Eure Namen sind so dumm.

Wenn eine Beziehung endet, dann will man erstmal nichts mehr mit dem alten Partner zu tun haben. Ein neuer Partner soll anders sein. Völlig anders. In allem. Schließlich hat es mit dem alten schon nicht funktioniert.

Das ganze macht bei einer sehr ungleichmäßigen Vornamensverteilung ganz unangenehme Probleme. So sind/wären Julia, Sarah, Jennifer, Katharina, Kathrin, Sabine, Lisa, Christina, Jessica, Anna, Laura, Melanie, Sabrina, Nadine, Janina, Sandra, Annika, Stefanie und Franziska beziehungsweise Jan, Tobias, Christian, Alexander, Daniel, Patrick, Dennis, Sebastian, Marcel, Philipp, Florian, Kevin, David, Fabian, Matthias, Felix, Benjamin, Sven, Jonas, Lukas und Tim alle schon von bestimmten Personen meiner Vergangenheit oder Gegenwart belegt – teilweise auch mehrfach. (vgl. beliebte-vornamen.de)

„Hej, ich heiße so wie das Mädchen, in das du von der 5 bis zur 12 Klasse total verknallt warst und von der du immer noch zweimal im Jahr träumst.“ ist halt alles andere als eine gute Grundlage für eine gelingende Beziehungsanbahnung. Geht es – wie bei Ted aus HIMYM – nur um Wochenbeziehungen, dann kann ein Mensch, ein Individuum mit eigener Geschichte und eigenem Sein, in deiner Erinnerung auch zu „Blablah“ werden. Aber das will ich nicht.

Schließlich funktioniert die Welt wieder so – gefühlt zumindest – wie als ich 16 war. Wenn eine Person einem gefiel, dann fragte man sie nicht direkt um ein Date (Um Gottes Willen!), sondern klärte erst einmal über den Umweg ihres Freundeskreis – und oft auch das nur über den Umweg des eigenen Freundeskreises – ob die Person, an der man vielleicht – JA, VIELLEICHT – Interesse hat, denn überhaupt Single wäre. Und dann fragt der Kumpel die Bekannte der Freundin des Mädchens, ob diese denn den und den kenne. „Ja, wieso?“ „Nur so.“ „Und wie findest du den?“ Das war schrecklich, denn es fühlte sich an, als müsse man die gesamte Welt in seine kleine Neugierde einweihen, um überhaupt mal zu einem kleinen Knuddeln oder einem Treffen zu kommen.

Dann kam das Internet und alle waren im Internet und alle stalkten sorglos jedem hinterher und jeder wusste, wer Single oder Vergeben war (Danke, Facebook). Doch dann wurde das Netz „intelligent“ wie ein vorlauter Vorschüler und die Staaten rund um den Erdball wollten auch wissen, wer mit wem zusammen ist und wer wen „Voll Bombe“ findet. (Danke, Facebook.)

Und nun sind wir wieder an dem Punkt, an dem ich 16 war. Wenn ich Google (für Internetaffine, völlig unerreichbare Menschen) oder Facebook (für normale, ebenso unerreichbare Menschen) nach einem Namen befragen möchte, dann zweifle ich ersteinmal. Will ich wirklich auf alle Zeit diese Spur legen? Will ich für den Rest meines Lebens bei diesem Namen an diesen Menschen denken? Ist mir die völlig unwahrscheinliche Chance, dass sie auch gerne wüsste, ob sie mich leiden könnte, es wert, eine ganze Gruppe von Vornamen für immer zu ruinieren? Und jedes mal, wenn ich einen Namen eingeben würde, würde ihrer erscheinen?

Wenn für Ted Manhattan eine Insel aus lauter Ex-Freundinnen ist, dann ist das Internet Manhattan 2.0. Im Internet tragen wir jederzeit unsere ganze Vergangenheit mit uns herum. Diese Vergangenheit determiniert unsere Zukunft. „Oh, du hast dir bei Amazon eine Fritteuse gekauft? Hier sind 200 andere Fritteusen, die dich auch interessieren könnten.“ Gebe ich bei Facebook einen Namen ein, so finde ich in den meisten Fällen Leute, die mich traurig machen.

Dabei… könnte es so einfach sein, wenn ich den Menschen einfach selbst fragen würde. Aber… da bin ich halt wieder 16 und zu schüchtern. Außerdem erscheint mir „Hej, wie läufts so?“ zu unklar und „Hej, hast du einen Lebensabschnittspartner?Ichnämlichnichtunddeshalbwollteichfragenobdunichtmalinteressehast dichmitmirzutreffenweilichfinddichvollknorkeundfeschundso und…“ ist mir irgendwie zu übergriffig.

Hm.

Where everybody knows your name.

Die Gang aus How I met your Mother hat MacLaren’s Pub. Sophie Kaczynski aus 2 Broke Girls hat das Williamsburg Diner. Die Gang aus The Big Bang Theory hat die Cheesecake Factory. Die Untoten aus Dead like me – gute Serie, die ich im Moment sehe – sitzen morgens in Der Waffle Haus. Die Gilmore Girls haben Luke’s. Norm Peterson hat seinen Stammplatz im Cheers. Homer Simpsons Stammkneipe ist Moe’s. Der Family Guy Peter Griffin hat The Drunken Clam. Jerry Seinfeld und George Costanza treffen sich meistens in Monk’s Cafe. Die Friends treffen sich im Central Perk. Die Ärzte aus Grey’s Anatomy treffen sich in Joe’s Bar (auch: Emerald City Bar). Die Trickbetrüger aus Hustle haben Anteile an Eddie’s Bar. …

Kneipe

Irgendwie haben wir unser Zuhause verloren, weshalb wir uns in der Vorstellung verlieren, die Welt sei unser Heim. Serien wie die oben genannten zeichnen ein Bild, ein Wunschbild, eines Ortes an dem „everybody knows your name and they’re always glad you came“. Aber gibt es diesen Ort? Die Stammkneipe, das Stammcafé, das Stammdiner – so wie es in den Serien dargestellt wird -, ist Lebensmittelpunkt. Diese Orte sind so, wie wir uns als Kinder unser Zuhause vorgestellt haben. Nur halt mit Bier und Rechnung.

Sind solche Bilder realistisch? Ist, um das HIMYM-Beispiel vom Anfang aufzugreifen, nicht bereits die Vorstellung einer Bromance, einer Beziehung unter Männern, ja, ist nicht schon Freundschaft ein völlig unrealistischer Begriff geworden? Oder gibt es tatsächlich in deinen Leben Menschen, die du täglich oder unheimlich oft triffst und die nicht aus Einfachheitsgründen – also Kommilitonen, Kollegen, etc. – mit dir Zeit verbringen?

Eigentlich wünsche ich mir so einen Ort. Eine Kneipe, ein Café, in dem man mich kennt und in dem ich kenne. Einen Ort, der sich wie die Fortführung des Zuhauses mit Öffentlichkeit anfühlt. Im positiven Sinne. Im Moment bin ich mir aber nicht einmal sicher, ob ich ein Zuhause habe.

Meine Eltern, beide um die 50, haben übrigens das, was die Serienfiguren mir vorleben. Sie sitzen – wenn nicht zuviel Arbeit ist, was bedauerlicherweise gerade jetzt selten ist – fast jeden Abend in einem Eiscafé, zusammen mit anderen Leuten, die inzwischen wohl Freunde sind. Das geht soweit, dass sie dieses Café als „Zentrale“ bezeichnen – diesem Ort also einen Spitznamen verleihen – und mein Bruder und ich uns die Münder darüber zerrissen.

Aber, insgeheim (Bullshitformulierung!), wünsche ich mir das auch.

Neue Serien braucht das Land.

Der Dienstagabend ist tot. Ich interessiere mich nicht für Quoten, aber wenn ProSieben mit dem aktuellen Programm gute Quoten einfährt, dann kann ich mir das nicht erklären. Im Moment läuft Dienstags folgendes:

Die neuen Folgen Two and a half men mit Aston Kutcher sind… naja. Eine lange Reihe von Sexwitzen. Nicht so mein Fall. Darauf folgt eine Wiederholung einer alten Folge. Darauf folgt um 21:15 Two broke girls, eine halblustige Serie über zwei Kellnerinnen, die ein Cupcake-Geschäft eröffnen wollen. Wir hatten das hier schonmal.

Um 21:45 folgt dann Apartment 23, das ich mir heute früh bis hin zur neusten US-Folge ansah. Das einzige, dem ich eine Empfehlung geben kann. Angenehm kurze Folgen – gute 20 Minuten -, keine allzu anspruchsvolle Story, viel Zynismus, Figuren die unrealistisch überzogen sind und teilweise klassischen Sitcom-Klischees entsprechen. Mit einer Ausnahme: James van der Beek. Ich liebe es ja, wenn Schauspieler sich selbst spielen (weshalb ich mich auch ein klein bisschen auf This Is the End freue) und Serien, die es schaffen, dass auftretende Prominenz nicht deplatziert wirkt, gibt es sowieso viel zu wenig. Apartment 23 schafft dies. Und es gelingt noch mehr: In dem wir dabei sind, wie sich die beiden Hauptdarstellerinnen kennen lernen haben auch wir die Möglichkeit, diese Figuren kennen- und mögenzulernen.

Bis hier in ist eine klare Linie erkennbar. ProSieben versammelte alle Zahlen-Sitcoms (Two and a half, Two, 23) an ihrem Dienstagabend. Alle eher so halb lustig, aber durchaus ansehbar und sicherlich besser als die 16 (!) Ausstrahlungen von How I Met Your Mother, die ProSieben heute zwischen 12:35 und 02:00 Uhr ins Programm quetschte. Der Combozerstörer am Dienstagabend heißt jedenfalls Are You There, Chelsea? mit Laura Prepon (Donna aus That 70’s Show) und geht, soweit ich die Pilotfolge ertragen habe, um Trunkenheit. Man hat das Gefühl, man wöllte mit aller Gewalt Zwölfdutzend Running-Gags etablieren, die sicherheitshalber noch 10 mal in der Episode wiederholt werden, falls man gerade auf der Toilette war, als die Lachschleife lief. Auch sind die Witze – Alkohol, Kleinwüchsige, Alkohol, Sex, Alkohol – zu sehr vorausschaubar. Ich werde auch mit den Figuren nicht warm, habe überhaupt keine Lust sie kennenzulernen oder mir ihre Namen zu merken.

Vielleicht tue ich Chelsea auch Unrecht. Vielleicht sollte man nichts nach seinem Piloten beurteilen. (Der unausgestrahlte Pilot von The Big Bang Theory war auch großer Mist, aber, dann wieder: Die Serie ist auch alles andere als gut.)

Was ich suche – und wonach gerade alle TV-Verantwortlichen suchen – ist eine frische, lustige Sitcom, die ich mir ansehen kann und in die ich mich nicht erst – keine Sitcom, aber gutes Beispiel – wie bei Doctor Who durch 60 Jahre schuften muss, um die Serie wirklich wertschätzen zu können. Also los, empfehlt mir was für meinen Watched.li-Account.

Der Vollständigkeit halber:
NBC bestätigt eine Comeback-Season von Friends. Offenbar ist das Fernsehen so kurz vor dem Exodus, dass man die alten Glanzlichter nochmal auspacken muss.

45 Days to go till he’ll met her.

Vor einer Weile schrieb ich hier schon einmal, was mich an How I met your mother fasziniert. Die gestrige Episode „The Time Travelers“ (S08E20) beginnt wie die typischen, albernen Folgen der letzten Staffeln, wird aber dank einer Wendung zu einer der Folgen, warum ich die Serie immer noch sehen möchte.

(Spoilers, duh!)

Ted und Barney überlegen, ob sie zu „Robots vs. Westlers Legends“ gehen und zukünftige Versionen der beiden erscheinen, um sie vom gehen oder bleiben zu überzeugen. In der Nebenhandlung streiten sich Robin und Marshall, weil Marshalls „Minnesota Tidal Wave“ Cocktail nach Robin benannt wurde. Die Zeitreise-Geschichte wird dann noch einmal interessanter, weil das Coat Check Girl aus der ersten Staffel auftaucht, und Ted nur durch ebenfalls zukünftige Versionen von ihr davon überzeugt wird, sie nicht anzusprechen (Either he’d get sick of her or she’d get sick of him. It was doomed either way. „Has it ever gone any other way?“ – HIMYM Wikia).

Der Twist deutet sich jedoch schon an. So tragen „20 Minutes from now“-Ted und Ted unterschiedliche Klamotten. Auch die Einleitung „and I… was alone“ nimmt die Wendung voraus. Dazu kommen die Fragen: Warum erwähnen Marshall und Lily mit keinem Wort Marvin? Die Antwort erscheint ganz einfach: Hier wurden mehrere „Erinnerungen“ vermischt. Barney – der in dieser Folge nur ein von Ted imaginierter Barney ist – schafft mit diesen Worten einen sehr gelungenen Twist:

Ted, this moment already is gone. The whole Minnesota Tidal Wave thing happened five years ago, it’s just a memory. And the rest of this? Never happened. Right now, Marshall and Lily are upstairs, trying to get Marvin to go back to sleep. Robin and I are trying to decide on a caterer. And you’ve been sitting here all night, staring at a single ticket to Robots vs Wrestlers because the rest of us couldn’t come out. Look around Ted, you’re all alone.

Wiedereinmal spielt die Serie ihren Trumpf aus: Alles was passiert, alle Charaktere, alle Ereignisse, die ganze Handlung entspringen der Erinnerung des fiktiven Future-Ted. Wir sind praktisch die ganze Serie über ihn Teds Kopf (deshalb ja auch die andere Erzählstimme), wir erfahren, welche Entscheidungen er getroffen oder nicht getroffen hat und wie er glaubt, wie diese das weitere Geschehen hätten beeinflussen können.

Ich bin wirklich gespannt, wie es weitergeht. Erzähltechnisch befinden wir uns in dieser Folge – also der kalten Aprilnacht, in der Ted in der Bar sitzt -, 45 Tage VOR dem Aufeinandertreffen an Robin und Barneys Hochzeit, die für den 25. Mai angesetzt ist. Das wäre dann der 11. April 2013. Da noch eine ganze Staffel ausgestahlt werden soll, wird es spannend werden, ob diese 45 Tage tatsächlich auf die voraussichtlich verbleibenden 28 Episoden (noch 4 in dieser Staffel und 24 in der 9ten) aufgeteilt werden (dann wären das SEHR ereignisreiche Tage), man einfach noch mehr Erinnerungen-in-der-Erinnerung-Folgen einbaut oder wir noch etwas mehr von der Geschichte von Ted und „The Wife“ erfahren nach dem ersten Aufeinandertreffen am 25. Mai. Ich würde letzteres begrüßen.

Es ist sehr erfrischend, mit anzusehen, wie kritisch eine Serie über das Erinnern mit dem Erinnern selbst umgeht. Barneys Halbsatz „It’s just a memory“ kann als Aufruf gegen das Schwelgen in der Vergangenheit aufgefasst werden. Vielleicht aber auch als Selbstkritik: Ted verschwendet hier seine ganze Serienpräsenz damit, Erinnerungen zu erzählen. Die Serie hat damit schon 180 Episoden gefüllt. Das sind 63 Stunden. Dabei will Ted doch eigentlich mehr Zeit mit „The Wife“. Ja er würde sich verprügeln lassen für 45 Sekunden mit ihr, und so verschwendet er drei Tage damit, nur zu erzählen, wie es ohne die Liebe seines Lebens war.

Am Ende sind es doch nur Erinnerungen.

All the Memories make me want to go back there.

Warum schaue ich eigentlich nach über acht Staffeln immer noch How I met your mother? Will ich nach sieben Jahren wirklich immer noch wissen wer die Mutter ist? Diese Frage ist unsinnig. Es ist auch unsinnig, wie sich Leute darüber beschweren, wenn andere angeblich spoilern und Bilder der Schauspielerin veröffentlichen, die angeblich (!) die Mutter sei. Die Serie heißt aus guten Grund nicht „Who the fuck is the mother?“. Es ist „How I met your mother“. Wie lernte ich eure Mutter kennen. Wie das Nibelungenlied – dessen Wendungen, Ereignisse und Ausgang jedes Kind kannte – handelt es sich bei HIMYM nicht um eine „Was?“-Spannung, sondern eine „Wie?“-Spannung.

Man kann also gar nicht spoilern. In wie weit sollte es Ihnen die Freude am Nibelungenlied nehmen, wenn ich ihnen verrate, wer wen umbringt? Das ist zwar nicht völlig egal, aber die Freude am Werk ist doch ihr Verlauf, die Wendungen und kleinen Einzelheiten. Nicht aber die eigentlichen Ereignisse.

Gerade deshalb – aufgrund des Wissens der späteren Folgen – ist die erste Staffel für mich unerträglich geworden. Darin gibt es einige Punkte, kleine Nebensächlichkeiten, die behauptet werden, die im weiteren Verlauf der Serie nicht stimmen. Das „Wie?“ passt also nicht zum „Was?“. Logische Brüche, die so nicht erklärbar sind.

Woher aber die Faszination für diese Serie?

Wirklich interessant wird die Serie erst durch die außergewöhnliche Perspektive, in der sie erzählt wird. Bisher hielt ich das nur für Sprachwissenschaftler interessant, schließlich findet sich hier eine Erzählung in einer Erzählung (teilweise mit Erzählungen in der Erzählung in der Erzählung), was – finde ich – ziemlich awesome ist.

Den menschlichen Blickwinkel darauf habe ich vielleicht wegen der geisteswissenschaftlichen Brille bisher übersehen. In einem Interview von Anfang 2011 (Auf YouTube wurde das Video einen Tag nach Premiere der 125. Folge (s6e13), in der (SPOILER!) Marshall vom Tod seines Vaters erfährt, online gestellt) erzählt Josh Radnor von einem Fan, der die Serie schätzt, weil sie ihm zeigt, dass das Leben, welches er gerade führt, irgendwann seine Erinnerungen sein werden. (Betreffende Stelle im YouTube-Video)

Betrachtet von dieser Perspektive bietet die Serie beides: Einerseits die (eingebildete) Gewissheit, dass es sich trotz aller Krisen und allem Schlechten gerade lohnen wird, dass dies irgendwann Erinnerungen sein werden. Andererseits bedeutet die Möglichkeit, dass das Heute zu Erinnerungen in einer im Moment nur vorgestellten Zukunft wird, dass es eine lebenswerte Zukunft geben wird, in der wir uns an heute erinnern können. Wie sehr das beispielsweise den Konzepten von The Walking Dead, Adventure Time, 2 Broke Girls oder Breaking Bad widerspricht will ich in aller Deutlichkeit unterstreichen: Nicht nur das Jetzt ist lebenswert und awesome und es gibt – vielleicht! – eine Zukunft, auf die man hinarbeiten kann, nein, es wird in der Zukunft ein Erinnern an die gute (und schlechte) Zeit heute geben. Es ist zudem ein Erinnern in eine gute Vergangenheit innerhalb einer guten Gegenwart, die aus unserer Sicht die Zukunft darstellt. (vgl. auch: Warum ich Star Trek: TOS mag.)

Die Serie behauptet also nicht nur, es werde alles gut oder alles sei toll. Nein, die Serie setzt voraus, dass die Protagonisten an einem Punkt ankommen, an dem sie auf ihre Vergangenheit zurückblicken können und diese als „gelungen“ bewerten werden.

In dem Sinne ist HIMYM das in Comedy-Serie gegossene Versprechen, das auch so großartige Kampagnen wie „IT GETS BETTER“ geben. Und Ted Mosby der Held unserer Geschichte, der nicht nur behauptet, dass alles besser wird, sondern der auch erzählt, wie es besser wurde.

HIMYM ist keine Weltrettungsmaschine.

Natürlich ist die Serie nicht dazu ausgelegt, das Leben der Menschen besser zu machen. Vermutlich will sie nicht einmal Moral, Hoffnung oder Irgendwas vermitteln. Sie dient nur dem füllen der Lücken zwischen der Werbung. Auch wird sie bedauerlicherweise mit dem Auftauchen der Mutter als Charakter enden – schlimmstenfalls mit einem Schnelldurchlauf durch die dann gemeinsame Geschichte. Dabei gäbe es noch so viel Stoff. Was hat die Mutter erlebt, bevor sie Ted traf? Wie kam es zu den Kindern und zu deren Jetzt? Es wäre schade, wenn das Finden des Lebenspartners das Ziel und der Endpunkt der Serie wäre, denn dies befördert nur den Irrglauben der meisten Leute, man müsse nur die/den „Richtig_en“ finden, dann wäre alles gut. Dass das Blödsinn ist weiß der gesunde Menschenverstand durchaus, diese Erkenntnis umzusetzen ist er aber spätestens nach der Einnahme des dritten Disney-Liebeskomödien-Abführmittel nicht mehr fähig.

Die letzte Folge müsste folglich noch deutlich weiter in der Zukunft spielen, und eine letzte Rahmenerzählung um diese Geschichte packen: Ted Mosby müsste sich auf seinem Sterbebett glücklich daran erinnern, wie er seinen Kindern die Geschichte seine – und ihres – Lebens erzählt hat und – jajaja, das ist das Ende von Six Feet Under – die Erinnerungen an all das müssten an ihm vorbeischwirren. Und erst dann, erst mit dem Tod des letzten Protagonisten kann die Geschichte enden. (Wenn überhaupt.). Denkbar wäre nämlich auch, dass eines der Kinder bei ihrer Hochzeit die Geschichte erzählt, wie sein Vater seine Mutter traf. Soweit in die Zukunft zu blicken traut sich CBS allerdings ziemlich sicher nicht.

Wahrscheinlicher ist natürlich der Satz: „And that, kids, is how I met your mother.“ (Und Peter so…)

(Auf 9gag gibt es noch ein wunderschönes Gimmick zu einer meiner absoluten Lieblingsfolgen: Die Folge in der Marshalls Vater stirbt hat einen versteckten Countdown und – so zumindest behauptet es dieses Posting – habe Jason Segel nichts vom Ausgang dieser Folge gewusst. Wer die Folge nicht mehr in Erinnerung hat: Lohnt sich nochmal anzusehen. Wirklich.)

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