Die Marken haben gewonnen.

Müsste ich ein YouTube-Video aussuchen, dass die Probleme unserer Konsumgesellschaft in wenige Minuten fasst, dann wäre es mir heute begegnet. Ich weiß gar nicht wie und warum ich heute auf das „L.A. Beast“ gestoßen bin, aber ich sah einige seiner Videos und wie er dämliche Sachen vor der Kamera tat und teilweise erbrach (wie im unteren Video), oder sich verletzte und … dann macht er einfach weiter. Redet dummes Zeugs. Ich hoffe ja, dass sich hier jemand lustig machen möchte. Ich hoffe, das LA-Monster ist ein Schauspieler und sein Erbrochenes nur Filmkotze, aber die Grenzen zwischen schlimmer Realität und schlechtem Schauspiel sind heute so undurchsichtig wie… eine Pepsi Cola.
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Ist die Zombieapokalypse der Biedermaier unserer Zeit?

Seien wir ehrlich: Keiner von uns würde auch nur fünf Minuten in einer echten Zombieapokalypse überleben. Die eine Hälfte würde in kürzester Zeit gefressen, gebissen, erschossen oder sowas werden, die andere Hälfte würde sich aufgrund des ausgefallenen Stroms an einem Ladekabel erhängen.

Stockholmer Bahnhof

Ohne Wikipedia, ohne Twitter, ohne deine Mutti, die du dreimal im Monat mit deiner Festnetflat anrufst, würde doch keiner von uns auch nur drei Tage überstehen. Zumindest nicht, wenn diese nicht von vorn bis hinten durchgeplant sind. Ist eine Zombieapokalypse planbar? Fangfrage! Natürlich gibt es diese Sorte Typen, Marke Südstaatenwaffenfascho, die sich vor allem eine Zombieapokalypse wünschen, um endlich mal hemmungslos allem und jedem ins Gesicht zu schießen. Und dann wären da noch die Warlords in diversen Ländern, die wohl auch kein Problem mit Zombies hätten, da diese schlicht nur bedeuten, nochmal eine Kugel nachlegen zu müssen. Aber der Durchschnittsbürger? Als Internetmensch mit halbwegs aufgeklärten Werten hat man ja schon wochenlange, psychische Probleme, wenn man eine Katze überfuhr, aber ein dich fressen wollendes Wesen, das aussieht wie dein Mitbewohner? Man wäre erstmal schockgelähmt von all den moralischen, technischen und biologischen Fragen, die ein solches Ereignis heraufbeschwören würde. Noch bevor man „Siri, definiere Zombieapokalypse“ sagen kann, hätte der Ex-Mitbewohner schon einen vollen Magen.

Der Durchschnittsnerdtwitterer mit Vorliebe für das Hinterfragen von Zombieserien kann ja kaum sein eigenes Körpergewicht beim Sex stemmen – was er, zugegebenermaßen, auch eher selten übt -, wie soll er da gegen Zombieherden kämpfen? Wie soll er den Zombie, der ihm gerade van-Gogh-esk das Ohr abzukauen versucht, wegschubsen? „Entschuldigen Sie bitte, das Ohr würde ich gerne… Ej!!“ Klar, die gewisse Menschenscheu, die mag da von Vorteil sein. Aber wenn wir ehrlich sind weiß niemand von uns, wie man mit diesen Biestern umgehen soll, wenn sie mal in die Nähe kommen (Bedauerlicherweise gilt das sowohl für Biester im Sinne von Menschen als auch für Biester im Sinne von Zombies).

Der Durchschnittsnerdtwitterer kann Google richtig nutzen, bekommt Abends Kurzmitteilungen zu Fachfragen zu LOTR oder kann diese Star-Trek/Star-Wars-Unterscheidung nicht nur interlektuell nachvollziehen, sondern auch anwenden. Außer, Zombies lassen sich tatsächlich in ein Dungeons-&-Dragons-Spiel verwickeln oder haben Probleme mit ihrem E-Mail-Programm, ist für den Durchschnittsnerdtwitterer bei einer Zombieapokalypse nichts mehr zu machen, außer ihm freundlich lächeln in den Kopf zu schießen, fünf Minuten nach Ausbruch der Krankheit (ganz hipster-esk infiziert, bevor es cool war).

Warum ist dieses Genre dennoch so beliebt unter den Bildungsgewinnern und Gesellschaftsverlieren? Ist es die Vorstellung, eine solche Unglückssituation könne uns zusammenschweißen und so endlich die Möchtegern-Unterschiede aufheben, unter denen wir immer noch eine Ungleichheit zwischen uns und den anderen imaginieren? Ist es die Angst vor den Menschen, die tief in uns steckt – geboren aus den schlechten Erfahrungen mit Einzelnen – die uns ja gerade zu hoffen lässt, dass diese Angst mehr als nur ein Hirngespinnst ist, sondern ein Hirnesser? Ist die Zombieapokalypse die Umwertung aller Werte? Die Geburt des Übermenschen? Ist es ein gesellschaftlicher Konstrukt? Oder suchen wir nur Ausreden, damit wir schön intellektuell wirken neben den Alarm-für-Cobra-11-Sehern und Auf-einen-Formel1-Umfall-Warter, dabei wollen wir doch auch nur das Blut spritzen sehen? Oder, ist es dieser kleine Schmerz, wenn eine Figur stirbt, die wir mögen, der uns fühlen lässt, dass wir nach all der Scheiße noch menschlich sind? Ja, ist es genau das? Führt uns die Idee der Zombieapokalypse unsere inneren Hoffnungen und Ängst vor einer Nichterfüllung der gesamtgesellschaftlichen Menschlichkeit vor? Missbrauchen wir die Zombieapokalypse am Ende nur für sinnfreie Blogeinträge aus lauter Fragen?

Vielleicht ist die zwanghafte Vorstellung eines Weltenendes die stille Hoffnung auf ein Anderes Weiterkommen. Vielleicht wünschen wir uns insgeheim eine Welt, in der wir kein Foto des gerade geschlachteten Zombies machen und bei Instagram posten. Vielleicht brauchen wir eine Welt, in der aus dem Zombiemädchen kein „Overly Attached Zombie Girl“-Meme wird. Die Zombieapokalypse ist die Idee des Wegkommens mit allen Mitteln. Die letzte Alternative, wenn Willenskraft nicht ausreicht. Dabei ist es egal, ob man letztlich bei dem Überlebenden steht oder nach diesen hungert. An einem Punkt, an dem eine Zombieapokalypse eine Hoffnungsvision ist, ist der mögliche eigene Tod kein Faktor mehr. Go ahead and kill me.

Eigentlich ist alles egal. Alles ist egal, wenn die Tage immer gleich ablaufen. Aufstehen, Scheitern, zurückkriechen. Wir fühlen uns machtlos, bedeutungslos, sinnlos, alternativlos. Und das Alternativ-Los ist auch ne Niete. Die Vorstellung der Zombieapokalypse ist ein Rückzug. Ein Rückzug in eine Vorstellungswelt, in der wir nicht so hilflos sind und die uns zerfressenden Bedrohungen materiell sichtbar werden. Wo wir zerrissen werden – und das nicht nur gefühlt. Die Zombieapokalypse ist eine Kampfaufgabe, bis größere Aufgaben zum daran Scheitern da sind.

Übrigens findet sich in meinem Zombie-Survival-Rucksack auch eine schwedische Fahne. Aus Gründen. Falls ich mich dazu aufraffen kann gibts hier demnächst noch mehr zu Zombiethemen. Vielleicht versuche ich mich sogar an einer Klassifizierung… Wahrscheinlicher ist jedoch, dass wir alle am Sonntag The Walking Dead schauen und genau nichts passiert.

Filterbubble: Eine Liebesgeschichte.

Wir alle wissen, was für ein kalter, grausamer Ort dieser Steinklumpen im Weltall, den wir unsere Heimat schimpfen, ist. Obwohl es uns anders versprochen wurde gibt es immer noch keine ernstzunehmende Raumfahrt, keine Besiedelung anderer Planeten, keine verdammte Mondstation. Immer noch ärgern wir uns herum mit unseren Jobs – fallen gar mit 400-Euro-Jobs und Hartz IV in Leibeigenenzustände zurück, die längst überwunden schienen.

In der Gegend der Erde, auf dem ich die meiste Zeit meines Lebens verbrachte, gibt es Polizisten, die derart radikal sind, dass es selbst Mitglieder des Ku Kux Klans „too much“ finden (fefe). In der Stadt, in der ich lebe, wurde die letzte zivilrechtliche Todesstafe verhängt (Wikipedia). Von der Schießerei heute (?) und dem wirklich erbärmlichen (!) „Mehr Waffen = Mehr Sicherheit“ der Waffenlobby (Twitter) will ich gar nicht erst anfangen.

Ich will nicht hören, wie viele Leute heute gestorben sind und wer sie umgebracht hat. Ich will nichts lesen von irgendwelchen Busunglücken und abgestürzten Flugzeugen. Ich will keine Geschichten über grausame Morde lesen müssen, nur, weil diese gerade passiert sind. Ich will kein Rotten.com jedes mal, wenn ich eine Zeitung aufschlage. Die Unglücksgeilheit der meisten Medien – und ihrer Konsumenten – deprimiert mich.

Ziehe ich mich also zurück? Nein. Aber ich begrenze meinen Medienkonsum und wähle anders aus. Ich lese inzwischen ganz gerne die Mädchenmannschaft, wenn ich mich über Sexismus aufregen möchte, und ich lese Fefe, wenn ich mich über Verschwörungsquatsch aufregen will. Ich lese ab und an auch das Lawblog, um über so mache Juristerei zu erbrechen. Spült ein wichtiges Ereignis Links in meine Twitter-Timeline, dann lese ich diese auch (selbst, wenn es Verlagsinhalte sind). Andererseits verpasse ich auch sehr viel schlimmes. (Von der Brandkatastrophe in einem Behindertenheim erfuhr ich nur wegen den Fahnen auf Halbmast in meinem Heimatort.)

Ist es etwas schlechtes? Wenn man nicht mehr von allen Katastrophen hört? Wenn man nicht mehr jeden Tag den Strudel aus Gewalt, Feindseligkeit und Werbeunterbrechungen ausgesetzt ist? Wenn man nicht von jedem Klowandeinfall der CSU hört?

Im Gegenteil. Ich genieße meine Nachrichtennaivität, meine Gute-Welt-Filterbubble. Anstatt mich wie vor einigen Jahren noch vollständig und mindestens tagesaktuell zu informieren, Hintergründe zu erforschen und Quellen zu lesen schaue ich nun… Katzenvideos.

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Ich ertrage all die schlimmen Sachen nicht mehr. Ich will nichts von den Hintergründen erfahren und weigere mich, anzuerkennen, das hinter jedem schönen Bild auch eine schlimme Geschichte stecken mag. Dass hinter dem IKEA Monkey eine Geschichte von Tierquälerei steckt, will ich gar nicht wissen. Lieber schaue ich mir zum 30 mal das Tardar-Sauce-Video an oder klicke mich durch gesammelte Unlustigkeiten auf 9gag.

Ich will vergessen, was für ein finsterer, fieser und grausamer Ort diese Welt ist. Ich will mich klammern an die schönen Dinge. An die Dinge, die ich für schön halte, weil ich mich nicht genug mit ihnen beschäftigt habe, um ihren Kern zu erkennen.

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Aus dem Film „Network“:
„Ich brauche ihnen nicht zu sagen, dass die Zeiten mies sind, dass wissen Sie genauso gut wie ich. Es herrscht Depression. Viele sind ohne Arbeit oder haben Angst ihren Arbeitsplatz zu verlieren, der Dollar ist keine 5 Cent mehr wert, Banken gehen pleite, Geschäftsleute haben eine Waffe unter dem Ladentisch, Verbrecher machen die Straßen unsicher, es scheint Niemanden zu geben, der weiß, was man dagegen tun kann.

Wir wissen, die Luft, die wir einatmen ist vergiftet, genauso wie die Lebensmittel, die wir essen. Wir sitzen zuhause im Sessel, sehen fern und lassen uns von irgendeinem Ansager erzählen, dass es heute 15 Morde und 63 Gewaltverbrechen gegeben hat, so als ob das ganz normal wäre. Wir wissen die Zeiten sind mies, schlimmer als mies, sie sind verrückt, es ist als ob überall alles verrückt geworden ist, sodass wir gar nicht mehr raus gehen wollen. Wir sitzen zuhause und langsam wird die Welt, in der wir leben immer kleiner und wir sagen nur: ‚Bitte, lasst uns wenigstens hier in Ruhe in unserem Wohnzimmer, lasst mich meinen Toaster haben, meinen Fernseher, meine Stahlgürtelreifen, dann sag ich auch nichts, lasst mich bloß in Ruhe.‘ Ich werde euch aber nicht in Ruhe lassen. Ich will, dass ihr wütend werdet. Ich will nicht, dass ihr protestiert oder Krawalle veranstaltet oder eurem Kongressabgeordnetem schreibt, denn ich wüsste nicht, was ihr ihm schreiben solltet.

Ich weiß nicht, was man gegen die Depression tun kann, die Inflation, gegen die Russen und die Verbrechen auf den Straßen, ich weiß nur, dass ihr erst einmal wütend werden müsst, ihr müsst sagen: Ich bin ein menschliches Wesen, verdammt nochmal, mein Leben hat einen Wert!

Also, ich will jetzt, dass ihr aufsteht, ich will jetzt, dass ihr alle aufsteht, Einer, wie der Andere. Ich will, dass ihr sofort aufsteht, zum Fenster geht, es auf macht, den Kopf raus steckt und schreit: Ihr könnt mich alle am Arsch lecken, ich lasse mir das nicht mehr länger gefallen!!

Nun. Das hat nicht funktioniert. Und es wird auch nicht funktionieren. „Wut ausweiten“ ist längst ein sinnentleerter Klospruch und kein Aufruf zum Umsturz. Wohin soll dieser Umsturz denn bitte führen? Lass mir nur meine Katzenvideos und meinen Schwedischkurs, dann bin ich ruhig.

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"Das Alternativlos ist auch ’ne Niete."

[Bildhoster down.]
Bild von Corey Matsumoto unter GNU-Lizenz, hochgeladen bei ImageShack.us

In den Geschichten meiner Kindheit stand die Welt manchmal am Abgrund. Häuser brannten, Menschen litten, alles wirkte hilf- und hoffnungslos. Fünf vor Zwölf. Aber eine Comicseite weiter kam ein Held und rettete. Eine Sendeminute später schlossen sich Menschen zusammen und schafften das Unmögliche: Eine bessere Welt. Ein paar Seiten weiter hieß es „Und wenn sie nicht gestorben sind…“. Ich bin mit dieser Sicherheit aufgewachsen. Alles wird gut. Es geht immer weiter.

Irgendwann wurde ich größer, beschäftigte mich mit Politik, mit Nachrichte, Medien, Kultur. Heute habe ich diese Gewissheit nicht mehr, dass die Welt nicht untergeht. Vielleicht beschäftige ich mich deshalb mit Religion (keine Angst, nur ein Nebengedanke, der Eintrag geht gleich weiter), weil ich meine Hoffnung auf etwas Außerweltliches verlagern musste, meine Hoffnung also weg vom Weiterbestehen unserer Welt hin zur Ewigkeit des Seins überhaupt.

Ich glaube, es geht nicht nur mir so. Irgendwie haben wir das Vertrauen verloren, dass doch noch alles gut werden kann. Alles scheint „Alternativlos“, sinnlos, ziellos. Wozu einen Beruf erlernen, wozu zum Mond fliegen, wenn doch jetzt gerade diese oder jene Bank pleite geht.

Wir sind genug damit beschäftigt den Status quo für wenigstens einen Teil der Bevölkerung aufrechtzuerhalten – und nicht mal das gelingt uns. In Spanien haben wir eine Arbeitslosenquoten um die 25 Prozent (Jugendarbeitslosigkeit ist noch wesentlich höher), Griechenland kommt langsam an die 22 Prozent heran und in Deutschland ist immerhin jeder 20ste Arbeitslos gemeldet (real haben deutlich mehr keine Anstellung). Dazu kommen immer weniger Festanstellungen, eine halb zerstörte Natur (ich laufe mindestens 30 Minuten, um sowas ähnliches wie eine Wiese sehen zu können. Freie Natur… kenne ich überhaupt nicht mehr.) und ein Konsum- und Gesellschaftssystem, das so ineinander verflochten ist und derart Fehleranfällig, dass man es alle paar Jahre mit irgendwelchen Rettungsaktionen „wiederbeleben“ muss.

Wir laufen immer wieder gegen die gleiche Wand, und anstatt den Weg zu ändern, anstatt das Ziel neu zu justieren kleben wir einfach Pflaster über unsere blutenden Wunden. Lange halten wir das nicht mehr aus.

Was tun wir, um unsere Situation zu ändern? Nichts. Ich fühle den Drang, etwas zu verändern, bin gleichzeitig aber so taub und frustriert, dass jede Kampfparole, jeder Protest und jeder Gedanke nur ein Gähnen bewirkt. Was soll sich den ändern? Mir fehlt der Mut, etwas zu ändern. Ich habe meine Hoffnung verloren. Ich werde nicht mehr sehen, wie die Welt gerettet wird.

Ich umgebe mich mit Kultur, schaue Filme welche meine Weltrettungsfrustration illustrieren und schreibe deprimierende Blogeinträge. Ich kuschele mich in eine Bettdecke aus Tumblr-Bildchen und Bildblog-Einträgen, die immer wieder sagen, wie schlecht die Welt doch ist, in der wir leben. Wie verkommen unsere Gesellschaft ist, wie dumm die Jugend und wie vegetierend die Alten.
Ich höre Kate Nash und versuche zwanghaft ein „Notizbuch der Liebe“ mit Diagrammen und Tanzanleitungen zu füllen. Ich schaue Idiocracy und glaube daran, dass die Welt nicht gerettet werden kann (auch wenn es natürlich Unsinn ist, dass die Menschheit immer dümmer wird durch Selektion. Statt dessen empfinden – auch die Intellektuellen – Lügen, Verdrehung und Klatsch über den Umweg der Ironie als etwas Gutes.. Das heutige sechzigjährige „Jubiläum“ der Bild-Zeitung wäre eigentlich ein Grund sich aufzuhängen, würde ich nicht wissen, dass diese Leute mit meinem Selbstmord noch Auflage machen würden.).

In meiner Kindheit haben mutige Helden wie Welt zu einem besseren Ort gemacht. In meiner Kindheit haben wir die Welt gerettet. Gemeinsam. Heute töten in Super mit Rainn Wilson und Ellen Page selbsternannte „Superhelden“ mit Schusswaffen alles, was sie als „unmoralisch“ ansehen. In eine ähnliche Schiene fällt God bless America von Bobcat Goldthwait. Ein Duo tötet unfreundlichen Menschen und verkommenen Kreaturen, ist dabei aber nicht weniger verkommen. Besonders interessant ist dabei die Schlussszene, in der sich offenbart, dass es Menschen gibt, die sich gerne von der Öffentlichkeit demütigen lassen. Von Dokumentationen wie The Age of Stupid muss ich gar nicht erst anfangen. Kulturpessimisten werden an diesen Filmen sicherlich ihre Freude haben.

Ich nicht mehr. Ich will wieder eine Hoffnung, wieder einen Strohhalm an den ich mich klammern kann. Ich will mich nicht ins Private flüchten müssen und einen neuen Biedermeier beginnen. Ich will nicht, dass ich mich vor lauter Hoffnungslosigkeit in religiösen Spinnereien verliere. Ich will nicht mehr jeden Tag in den Nachrichten sehen müssen, dass alles immer noch schlimmer wird. Das ist schon seit über 30 Jahren so. Ich will nicht jeden Tag Alkohol in mich hinein schütten, damit ich nicht mehr spüre, wie alles kaputt geht und niemand etwas tut, weil niemand weiß, was zu tun ist.

Es stört mich nicht, dass meine Zukunft so unsicher ist. Es stört mich nicht, dass ich nicht weiß, was ich machen will und wie das funktionieren soll. Es stört mich nicht einmal, dass ich so frustriert bin. Ich wäre nur gerne wieder Hoffnungsvoll frustriert.

Ich schließe mit den Worten Patrick Batemans (die auch schon gut 20 Jahre alt sind):

My pain is constant and sharp and I do not hope for a better world for anyone, in fact I want my pain to be inflicted on others. I want no one to escape, but even after admitting this there is no catharsis, my punishment continues to elude me and I gain no deeper knowledge of myself; no new knowledge can be extracted from my telling. This confession has meant nothing.