*Denn unsere Ansprüche sind sehr niedrig.

Kennen Sie diese Shows bei MTV, bei denen Leute etwas bekommen (wie z.B. Pimp my Ride, bei dem die Teilnehmer ihr Auto „aufgehübscht“ erhalten) und dann völlig ausrasten? Nun, ungefähr so bin ich gerade ausgerastet, als ich in der zukünftigen Küche meiner Wohnung einen Kühlschrank (!!!) und einen W-Lan-Router (!!!!!!!!!) fand.

Und während ich derart ausrastete fühlte ich mich plötzlich an Pete’s Comic neulich erinnert. Meine Ansprüche an eine Wohnung, ja vermutlich sogar meine Ansprüche an mein Leben sind alles andere als hoch. Und ich weiß nicht, warum ich nicht nach höherem Strebe. Mehr verlange. Mehr einfordere. Bin ich zur Genügsamkeit erzogen oder machen alle die Zukunftsvisionen mir zuviel Angst, als dass ich etwas mehr von meinem Leben wöllte als ein kleines bisschen Sicherheit? Zehn Quadratmeter, eine Küche, ein Bad. Nicht hungern müssen und vielleicht eine gute Internetanbindung. Diese sehr niedrigen Ansprüche finden sich auch in anderen Bereichen wieder und ich glaube, es geht nicht nur mir so. Vielleicht ist das unsere heutige Form des Bidermaiers. Weil es kein „Zuhause“ gibt, kein „Privates“, in das wir uns verkriechen könnten verstecken wir uns im Netz und sind mit allem zufrieden, was uns nur gegeben wird.

Vielleicht sind wir auch so geprägt von negativen Utopien und Filmen wie Network. Vielleicht… vielleicht… Ich weiß es nicht.

Es ist so, dass du fehlst

Eine Wohnung zu beziehen hatte ich mir deutlich weniger kompliziert vorgestellt.

Diese 10 qm warten auf meinen Einzug.

Nicht, dass es tatsächliche Probleme gäbe. Ich selbst bin ganz zufrieden. Ein paar Flecken an der Wand, noch keine Küche und auch dem Badezimmer fehlen noch relevante Teile. Tatsächlich stört mich nur, dass es im Moment weder Telefon- noch Internetanschluss gibt („Ich kann so nicht arbeiten!“) und ich – wenn ich denn Geschirr hätte – dieses im Badezimmer spülen müsste.

Aber, immerhin hängen jetzt Lampen in den meisten Zimmern und wirklich gestört von all den kleinen Mängeln und „Abers“ fühlen sich nur meine Freunde. Für sie sind „diese Zustände […] unzumutbar“. Ich könnte damit leben. Ich würde vermutlich mit wehenden Fahnen dort einziehen, wenn es denn, ja, wenn es denn einen Internetanschluss gäbe. Und ich einen Schlüssel für den Briefkasten hätte. Und ich all die kleinen Kleinigkeiten, die zu einer vernünftigen Erstausstattung einer Wohnung gehören („Ein Besen!“, „Ein Eimer!“, „Spülmittel!“, „Ein Duschvorhang!“, „Ein paar Pfannen, ein Wasserkocher, Gabeln, Messer, Teller und Gläser“, …) habe ich natürlich auch noch nicht. (Spotify-Link)

Andererseits muss ich natürlich bedenken, je später ich einziehe, desto später beginne ich Miete zu bezahlen und desto früher muss ich erkennen, wie aufgeschmissen alleine ich eigentlich für mich allein bin.