Die vermisste Katze.

Neulich hatte ich über ein Katze geschrieben (Hier), von der ich ernsthaft annahm, ich hätte sie verscheucht.

Genährt wurde meine Angst vor allem, weil wenige Tage später in der ganzen Nachbarschaft Schilder auftauchten, auf denen nach einer Katze gesucht wurde, die entlaufen sei. Man sollte sich bei XY in der Gartenstraße 62 – wo unter anderen ich nun wohne – melden.

Heute war sie jedoch, zu meiner großen Erleichterung wieder da, lungerte im Innenhof herum und miaute die Leute an, die rein- und raus gingen. Mein Vermieter erzählte mir, sie wäre wohl eine Streunerin, die ab und an unerlaubt auch ins Haus komme.

Die fehlende Katze ist somit immer noch weg, aber ich habe sie nicht vertrieben. Puh.

Miau miau miau miau!

Katze .

Manchmal frage ich mich, ob Katzen uns für völlig bescheuert halten.

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Heute war ich in der neuen Wohnung, baute ein Regal auf und räumte das Sofa von einem Eck ins Nächste, bis ich davon so erschöpft war, dass mir die Anordnung endlich gefiel. Ich räumte auch die paar Kleidungsstücke ins Regal, die ich schon rüber gebracht hatte.

Als ich kurz in der zukünftigen Küche war entdeckte mich eine Katze auf dem Innenhof. Und wie sie mich entdeckte, entdeckte ich sie – und öffnete vor Schreck das Fenster. Sofort sprach sie zu mir. Miau, miau, miau, miau. Mit aller Nachdringlichkeit. Möglicherweise wollte sie mich missionieren oder fragte nur nach dem Weg. Vielleicht wollte sie aber auch einfach etwas zu Essen oder Trinken haben. Ausgehend von letzterem suchte ich – vergeblich – nach einer Schale, die ich ihr mit Wasser hätte hinstellen können.

Sie wartete noch eine weile, nach dem ich das Fenster geschlossen hatte und zog dann von Dannen. Man sah regelrecht, wie enttäuscht sie war, dass ich sie offenbar nicht verstanden habe. Ich meine, man kann doch wohl erwarten, dass jemand ein Schälchen Wasser da hat. Oder der Nachbar ein wenig Zucker oder Salz.

Ich werde natürlich das nächste mal ein Schälchen mitbringen, um für den Fall gerüstet zu sein, dass dieser Gast noch einmal auftaucht. Eventuell ist sie aber so erzürnt darüber, dass ich sie nicht verstanden habe, dass sie zukünftig unseren Innenhof meidet. Möglicherweise hält sie mich auch für unhöflich, fies oder schlicht dumm, weil ich ihre sehr verständlichen Worte („Miau! Miau! Miau!“) nicht verstanden habe.