How’s the girl? She’s bräzig.

100_0350 Diesen Sommer stelle ich kurze Serien vor. Warum steht hier. Heute leider zum letzten mal. Zum Schluß mit: New Girl.

Manchmal fehlt mir ein Wort für etwas, das sich nur sehr schwer beschreiben lässt. Und dann tue ich so, als würde dieses Wort bereits existieren. Manchmal verwende ich ein Wort auch einfach falsch. Eines dieser Worte ist bräzig.

Die Figur „Jess“ aus New Girl ist bräzig. Jajaja, die Serie ist okay…ish. Definitiv keine Empfehlung, aber wir alle müssen ja irgendwie noch ein paar Stunden totschlagen, bis endlich The Breaking DeadWalking Bad … äh… weitergeht. Und wie alle anderen auch hab ich mir die komplette Serie rund um Jessie und Walt jetzt schon dreimal reingezogen. Für einen vierten Durchlauf reicht die Zeit nicht und irgendwie muss ja auch die Zeit zwischen den neuen Folgen überbrückt werden. Also schauen wir andere Serien – und Wilfred finde ich einfach nicht lustig, sorry. New Girl ist als Lückenfüller halbwegs geeignet. Es ist eine Serie ohne viel Tiefgang eines großen Senders. Wie es ein Review auf IMDB ausdrückt: „It’s Friends except not set or made in the nineties.“ Ob ein Vergleich mit Friends ein Lob oder eine Beleidigung ist, darfst du dir jetzt selbst aussuchen. Aufgewachsen damit ist praktisch ja jeder. („Du hast noch nie Friends gesehen? DU HAST NOCH NIE… WAS?!“ (Ich, auf allen Partys, immer.))

Zooey Deschanel, die wir alle in diversen Filmen total schnuckelig fanden und die da immer die gleiche Rolle spielt, ist in New Girl die bräzigste Schauspielerin, die man sich nur vorstellen kann. Alle anderen Figuren entwickeln in all ihrer Klischeehaftigkeit – ein Arsch, ein Normalo, ein Verlierer (Rate mal, mit wem ich mich identifizieren kann?) – soetwas wie Zuschauerbindung. Jake Johnson als Loser-Nick, Max Greenfield als überheblicher Schmidt und Lamorne Morris als Winston sind hervorragende Schauspieler und fantastische Figuren, die man vielleicht mit Abstrichen und nach drölfhundert Staffeln so gerne haben könnte wie Monica, Ross, Joey, Chandler und Phoebe. New Girl-Jess dagegen ist nur bräzig.

Wir haben hier also eine Serie, die solide produziert wird – schließlich haben die Leute von FOX ihre Finger im Spiel -, wir haben ein gutes Setting, diverse Handlungsorte, die Witze sind solide und durch eine Mischung aus Rückblenden- und Handlungshumor wirkt das ganze auch nicht so überzogen, wie man es beispielsweise bei 2 Broke Girls hat. Dazu kommen abwegige Szenarien – sinnbildlich hierfür ist die Szene in der Folge, in der die Mitbewohner entdecken, dass zur Wohnung ein Parkplatz gehört, in der Jess‘ Auto, als sie es abholen will, voller Katzen ist – und eine angenehme Folgenlänge von 20 bis 23 Minuten. Alles superseicht und die Folgen sind praktisch nicht miteinander verbunden (was auch eine unsortiertes Anschauen ermöglicht).

Auch muss ich gestehen, dass Jess in der zweiten Staffel und sogar schon in der zweiten Hälfte der ersten Staffel nicht mehr ganz so bräzig ist. Wie man die Figur aber – wie SPON und FAZ schreiben – für „liebenswürdig“ halten kann, ist mir völlig unverständlich. Man muss nicht schreiend weglaufen, wenn diese Serie ins Programm erbrochen wird. Sie ist solide und okayish. Aber das zwanghafte Popkulturgekuschel und die bräzige Hauptfigur nerven.

New Girl ist eine zeitgemäß produzierte Serie mit gut gewählten Schauspielern – wie gesagt, außer der Hauptfigur – und solidem Inhalt. Man muss sie nicht meiden. Aber liebhaben? Naja.

Dann lieber das zynisch-selbstironische und völlig überzogene Don’t Trust the B—- in Apartment 23, das mit James van der Beek und einigen sehr großartigen Witzen deutlich mehr gefällt und mit der Hauptdarstellerin Krysten Ritter – die wir z.B. aus Breaking Bad oder Gilmore Girls kennen – nicht annähernd so bräzig ist wie New Girl, dessen Review ich mir hier aber mal schenke, zumal die Serie nach einer Staffel ziemlich ausgebrannt wirkt.

Wenn Technik eine Droge ist – und es fühlt sich wie eine Droge an – was genau sind dann die Nebenwirkungen? (Charlie Brooker im Guardian)

100_0350 Diesen Sommer stelle ich kurze Serien vor. Jeden Freitag um Zwölf. Warum steht hier. Heute: Black Mirror.

Black Mirror ist eine technologiekritische britische Mini-Serie von Charlie Brooker. In unzusammenhängenden Episoden werden Welten beschrieben, die nur ein wenig weiter und falscher sind, als unsere Bildschirmgeprägte Welt.

Wer sich die Serie zu Gemüte führen will, dem empfehle ich dringend: Nur eine Folge pro Tag. (Das ist Folter, ja, aber: Nur so weiß man die regelrecht filmhaften Episoden halbwegs zu würdigen. Ist sonst einfach zu viel für den Kopf).

Hier superkurze, spoiler-habende Plots für die sechs Episode, die bisher existierenden:

S01E01: The National Anthem
Die Prinzessin wird entführt und soll nur freigelassen werden, wenn der Premieminister im Fernsehen ein Schwein… fickt. Das ganze ist ein großartig inszenierter Politthriller, der mit einem sehr nachdenklich nachmachenden Ende aufwartet: Die Prinzessin wird vor Ablauf der Frist freigelassen, was jedoch niemand bemerkt, da jeder auf die Demütigung des Premie wartet.

S01E02: 15 Million Merits
Sehr gelungene Parodie auf unsere Medienwelt, in der junge Menschen einem Dasein aus sinnfreier Schinderei nur über Casting-Shows zu entkommen scheinen. Ich persönlich fand die Episode ganz ok, ich las aber auch sehr viele enttäuschte Rezensionen darüber.

S01E03: The Entire History of You
Welche Folgen die komplette Aufzeichnung aller Ereignisse hätte für die Beteiligten. Sehr gelungenes Beziehungsdrama. Soll wohl auch mit Robert Downey Jr. verfilmt werden.

S02E01: Be Right Back
Eine junge Frau verliert ihren Ehemann durch einem Autounfall. Dank Internetquellen, Sprachaufnahmen und einem Service, der aus diesen einen Menschen simuliert, kann sie wieder mit „ihm“ sprechen. Als sie schließlich den Premium-Service nutzt, der einen lebensecht wirkenden Roboter ihres verstorbenen Mann ordert, wirds weird. So richtig weird. Meine absolute Lieblingsfolge und definitiv ein Ansehbefehl.

S02E02: White Bear
Eine Frau wacht ohne Erinnerung auf. Anstatt dass ihr jemand hilft, wird sie nur gefilmt. Aufklärung gibt es dann während des Abspanns. Sehr – sehr – gelungene Folge mit völlig unerwartetem Twist.

S02E03: The Waldo Moment
Eine Cartoon-Figur aus einer Abend-Show kandidiert als Ministerpräsident, um sich über einen anderen Politiker lustig zu machen. Aus Show wird Politikversuch und schließlich Marketing. Medien- und Gesellschaftskritik, allerdings neben den anderen beiden Folgen der Staffel nicht ganz so großartig (was nicht heißt, dass sie schlecht ist.).

So. Und am nächsten Sonntag geht dann ja auch Breaking Bad wieder weiter. Die Durststrecke ist demnach fürs erste überstanden.

Word of advice? Don’t give her money back.

100_0350 Diesen Sommer stelle ich kurze Serien vor. Jeden Freitag um Zwölf. Warum steht hier. Heute: Wonderfalls.

Bevor ich von dieser Serie anfange zu schwärmen, hier die drei großen Mankos von Wonderfalls: 1. Bereits nach einer Staffel abgesetzt. 2. Der bezaubernde Lee Pace kommt trotz Hauptrolle viel zu wenig darin vor. 3. Es gibt keine deutsche Synchronisation, weshalb ich es nur mit ungefähr einem drittel der Leute teilen kann, denen ich diese Serie gerne aufdrängen würde.

Zumindest für letzteres Problem gibt es Lösungsansätze. So kann man mit einem handelsüblichen SRT-Player/Viewer nutzergenerierte Untertitel abspielen, wie man sie zum Beispiel in Foren findet. (Verwendung auf eigene Gefahr.) Auch das „Viel zu wenig Lee Pace“-Problem lässt sich durch mehrfaches Ansehen lösen. Bleibt die Absetzung nach einer Staffel: Als weitgehend abgeschlossene Geschichte macht Wonderfalls keine sonderlichen schlimmen Trennungsschmerzen. Man wird elegant aus der Staffel – und der Serie – geleitet und hat an keiner Stelle das Gefühl, hier um mehr betrogen worden zu sein, als eine weitere tolle Staffel.

Niagara Falls
(Foto: Prayitno CC:BY)

Wonderfalls ist eine Serie von Bryan Fuller (duh!) und Todd Holland (der hat z.B. Malcom mittendrin gemacht) und dreht sich um Jaye Tyler, eine klassische Underachiever-in (Wikipedia schlägt hier „Minderleisterin“ vor. Mir kräuseln sich die Zehennägel wie Curly-Fries (Kringel-Pommes).), die zwar aus gutem Hause kommt, Philosophie studierte, die aber nun – inklusive Trailerpark-Dasein – in einem Andenkenladen am Niagara-Fall arbeitet. („Did you end up over-educated and unemployable like you said in the yearbook?“ – „Yep.“) Eines Tages wird ihr Kollege – der „Mouth breather“ – befördert und ein Wachslöwe mit deformierter Mähne aus einem Automaten richtet ein Wort an sie. Sie hat einen Nervenzusammenbruch. Doch die Tierfiguren – zu denen sich nun auch ein Affe aus dem Büro des Psychologen und Kuscheltiere gesellen -, hören nicht auf mit ihr zu reden. Mit kryptischen Aufforderungen soll Jaye das Leben ihrer Mitmenschen zum besseren wenden. Wie und warum? „Because … you listen.“. Natürlich ist sie mit ihrem Schicksal alles andere als glücklich, hadert mit sich selbst und den verrückten Ereignissen um sie herum und ja, verdammt, dass Bryan Fuller und Todd Holland ihre Finger im Spiel hatten lässt sich wirklich nicht verleugnen.

Wonderfalls ist dabei gerade einmal 13 Episoden stark und der US-Fernsehsender FOX strahlte davon nur 5 aus. Den Rest gibts auf DVD – nach ewigen Fan-Protesten – und in einschlägigen Quellen im Internet. Die Folgen sind 42 Minuten lang, wirken aber deutlich kurzweiliger.

Natürlich gibt es auch eine Rahmenhandlung mit feschem Jungen, Problemüberladener Lovestory, netter Freundin, verrückter Familie – darunter auch wie erwähnt Lee Pace als Aaron Tyler, einem Daheim wohnenden atheistischen Theologie-Studierten („I was fine when existence had no meaning. Meaninglessness in a universe that has no meaning — that I get. But meaninglessness in a universe that has meaning… what does it mean?„) – und jede Menge sehr schön gezeichnete Einmal-Charaktere.

Ich hab mir die ganze Serie innerhalb von zwei Tagen reingezogen – und sie dann direkt nochmal geschaut. Das Spiel mit halben Informationen und Uneindeutigenkeiten – und den daraus resultierenden Schwierigkeiten (Vogelfigur im Käfig: Let him go!) – machen riesigen Spaß und zu allem Überfluss sind auch die redenden Tierfiguren weitgehend gut animiert. Für eine Serie von 2004 eine wirklich sehr ordentliche Leistung.

Und überhaupt. Ansehen. Ich kann die Serie hier gar nicht hoch genug loben. Schau sie dir an. Los jetzt. Keine Wiederrede. (Your welcome.)

Tino wollte noch einen Eintragstitel vorbeibringen.

100_0350 Diesen Sommer stelle ich kurze Serien vor. Jeden Freitag um Zwölf. Warum steht hier. Heute: Willkommen im Leben..

(Dieser Eintrag ist zusammengeschrieben aus zwei Eintragsentwürfen der letzten zwei Monate.)

Als heterosexueller Serienschauer ist man stets einer Frage vor allem von sich selbst ausgesetzt: Mag man eine weibliche Protagonistin vielleicht nur, weil man sie sexuell anziehend findet? Früher bin ich an dieser Frage immer ins Straucheln geraten. Heute habe ich kein Problem mehr mit ihr. Ich lasse zu, dass ich eine Person interessant, süß oder gar anziehend finde. Beispielsweise ist Lindsay aus Freaks & Geeks eine sehr starke Figur und ich kann nicht abstreiten, dass ich ebenso wie Nick nicht auch einen Crush für sie hatte. Ähnliches gilt für die Figuren aus Pushing Daisies, wobei ich heute nicht mehr sagen könnte, ob der Kuchenbäcker oder Chuck süßer ist.

Steckt im Interesse für eine Figur auch ein sexuelles Interesse?

Gerade bei jungen Schauspielerinnen wird diese Frage zur Zerreißprobe. Finde ich eine schauspielerische Leistung würdingenswert oder suche ich nur Ausreden für meine Schwanzsteuerung? So what. Inzwischen blende ich diese Frage bewusst aus. Ich gestehe mir zu jemanden süß zu finden – Junge, Mädchen, Mann, Frau, Tier – ohne dabei die Frage „Steckt dahinter ein sexuelles Interesse?“ zu stellen. Auch, weil ich glaube, dass diese immer währende Frage letztlich zu mehr Falschresultaten führt als zu echten Ergebnissen.

Als ich 15 war sah ich das erste mal „Romeo + Julia“ auf Videokassette. Leonardo DiCaprio mit der klassischen Wortwahl im krassen Kontrast zur modernen Darstellung. Und dann war da Claire Danes. Als ich 15 war – irgendwann mitten in den 2000ern – verknallte ich mich in die 17jährige Claire Danes von der Videokassette. Zumindest glaube ich, dass das damals gewesen sein muss.

Als ich vor einigen Wochen das erste mal die leider nach einer Staffel 1994 eingestellte Serie Willkommen im Leben (My so-called life) sah – mit Claire Dannes als Angela und Jared Leto als Jordan Catalano – kam dieser Teenie-Crush wieder hoch. Claire Dannes war damals 15 Jahre jung, ihr Gegenpart Jared Leto schon 22.

Schauspielerisch überragt Claire die ganze Serie. Irgendwo, zwischen neuen Ideen und Serienklischees (z.B. eine Weihnachtsfolge mit einem Engel), zwischen vielschichtiger Charakterzeichnung und Grungelook habe ich mich in diese Serie verknallt und ein bisschen auch ins sie tragende Quartett Angela, Rickie, Rayanne, Jordan.
Dazu kommen Elternfiguren, die mehr sind als Stichwortgeber der jugendlichen Protagonisten. Dazu kommen glaubhafte Probleme – verheimlichte Homosexualität, Leseschwäche, Alkoholismus, … – und glaubhafte Figuren.

Wie bei den meisten Serien braucht man erst ein oder zwei Folgen, um sich in die Figuren zu fühlen und wirklich warm zu werden. Und auch der Tino-Running-Gag – alle warten und reden über ihn, aber immer vergeblich – funktioniert erst nach ein paar Folgen. Trotzdem: Das diese Serie 1994 lief und nicht erst 2002 überrascht mich. Wirklich – gerade für damalige Zustände (Baywatch) – außergewöhnliche Storylines und Themen machen die Serie auch heute noch sehenswert, vor allem, weil man so oft das Gefühl hat, den Vorgänger dessen zu sehen, was man heute im Fernsehen liebt. Aber Achtung: Wer bei 90er-Jahre-Serienklischees (Full House!) gerollte Zehennägel bekommt, sollte die Serie lieber meiden.

Nun: Ist die schauspielerische Leistung von Claire Dannes so überragend, oder diktiert mir mein Hoseninhalt etwas in den Kopf, was real nicht da ist? Oder ist es noch der kindlich-naive Crush, den ich für diese junge Frau hatte, der mir diese Serie so sympathisch macht? Nein, es ist eine gute Serie. Trotz 90er-Jahre-Grunch-Klischees, trotz heute tausendfach erbrochenem Beziehungsblah, trotz aller Klischees und trotz des zu frühen Endes. Oder… gerade weil.

Und trotzdem bleibt der Restzweifel und das Ekelgefühl vor mir selbst, hier mit einer Serienfigur mitzufühlen, mitzuerleben, deren Darstellerin noch ein Kind ist.

Tote genießen auch ihr Frühstück.

100_0350 Diesen Sommer stelle ich kurze Serien vor. Jeden Freitag um Zwölf. Warum steht hier. Heute: Dead like me.

Mädchen wird von einem Toilettensitz tödlich getroffen und findet sich als Untote wieder, die nun Seelen einsammeln soll, bevor diese die schmerzlichen Erfahrungen des Todes machen müssen. Das ganze wird höchst sarkastisch dargestellt und funktioniert – als Serie – erstaunlich gut.

Traurigerweise ist Seeleneinsammeln kein Beruf, so dass George – das ist die 18jährige Protagonistin – trotzdem ihren nervigen Bürojob weiterführen muss, der sie erst dorthin brachte, wo der Toilettensitz sie töten konnte. Jeden Morgen treffen sich die Seelensammler der Abteilung „Äußere Einflüsse“ im Waffle-Haus und bekommen von ihrem Gruppenleiter Rube Post-it-Zettel mit Name, Ort und angenommenem Todeszeitpunkt überreicht.

Zu kompliziert? Keine Angst. Die Serie verbringt sehr viel Zeit damit, diesen Plot verständlich zu machen. Die 2 Staffeln mit insgesamt 29 Folgen zu je 47 Minuten, sowie ein – eher mieser – Film sind auch in der deutschen Synchronisation angenehme Unterhaltung. Wer Schwarzen Humor schätzt und Serien wie Pushing Daisies (das ja bekanntermaßen aus einer Idee für Dead like me enstand) oder Six Feet Under nicht ganz doof fand, der wird damit eine große Freude haben.

Allerdings sei gewarnt: Mit der zweiten Staffel werden die Witze – teilweise – recht flach, die Storylines dagegen – teilweise – sehr gelungen. Die Spezialeffekte – insbesondere das ins Licht gehen – nimmt mit der Zeit auch sehr ab. Spätestens im Film hat man nicht mehr das Gefühl, hier würde eine verstorbene Seele ins Licht begleitet. Ellen Muth ist in der Hauptrolle eine Art Glücksfall. 10 Jahre vor Grumpy Cat verleiht sie eine Figur zu so viel Leben… Es ist wirklich eine Freude. Aber auch Callum Blue als drogensüchtiger Seelensammler Mason, Laura Harris als naive, selbstverliebte Ex-Schauspielerin Daisy Adair, Jasmine Guy als harte Polizistin Roxy Harvey, Mandy Patinkin als Anführer der Seelensammler und Vaterfigur Rube Sofer und Christine Willes als verrückte Vorgesetzte Delores Diemit („Die mit den großen brauen Augen“) sind gut besetzt. Mit Betty Rohmer (gespielt von Rebecca Gayheart) dagegen wurde ich nicht ganz so warm, auch wenn sie natürlich trotzdem eine sehr gelungene Rolle spielt.

Etwas traurig werde ich, wenn ich daran denke, wie viel besser die Serie noch hätte sein können, wäre Bryan Fuller nicht nach der fünften Folge abgesprungen. Es fühlt sich an manchen Stellen tatsächlich wie ein sarkastisch-lustiges Six Feet Under oder ein graues Pushing Daisies an. Trotzdem… Bryan Fullers Fehlen fällt auf. So ist beispielsweise Georges Familie durchaus konfliktreich angelegt, daraus wird dann aber die 503-mal-gesehene Scheidungsgeschichte gespinnt. Manche Dinge wirken albern – gerade die zwei Staffel strotzt vor flachen Witzen -, andere sind merklich gut durchdacht.

Auch hier gilt aber: Lieber gleich zwei-drei Folgen hintereinander anschauen. Der Pilot – zumindest bei mir – reicht nämlich nicht aus, mich für die Serie zu begeistern. Dann eher noch der – gelungene – Wikipediaeintrag, der alles nochmal und nochmal erklärt. Toll.