Jag är inte här.

Heute war kein guter Tag. Eine Dozentin nannte mich erneut beim falschen Namen, ich bekam keine rechten Sätze hin und letztendlich kontastierte mir die einzige Person, mit der ich regelmäßig Veranstaltungen besuche, ich hätte wohl auf eben diese Dozentin noch keinen Eindruck gemacht. Natürlich hat er damit recht. Und die anderen, mit denen ich kaum ein Wort wechsele. Nicht aus Bosheit oder Arroganz: Ich hab einfach nichts zu sagen. Meine Erzählungen sind bestenfalls langweilig, schlimmstenfalls kompliziert und undurchdacht. (q.e.d.)

Ich habe auch noch nie auf irgendjemand Eindruck gemacht. Niemand hatte je das Gefühl, sich meinen Namen merken zu müssen. Er ist aber auch strunzdumm. Und ich habe ein großes Talent zum Versager.

Heute übe ich mich deshalb wieder in Selbstzweifeln und muss feststellen, dass ich darin immer besser werde. Ich münze neutrale Tatsachen in Anfeindungen um und fühle mich wie als hätte ich nach einem Grillfest drei Tage lang „Meat is Murder“ in Endlosschleife gehört. Diese komische Akzeptanz von eigener Unzulänglichkeit in Personalunion zu tiefsten Selbstverachtung und nochmal sieben anderen Gefühlen, die mich verwirren.

Wenn ich in Gedanken die Menschen aufliste, die mit mir Kontakt hatten, bei denen der Kontakt nicht in einer Zwangssituation (etwa weil sie Familie, Mitbürger oder Teilnehmer gleicher Veranstaltungen, etc.) zustande kam oder durch mich forciert wurde, dann verläuft sich das ganze letztlich auf eine Person, die mir vergangene Woche mitteilte, sie würde nun jeden Mittwoch zum Essen kommen (Yay!), nur um mir diese Woche mitzuteilen, dass dieses mal das letzte wäre (Buh?).

Stinke ich? Oder bin ich so einschläfernd, dass alle vor mir weg wollen? Bedränge ich meine Mitmenschen zu sehr? Mache ich eh nur alles schlecht? Vielleicht trifft auch zu, was Landon über Taylor in Planet der Affen sagt: „But you… You’re no seeker. You’re negative.“ Vielleicht ist das mein Problem. Der Grund, warum ich in einem verdunkelten Zimmer sitze und mit den Leuten, die ich heute traf, kaum ein Wort zu wechseln vermochte.

Vielleicht bin ich nur der Schatten eines Schatten. Vielleicht bin ich gar nicht hier.

Warum soll man die Leute mögen?

Ich kann mit dem Sommer nichts anfangen. Ja, es ist unkreativ heute über das Wetter zu klagen, und ich will mich auch gar nicht beschweren, wenn ich bei jedem Wetterumschwung erstmal krank werde. Das heißt, … doch. Es nervt mich, und jetzt, wo ich nicht in meine beschauliche Heimatstadt zurückkehren kann, in der es um diese Zeit nur Säufer und Rentner gibt, sondern das Sommersemester in meiner überfüllten Universität verbringen werde, nervt es mich noch mehr. Könnte ich mich einschreiben für eine Weltraummission, zu der ich 50 Jahre in Tiefschlaf versetzt werde, um dann auf einem Planeten voller sprechender Affen zu laden, nur, um letztendlich auf Mutantenwesen mit Atombomben-Fetisch zu stoßen… Nun, ich würd’s tun. In Wirklichkeit bin ich aber kein Suchender, sondern nur ein Miesepeter mit empfindlichem Magen.

Sinnbildlich ist dafür vermutlich das weiß gekleidete Sommer-Pärchen, das ich auf meinem Nachhauseweg sah und bei deren überschwänglichen Kuss ich beinahe auf den Bordstein erbrochen hätte. Alle sind verliebt und es scheint, als hätten die Menschen schon seit Monaten darauf gewartet, endlich wieder einen Sonnenbrand zu bekommen. Sie gehen dann Händchenhaltend raus und flanieren in ihren Sonnenbrillen umher, so dass einem die Galle hoch kommt. Die Einzelmenschen sind dabei nicht besser. Auch sie versprühen diese Freude und die Hochgefühle, die auch ein lebendiger Aligator hat, wenn man ihn in einer Suppe kocht. Sowieso: Die Gesellschaftssuppe. Ich habe kein – großes – Problem mit öffentlichem Nahverkehr oder Vorlesungssälen und all dem. Aber ich ertrage die schwitzigen, halb nackten Menschenmassen nicht. Ich ertrage es nicht, wie alle draußen stehen, sich sonnen und scheinbar die ganze Stadt zu einem Strebergarten wird, in dem man sich trifft und Bier trinkt.

Ich brauche jetzt einfach eine oder zwei Wochen, um meine Übelkeit zu überwinden und innerlich mit meinem Leben abzuschließen. Vielleicht hört dann auch mein Magen auf, sich zu drehen, wenn er die Nähe dieser Sich-Gegenseitig-In-den-Mund-Sabberer spürt. Bis dahin verkrieche ich mich in meiner – Achtung, Klischee! – Kellerwohnung und höre Funny van Dannen.

All the Memories make me want to go back there.

Warum schaue ich eigentlich nach über acht Staffeln immer noch How I met your mother? Will ich nach sieben Jahren wirklich immer noch wissen wer die Mutter ist? Diese Frage ist unsinnig. Es ist auch unsinnig, wie sich Leute darüber beschweren, wenn andere angeblich spoilern und Bilder der Schauspielerin veröffentlichen, die angeblich (!) die Mutter sei. Die Serie heißt aus guten Grund nicht „Who the fuck is the mother?“. Es ist „How I met your mother“. Wie lernte ich eure Mutter kennen. Wie das Nibelungenlied – dessen Wendungen, Ereignisse und Ausgang jedes Kind kannte – handelt es sich bei HIMYM nicht um eine „Was?“-Spannung, sondern eine „Wie?“-Spannung.

Man kann also gar nicht spoilern. In wie weit sollte es Ihnen die Freude am Nibelungenlied nehmen, wenn ich ihnen verrate, wer wen umbringt? Das ist zwar nicht völlig egal, aber die Freude am Werk ist doch ihr Verlauf, die Wendungen und kleinen Einzelheiten. Nicht aber die eigentlichen Ereignisse.

Gerade deshalb – aufgrund des Wissens der späteren Folgen – ist die erste Staffel für mich unerträglich geworden. Darin gibt es einige Punkte, kleine Nebensächlichkeiten, die behauptet werden, die im weiteren Verlauf der Serie nicht stimmen. Das „Wie?“ passt also nicht zum „Was?“. Logische Brüche, die so nicht erklärbar sind.

Woher aber die Faszination für diese Serie?

Wirklich interessant wird die Serie erst durch die außergewöhnliche Perspektive, in der sie erzählt wird. Bisher hielt ich das nur für Sprachwissenschaftler interessant, schließlich findet sich hier eine Erzählung in einer Erzählung (teilweise mit Erzählungen in der Erzählung in der Erzählung), was – finde ich – ziemlich awesome ist.

Den menschlichen Blickwinkel darauf habe ich vielleicht wegen der geisteswissenschaftlichen Brille bisher übersehen. In einem Interview von Anfang 2011 (Auf YouTube wurde das Video einen Tag nach Premiere der 125. Folge (s6e13), in der (SPOILER!) Marshall vom Tod seines Vaters erfährt, online gestellt) erzählt Josh Radnor von einem Fan, der die Serie schätzt, weil sie ihm zeigt, dass das Leben, welches er gerade führt, irgendwann seine Erinnerungen sein werden. (Betreffende Stelle im YouTube-Video)

Betrachtet von dieser Perspektive bietet die Serie beides: Einerseits die (eingebildete) Gewissheit, dass es sich trotz aller Krisen und allem Schlechten gerade lohnen wird, dass dies irgendwann Erinnerungen sein werden. Andererseits bedeutet die Möglichkeit, dass das Heute zu Erinnerungen in einer im Moment nur vorgestellten Zukunft wird, dass es eine lebenswerte Zukunft geben wird, in der wir uns an heute erinnern können. Wie sehr das beispielsweise den Konzepten von The Walking Dead, Adventure Time, 2 Broke Girls oder Breaking Bad widerspricht will ich in aller Deutlichkeit unterstreichen: Nicht nur das Jetzt ist lebenswert und awesome und es gibt – vielleicht! – eine Zukunft, auf die man hinarbeiten kann, nein, es wird in der Zukunft ein Erinnern an die gute (und schlechte) Zeit heute geben. Es ist zudem ein Erinnern in eine gute Vergangenheit innerhalb einer guten Gegenwart, die aus unserer Sicht die Zukunft darstellt. (vgl. auch: Warum ich Star Trek: TOS mag.)

Die Serie behauptet also nicht nur, es werde alles gut oder alles sei toll. Nein, die Serie setzt voraus, dass die Protagonisten an einem Punkt ankommen, an dem sie auf ihre Vergangenheit zurückblicken können und diese als „gelungen“ bewerten werden.

In dem Sinne ist HIMYM das in Comedy-Serie gegossene Versprechen, das auch so großartige Kampagnen wie „IT GETS BETTER“ geben. Und Ted Mosby der Held unserer Geschichte, der nicht nur behauptet, dass alles besser wird, sondern der auch erzählt, wie es besser wurde.

HIMYM ist keine Weltrettungsmaschine.

Natürlich ist die Serie nicht dazu ausgelegt, das Leben der Menschen besser zu machen. Vermutlich will sie nicht einmal Moral, Hoffnung oder Irgendwas vermitteln. Sie dient nur dem füllen der Lücken zwischen der Werbung. Auch wird sie bedauerlicherweise mit dem Auftauchen der Mutter als Charakter enden – schlimmstenfalls mit einem Schnelldurchlauf durch die dann gemeinsame Geschichte. Dabei gäbe es noch so viel Stoff. Was hat die Mutter erlebt, bevor sie Ted traf? Wie kam es zu den Kindern und zu deren Jetzt? Es wäre schade, wenn das Finden des Lebenspartners das Ziel und der Endpunkt der Serie wäre, denn dies befördert nur den Irrglauben der meisten Leute, man müsse nur die/den „Richtig_en“ finden, dann wäre alles gut. Dass das Blödsinn ist weiß der gesunde Menschenverstand durchaus, diese Erkenntnis umzusetzen ist er aber spätestens nach der Einnahme des dritten Disney-Liebeskomödien-Abführmittel nicht mehr fähig.

Die letzte Folge müsste folglich noch deutlich weiter in der Zukunft spielen, und eine letzte Rahmenerzählung um diese Geschichte packen: Ted Mosby müsste sich auf seinem Sterbebett glücklich daran erinnern, wie er seinen Kindern die Geschichte seine – und ihres – Lebens erzählt hat und – jajaja, das ist das Ende von Six Feet Under – die Erinnerungen an all das müssten an ihm vorbeischwirren. Und erst dann, erst mit dem Tod des letzten Protagonisten kann die Geschichte enden. (Wenn überhaupt.). Denkbar wäre nämlich auch, dass eines der Kinder bei ihrer Hochzeit die Geschichte erzählt, wie sein Vater seine Mutter traf. Soweit in die Zukunft zu blicken traut sich CBS allerdings ziemlich sicher nicht.

Wahrscheinlicher ist natürlich der Satz: „And that, kids, is how I met your mother.“ (Und Peter so…)

(Auf 9gag gibt es noch ein wunderschönes Gimmick zu einer meiner absoluten Lieblingsfolgen: Die Folge in der Marshalls Vater stirbt hat einen versteckten Countdown und – so zumindest behauptet es dieses Posting – habe Jason Segel nichts vom Ausgang dieser Folge gewusst. Wer die Folge nicht mehr in Erinnerung hat: Lohnt sich nochmal anzusehen. Wirklich.)

„All the Memories make me want to go back there.“ weiterlesen

Mein Bauch weiß nicht, wo ihm der Kopf steht.

Immer noch keine Küche. Immer noch pleite. Immer noch verschnupft.

Wenn man drei Tage lang praktisch nichts anderes isst als Knäckebrot, Nudeln und Toastbrot und dann – weil der geliebte Bruder vorbei kommt – man tatsächlich etwas vorgesetzt bekommt, was nicht nur „Essen“ ist, sondern auch wie solches richt und schmeckt, dann rebelliert erstmal mein Magen.

Ich weiß nicht, was das soll. Es ist ja jetzt nicht so, dass ich und mein Verdauungssystem besonders gute Freunde wären, aber das, was dieses heute Abend gemacht hat, nehme ich ihm schon sehr übel. Das Schnitzel „Wiener Art“ mit Spätzle – ein Gaststätten-Klassiker! – schaffe ich nicht einmal bis zur Hälfte, weil mein Magen schon viel zu früh laut „Stopp“ brüllt und dann versemmelt es der Kellner auch noch, die Reste mir – wie versprochen! – einzupacken. Ein halbes Schnitzel und eine – naja, kleine – Handvoll Spätzle einfach so vergeudet!

Ich setze mich ja in aller Regel nicht für Tierrechte ein (genau so wenig, wie ich mich für Menschenrechte einsetzen würde, insbesondere vor einer Spezies, die sich selbst als „höher“ betrachtet) oder beschwere mich bei Nahrungsmittelverschwendung, aber ein Abendessen, welches voll bezahlt wurde aber nur halb gegessen, das geht mir schon schwer runter.

Neulich Nacht wachte ich auch wiedereinmal schweißgebadet und weinend auf, einfach, weil ich von dem Schnitzel geträumt hatte, welches ich vor gut einem Monat in einer anderen Gaststätte zwar einpacken ließ, dann aber dort vergas. Ein Schnitzel! Ein ganzes Schnitzel! Von einem Tier, das extra für mich geschlachtet wurde (naja, nein, aber, du verstehst was ich meine). Ein ganzes Schnitzel, für das der volle Preis gezahlt wurde, und welches dann doch im Mülleimer landete! Eingepackt in Alu-Folie! Und ich wache noch Wochen später weinend und angstschwitzend auf, weil ich von der ganzen Szenerie träumte.

Ich würde mich ja wegen meiner neuerlichen Fixierung auf Nahrungsmittel und deren – ideellen, finanziellen wie materiellen – Wert in psychologische Beratung begeben, aber … 10 Euro Praxisgebühr … das sind … fast Sieben ein Viertel Kilo Nudeln!

Andere haben ein Bett. Ich habe Bierkästen.

Update: Wie bautest du ein Bett aus Bierkästen?

Bierkastenhochbett

Da sehr viele Google-Suchen diesen Text finden mit der Frage, wie man ein Bett aus Bierkästen baut, hier einmal in aller Kürze, wie ich vorgegangen bin: Gekauft hatte ich mir lediglich fünf Bierkästen (wobei wohl vier auch ausreichend wären), einen recht stabilen Lattenrost mit Strahlrahmen (Amazon-Partnerlink), ein paar Filzgleiter und ein paar Kabelbinder. Lattenrost aufgebaut, Bierkästen umgedreht am Lattenrost mit den Kabelbindern an den Ecken des Lattenrosts fixiert und unter die Bierkästen Filzgleiter geklebt, damit der Boden nicht zerkratzt. Fertig. Wenn ich möchte kann ich das Bett noch etwas höher machen (einfach nochmal ein paar Bierkisten drunter. Rechts sieht man einen Aufbau mit fünf Kästen (zirka 1,60m). Ohne Leiter war das dann nichts für mich.) So dürfte theoretisch auch ein Hochbett aus Bierkästen möglich sein. Vorteil ist hier natürlich, dass man nur recht wenige Bierkästen benötigt und wie bei einem „normalen“ Bett ein wenig Stauraum darunter hat. (Im Gegensatz zur Rund-um-Bierkästen-Methode)

Ursprünglicher Text:
Neulich war der Sohn meines Onkels (in der Bezeichnung von Verwandschaftsverhältnissen bin ich nicht besonders stark. Ist er jetzt mein Neffe?) mein Cousin (danke an Uli und mykke.) hier und hat sein Bett vorbei gebracht. Es ist ein Holzbett, welches offenbar auch als Hochbett eingesetzt werden konnte. Außerdem hat er eine Rollmatratze, die nur darauf wartet ausgepackt zu werden. Außer dem Bett – an dem im Moment noch ein Teil fehlt – ist noch nichts von ihm in der Wohnung. Ich bin also in der angenehmen Situation mich hier entsprechen breit machen zu können – der Kühlschrank ist voll mit meinem „Zeug“, im Flur steht ein Regal und eine Netzwerkfestplatte von mir, vor meinem Zimmer liegt ein großer Teppich und ein Schuhregal, außerdem habe ich mich auch schon in der Küche und im Bad ausgebreitet – und werde vermutlich um jeden Quadratzentimeter kämpfen… Unsinn. Zwar habe ich mich breit gemacht, aber das nur temporär. All meine Sachen – abgesehen vom Küchen-Kram und dem Flurzeugs – steht dort in praktischen Kisten, die ich sofort wieder in mein Zimmer stellen könnte.

Als er neulich hier war und die Teile seines Betts mir durchs Fenster gab (Erdgeschoss rockt übrigens), da stellte ich fest, wie unterschiedlich unsere Einrichtung doch ist und sein würde. Er hat sein altes Bettgestell aus Holz, ich habe eine selbst-„gebaute“ Konstruktion aus einem metallverstärkten Lattenrost, fünf leeren Bierkästen und ein paar Kabelbindern. Es schläft sich darauf hervorragend und ich genieße, dass ich durch die Kästen jederzeit die Höhe ändern könnte oder am Monatsende Teile des Bettes zum vollständigen Wareneinsatz zurückbringen könnte. Wäre mir danach könnte ich ohne große Anpassungen ein Hochbett bauen. Ziehe ich irgendwann hier aus, kann ich den Lattenrost wieder auseinanderschrauben, die Kästen zurückbringen und alle Kosten, die vom Bett selbst bleiben, sind 1,50 Euro für die Kabelbinder (wobei davon noch einige übrig sind).

So ist das also. „Studentenbude“. Ich bin… hoch zufrieden damit.