Schöne oder frohe Weihnachten?

Es entbrennt gerade wieder ein Streit um eine Grundsatzfrage: Wünschen wir uns schöne oder frohe (oder gar fröhliche) Weihnachten, Feiertage, etc.? Die Kirchen sind natürlich bei dieser Grundsatzfrage ebenso fein raus, wie beim Thema Evolution. Sie sprechen einfach von einer besinnlichen, gesegneten Weihnachtszeit, und umgehen damit den alten Kampf schön gegen froh.

Team Froh ist mit seinem Bruder fröhlich seit jeher sehr gut aufgestellt. Jedoch holt Team Schön von Jahr zu Jahr auf. Es ist anders, geschliffener, übergreifender, anerkannter. froh zährt lediglich Jahr für Jahr von seiner Substanz. froh bleibt die Weihnachtszeit nur, weil der Begriff über so lange Zeit Verwendung fand und die alljährlichen Standardbriefe nicht angepasst werden. Aber die gesprochene Sprache hat die alten Schriftstücke längst überholt. Das viel allgemeinere schöne Weihnachten hat längst seinen widrigsten Widersacher überrumpelt. Bis zum Sieg dauert es aber noch. Zu fest sitzt die alte Wortkombination in den Köpfen. Aber längst rollen alte Köpfe. Wird schön am Ende also siegen?

Vielleicht nicht: Eine letzte Chance bleibt der fröhlichen Weihnachtszeit, sich gegen ihre Widersacher zu behaupten. Ausgerechnet der Anglikanische Raum mit seiner „Merry X-Mas“ könnte das fröhliche wieder populär machen – und damit auch seinem Bruder froh helfen.

Äh… hohoho?

Christbaum

Weihnachtsstimmung is‘ halt irgendwie anders.

Ich weiß auch nicht, was mit mir los ist. Aus undurchsichtigen Gründen bin ich alles andere als in Weihnachtsstimmung. Die Dekoration in der Schule und den Geschäften wirken nur wie Fremdkörper und anstatt mich über die Geschenke, die mit der Post eintrudeln (okok, eins von duda) zu freuen, fühle ich mich eher schlecht. Warum? Aus der Nicht-Weihnachtsstimmung heraus habe ich auch keine Geschenke gekauft. Nun gibt es drei unterschiedliche Möglichkeiten, wie ich mit dem heute angekommen Geschenk umgehen kann:

1.) Duda schenkt aus dem Willen heraus, mir etwas gutes zu tun oder ihr eigenes Gewissen zu verbessern. Geschenke müssen allgemein nicht erwidert werden.

2.) Ich kaufe jetzt noch schnell irgendwas und schicke es per Express nach Berlin.

3.) Ich schenke Duda in den vergangenen Jahren schon „Größeres“, so dass ich noch gutes Karma übrig habe.

Zur ersten Mögichkeit, Zur zweiten Möglichkeit, Zur dritten Möglichkeit

Was also tun? Ich weiß es nicht. Im Moment schwirrt mir einfach zu viel im Kopf herum, und ich weiß wirklich nicht, was ich machen soll – oder will.

Weihnachtszeitschleife

Man wacht auf, um Zehn oder Elf Uhr in der Früh, und dreht sich um, denkt sich, heute ist doch eh nichts los. Wie Sonntags. Ja, genau. Zwei Sonntage, direkt hintereinander. Dann kommt – ein von mir sehr ersehnter – Samstag und danach – Oh Wunder – ein weiterer Sonntag.

woman

Ich persönlich fühle mich an Weihnachten immer ein wenig wie in einer Zeitschleife gefangen. Es gibt zwar dieses Jahr – ists jemand aufgefallen? – keine Weihnachtsaktion in diesem Blog, aber trotzdem ist alles wie das Jahr davor, und – selbstverständlich – das Jahr davor. Die selben Halbschönen Geschenke, die gleiche langweilige, langsam zerfallende Verwandschaft, die selben dummen Spiele, der gleiche alte Christbaum, bei uns ungeschmückt, bei anderen wie jedes Jahr. „Alle Jahre wieder“ singen die Kinder. Je älter ich werde, desto mehr entdecke ich die versteckte Drohung dahinter. „Alle Jahre wieder“, es gibt kein Entkommen, keine Rettung.

Vielleicht befinde ich mich auch insgesamt in einer Zeitschleife. Einer äußerst langen, aber dennoch einer Zeitschleife. Das würde meine ständigen (weihnachtlichen) Déjà-vu-Erlebnisse erklären und auch meine inzwischen unangenehme Müdigkeit. Dicke Augenringe. Egal.

Heute morgen stand ich – wie erwähnt – sonntagsgefühlsmäßig auf, saß unten ins Wohnzimmer und bereicherte mein Leben mit ein wenig Lachen, in dem ich die Wiederholung von „GIGA THE SHOW“ ansah. Weihnachtsausgabe. Und so. Einer erzählte von seinem Drehbuch. „Here comes the Bus“. Ein Film, der eigentlich nur daraus besteht, dass ständig irgendwo, wo es eigentlich unwahrscheinlich ist, einen Bus anzutreffen, einer auftaucht. Ich würde mir einen solchen Film ansehen – sofern nicht die üblichen Verdächtigen (Adam Sandler, etc. pp.) mitspielen und man das Konzept nicht auf Komödie trimmt. Wieauchimmer. Duschen, im Spiegel ansehen und feststellen, wie unlebendig ich schon aussehe, anziehen, und hier entdecken, das sogut wie niemand heute schon gebloggt hat.

Aber, eigentlich hätte ich es wissen müssen, schließlich habe ich das ja – wie oben erwähnt – das alles schon erlebt. Nacher: Essen, Kaffee bei Großmutter, Abendessen, Schlafen.

Irgendwo am anderen Ende der Gedanken sitzen Langeweile und Beliebtsein in Schwarzweiß an einem Tisch und senden mir böse Vorahnungen. „The same procedure as last year, Miss … Boredom?“ fragt er. „The same procedure as every year, Beliebtsein“ antwortet sie. Prost!