TüBurger – PI (Rottenburg)

Hmpf! Das Foto ist völliger Mist (ich spare noch für ein brauchbareres Mobiltelefon, Empfehlungen willkommen), zum Schreiben komme ich erst weit eine Woche danach und nach dem Testen des dritten Hamburgers aus dem Rottenburger Burgudadreieck aus FBI, PI und Krok – der Krok-Hamburger liegt leicht vorne, davon gibt es allerdings kein Foto! -, und die Notizen, die ich mir zum PI machte, sind auch irgendwohin verschwunden. Egal.

Von einem Hamburger für 7,50 Euro inklusive Beilage kann man nicht wirklich viel erwarten. Denkt man. Was das Pitcher’s Inn im Rottenburger Industriegebiet damit macht, ist jedenfalls alles andere als falsch. Dementsprechend sind wir dort auch – nachdem wir das FBI aufgegeben haben – relativ häufig.

Dabei ist das PI eigentlich eine Sportgaststätte. Auf großen Leinwänden laufen WM-, EM- und Bundesligaspiele, Getränke und Speisen haben teilweise einen gewissen Stadionflair, es gibt Bowlingbahnen und bei Fußballübertragungen ist oft alles voll. (Außer, wenn Schweden gegen Frankreich gewinnt. Dann prosten uns nur zwei einsame, traurige Franzosen zu.)

Der Hamburger: Übliches Brötchen, galant gebräunt, mit Körnern; ausreichend dickes, aber kein besonderes Fleisch, Soße, Salat, Zwiebeln, dazu Pommes. Aber, und das ist die Stärke des PI: Alles handwerklich einwandfrei. Pommes knackig, aber nicht verbrannt, Cocktailsoße lecker und genug, beim ersten Reinbeißen tropfendes Fett, knackiges Salatblatt, würzige Zwiebeln. Dazu übliche, dicke Bulette. Genau durch, nichts verkohlt, nichts roh. Top. So soll das sein.

Als Deko auf dem Teller ein Tomatenstückchen und eine Gurkenscheibe. Wie aus Trotz, weil ich dieses abbestellt hatte. Das Besteck kam mit Mini-Ausgaben von Twix, Mars und anderen Süßigkeiten. Oben drauf eine – wie auch schon bei vorherigen Besuchen – sehr freundliche Kellerin. Der Service – und hier reicht schon als Unterscheidung die alte Frage „Möchten Sie noch etwas trinken?“ – ist ohnehin meist zügig und auf zack. Die Karte ist – neben den Burgern – recht ausgewogen. Mein Tipp: Die scharfe – und hier ist das kein leeres Werbeversprechen – Currywurst.

π von 5 Pins.

TüBurger – McDonalds

Es gibt keinen Grund die Burger von McDonalds zu testen. Sie sind weder gut, noch günstig, noch schmackhaft. „Der Hunger treibts rein“ pflegt mein Bruder zu sagen. Nach einer Fressattacke bleibt ein flaues Gefühl zurück – und nicht nur im Magen. Das Fleisch ist nicht gut. Das Brötchen lätschig. Der Salat hat nur noch im Namen etwas mit seinen Artgenossen zu tun. Der versprochene Bacon? Verschwunden. Die Pommes an der Grenze zur Menschenrechtsverletzung.

Im Auto unterhalte ich mich mit meinem Bruder, warum wir eigentlich hier seien und nun auf einem Parkplatz auf unser „Essen“ warten. Letztlich seien wir nur faul. Am Geschmack, Preis oder auch nur der Schnelligkeit kann es nicht liegen. Ich denke an die Versuche, Nährstoffzufuhr durch alternative Nahrungformen zuzuführen. Wird Zeit, dass Soylent (hier die Campagnienseite) auch in Europa käuflich wird.

2013-12-08 20.14.32.jpg

Eine von Fünftausendundvierzig wegzuwerfenden Verpackungsmaterialien.

(Dabei gibt es gute Burgerketten. Man denke nur an die belgischen Quick-Fastfood-Läden.)

TüBurger – Udo-Snack

Ein Besuch bei Udo auf dem Parktplatz des ehemaligen Marktkauf – heute EDEKA E-center – gleicht einem Besuch in einer glorreicheren Burger-Zeit. Die Gurken sind geraspelt und von mir stets abbestellt, die Zwiebeln zwiebelig, der Salat knackig. Die Brötchen ohne unnötige Kerner oder anderen Quatsch, leicht angedunkelt auf dem Herd, aber nie verbrannt. Die Burgerbratlinge elegant, aber nicht übertrieben gewürzt, die Burgersoße ein kleiner Traum.


[Archivfoto]

Ok, das mag vielleicht etwas überspitzt sein, aber: Die Burger von Udo haben eine gleichbleibend hohe Qualität, die Pommes werden frisch zubereitet und die Preise sind okay. Zwar sehen die Burger klein aus, machen aber ausreichend satt. Manche Kuriositäten der Karte kann man sich zwar schenken – angefangen bei den Chickenwings, serviert auf einem Salatblatt und mit Brötchen (Höh?), über die Salate (Wer ist in nem Imbiss einen Salat?!) bis hin zu Kartoffelpuffern, die so lange in der Friteuse liegen, dass man – gefühlt – das mitgelieferte Plastikbesteck damit zerschneiden könnte. Aber die Burger, Pommes und Currywurst – und das ist letztlich, was zählt – sind köstlich und kritikresistent.

Wir bestellten routiniert, ich einen Hamburger, Pommes und „– äh… diese… Chickenwings…dinger“, er Cheese, Pommes und „Kartoffelpuffer“ (Wertung dafür siehe oben). Was drauf soll auf die Pommes, was auf die Burger solle, eingetippt in die Kasse, wir bezahlen, genießen. Am Nebentisch ein junger Mann, der nur Englisch spricht. Drüben ein paar junge Leute, die wohl gerade tanzen waren oder gehen werden, auf der anderen Seite ein paar Kinder, die mit ihren Handys spielen und auf ihr Essen warten. Wir genießen einfach. Ich vergesse mein Foto zu machen, dabei wäre es auch nicht fotografierenswert. Udos Burger glänzen nicht durch ein elegantes Aussehen oder durch irgendwelche Fanciness, sondern weil sie sich einen Geschmack bewahrt haben nach einer besseren, einfacheren Zeit, als ein Burger noch ein Burger sein konnte.

Keine Auswahl aus hundertausend Burgersoßen, keine komische Garnierung oder aufwendige, goldberandete Porzellanteller (serviert wird auf einem Papptellerchen) stören also die Schlichtheit dieses Imbisses, keine 12 unterschiedlichen Bulettengrößen verwirren den Gast, keine Freiland-Tomaten mit Fachabitur in Wasserwirtschaft buhlen um die Aufmerksamkeit. Es sind einfache, aber gelungene Zutaten. Die Burgervariationen begrenzen sich auf eine Durchmischung oder Weglassen der Zutaten Bratling (Gemüse oder Fleisch), Käse, Ananas („Hawaii“), Ei. Mehr braucht es nicht – abgesehen von der durchaus ab und an lohnenswerten Dopplung der Zutaten – für einen guten Burger.

Die Mitarbeiterinnen, rot be-t-shirt, imbiss-freundlich, mit einen guten Gespür für die richtige Bratzeit, sind der herzförmige Punkt auf dem i in besuchenswert hingeh-würdig. Kein falsches Lächeln, kein Umgarnen des Gastes mit Small-Talk, wie er einem in manch anderen Läden aufgezwungen wird. Von den Mitarbeitern, über die Zutaten, die Speisekarte bis hin zu den klischeehaften Tabletts, fühlt sich alles hier genau richtig an.

217 von 308 Zahnstochern zum Pommes essen

Zum Vergleich: Stefans Rezession des Udo Snack in Stuttgart, der nicht mehr von der Familie des Gründers betrieben wird, sondern nur noch so heißt.

TüBurger – FBI Diner (Rottenburg)

An den Burgern vom FBI in Tübingens kleinem Nachbar Rottenburg gibt es überhaupt nichts auszusetzen. Eigentlich. Über die Jahre durfte ich unzählige Bedienungen und Köche kennenlernen. Es gab Wochen, in denen waren wir drei Mal dort. Und ich erinnere mich nur zu gut an kalte, mitgenommene FBI-Burger, die ich voller Genuss mitten in der Nacht verzehrte absorbierte. Es war eine großartige Zeit. (Eine Erinnerungsbasierte Burgerkritik.)

Burger
[Archivfoto.]

Die Burger vom FBI haben ein dickes Fleisch, Fertigbrötchen mit Körnern, die richtige Menge Burgersoße, Salat geschnitten, nicht als Blatt und Zwiebeln als Ringe. Die Gurken und Tomaten, die in den Jahren dort manchmal trotzdem mitkamen, obwohl ich sie abbestellt hatte, wurden stets runtergepuhlt. Dazu konnte man wählen zwischen Pommes und Kartoffelspalten. Zu besonderen Aktionen gab es auch übertrieben große oder selbst zusammengestellte Burger.

Zusammen mit einer Umgestaltung – in Gelb-Blau – wurden die Preise erhöht und einige unserer geliebten Wochenaktionen abgeschafft. Wir schworen uns: Ab jetzt gehen wir nicht mehr ins FBI.

Doch wie es so ist mit Stammlokalen, kommt man davon einfach nicht so leicht los. Es gibt dabei unzählige Anekdoten, die ich hier nicht zu Ende erzählen werde, die sich rund ums FBI abgespielt haben. An einem irritierenden Herbsttag etwa weigerte ich mich – aus Erfahrung, dass meine Anwesenheit nur alles schlimmer machte -, meine damalige Flickvän zu trösten, die draußen vor der Tür weinte. Ich bestellte mir während dessen einfach einen Hamburger. Die ganze Geschichte erzähle ich bei Gelegenheit bei einem Bier, aber jedenfalls nicht im FBI.

Nicht, dass das FBI schlechter geworden wäre oder die erneute Preiserhöhung, die die immernoch recht leckeren Burger irgendwo um die 10 Euro ansiedelte, uns verschreckt hätte. Wir waren es nur leid. Leid, wenn das Lokal halb kollabierte, weil die Hälfte der Tische belegt war. Wenn 30 Minuten lang Gäste auf ihre Getränke warten mussten, die schon am Tresen bereit standen. Für uns war das kein Problem, denn wir wussten inzwischen, wie es läuft. Wir redeten lange, mein Kumpel stellte uns seine Freundin vor und wir hatten mehr als genug Gelegenheit, sie auszufragen. Es war eine gute Zeit.

Wenn nichts los war quatschten wir mit den Bedienungen. Eine erklärte uns einmal, sie würde den Chef nicht rufen, wenn der Laden voll sei, weil sie sonst das Trinkgeld teilen müsse. Wir verstanden, aber waren ebenso aufgebracht. Ein Lokal dieser Größe mit zwei Kellner_innen zu besetzen war einfach leichtsinnig. Der Chef, den man in einer kleinen Stadt wie Rottenburg wenigstens vom Sehen kennt – oft radelt er mit seinen Kindern auf einem Lastenfahrrad durch die Gegend -, scheint zu abwesend zu sein. Manchmal war der Laden völlig überfüllt, manchmal waren wir die einzigen Gäste. Manchmal funktionierte alles einwandfrei, dann wieder nicht. Aber wir gewöhnten uns daran, bis wir uns irgendwann doch davon losrissen.

Inzwischen waren Aktionen wie das Spar-Rips-All-you-can-eat bis zur Unkenntlichkeit verändert worden, der Zweite-Burger-Gratis-Tag in Zweite-Burger-Billiger-Tag verwaschen und der Pizzatag nur noch die Hülle seiner Selbst. Es war überfällig, dass wir verschwinden. Als wir vor einigen Wochen noch einmal dort waren – im Fernsehen lief ein Fußballspiel und der Laden war voll – warteten die Gäste an anderen Tischen weit über eine halbe Stunde, um auch nur überhaupt ein „Hallo“ zu hören. Und die Mitarbeiterinnen kämpften mit der neuen Handy-App-basierten Technik. Warum man nicht mehr Mitarbeiter – zumindest in Stoßzeiten – einsetzte statt ständig neue Dinge auszuprobieren kann ich mir bis heute nicht erklären. Aber wir beschlossen, jetzt wirklich nicht mehr dort hinzugehen.

Trotzdem, und wir können uns das nicht erklären, ist das Lokal so beliebt wie nie. Vielleicht liegt es ja doch an den – zumindest in meiner Erinnerung – guten Burgern.

3545 von 5000 ignorierten Kunden.

TüBurger – X

Es gibt kaum etwas sinnvolleres am ersten Schneemontag im November, als völlig unterkühlt in einen Imbiss zu gehen und sich einen heißen Burger zu bestellen. Hingesetzt, Burger bestellt, an Stefan von JustAnotherHero denken müssen und Handy gezückt. Ab jetzt plagiiere ich das Burger Blog. Vielleicht als #TüBurger? Hm.

XXL Burger von X in Tübingen
[Handyfoto in gewohnt schlechter Qualität.]

Wie dem auch sei. Der beste Laden um in Tübingen das Burgeressen anzufangen ist traditionsgemäß das X in der Innenstadt. Schon mein Vater schob sich dort leckere Currywurst und auch Burger zwischen die Kiemen. Das X hat Tradition. Eröffnet wurde es 1972 unter dem Motto „gut, schnell und preiswert“. Mehr dazu in der Tüpedia.

Ich und mein Bruder bestellten uns einen XXL-Burger – allerdings ohne Tomate und Gurke (Steinigt mich, Burgerkenner). Erstere vertrage ich unverarbeitet schlicht nicht, letztere mag ich auf Burger nicht so gerne. Der XXL-Burger vom X hat eine relativ dünne Bulette, ordentlich Salat, die klassische Ketchup-Majo-Mischung als Soße und ein richtiges Brötchen. Die Preise sind relativ moderat, Bedienung ungewöhnlich freundlich für einen Imbiss, die Ausstattung weitgehend neu/gepflegt und sauber (Wir waren gegen 20 Uhr dort). Im Obergeschoss gibt es einen Raucherbereich, im Untergeschoss ein paar Tische zum Sitzen und Stehtische im Eingangsbereich.

Mir persönlich war das Fleisch deutlich zu dünn für einen „XXL-Burger“. Das Verhältnis zwischen Brötchen – das dagegen sehr gut war – stimmte einfach nicht. Salat war genug. Soße eben Ketchup-Majo. Trotz absoluter Kultimbiss – Wer noch nie im X war, der war auch nicht in Tübingen. – kann ich das also nicht uneingeschränkt empfehlen. Definitiv ein guter Burger, aber auch definitiv nicht Da-musste-hin.

3 von 5 runtergepulten Gurkenscheiben.

Bonusanekdote: Als wir in gleicher Konstellation vor einigen Jahren einmal – ebenfalls bei Schneefall – im X saßen, wurde der betrunkene (?) Gast neben uns herausgeworfen, weil er sich Spätzle zum Essen mitgebracht hatte (*Kausalzusammenhang fraglich). Auf seinen Vorschlag, sich noch Pommes dazu zu bestellen, wurde dann auch nichts. Wir waren zutiefst irritiert – von der Gesamtsituation.