überraschung) zwei Walnussen und von irgendwem anders ein Schnäpsle… :)

Bilder davon gibts z.B. von Rolf-Peter Locher dort. (Anm. Unser Oberbürgermeister tritt ab, daher die ganzen OB-Sachen).

101_1537101_1538101_1556101_1553

Bruder (wieder als Emo), B. (wie Donnerstag), M. (B.s Freundin), O. (endlich auch mit Foto!) und ich (Verkleidung bereits beschrieben) gingen wir durch die Straßen – d.h. wir tanzten und polonesisierten uns durch die Menge – und zum Hirsch, der bekanntermaßen die Rottenburger Fasnachtsadresse ist. Dort gabs für jeden von uns Cola, Bierdeckel zum Türme bauen und ne ganze Menge Unterhaltungsstoff. Unter anderem auch von der Ausländerin, die scheinbar wirklich mit mir ins Bett gegangen wäre („Aber er ist eine Frau..“ – „Nach der Nacht wäre er ein Mann.“), wenn sie an diesem Abend nicht doch noch wo anders hätte hinmüssen… Egal.

Bevor ichs vergesse: Auf dem Marktplatz wurde ein Junge mit Krücken von zwei anderen Jungen angespuckt… Lösung wie immer.

101_1546101_1547101_1542

Im Hirsch war es jedenfalls ganz lustig, bis die Kellerin kam, und Geld verlangte und uns andere „Kunden“ dann regelrecht rausscheuchten. Sind eigentlich 2,50 Euro für ein Glas Cola – das nicht mal besonder gut schmeckte – viel? Ich weiß nicht… Das Gespräch dort war gut, aber das Lokal an sich mag ich irgendwie nicht. Und ich versteh eh nicht, warum alle Leute dort hin wollen… Danach wieder durch die Stadt gelaufe.

101_1559101_1560

Wir zogen dann weiter ins Zunfthaus. Dort wars auch ganz nett, und es gab riesige Pommes-Portionen zu moderaten Preisen. Durch nerviges Blasinstrumentgespiele wurden wir aber auch von dort vertrieben.

Wir redeten und gingen weiter durch Rottenburg, sahen einer Fast-Schlägerei zu, ich hatte meinen Spaß und ich hoffehoffe, die anderen vier auch. Nach zirca Viereinhalb Stunden trennten sich unsere Wege wieder. Es war einfach zuuu kalt draußen um noch lange rumzulaufen.

Und ja, ich habe tatsächlich viel zu wenige Fotos gemacht, finde ich.
Dafür aber immerhin ein paar Anstecker gefunden (bekommen).