Obligatorischer Straßenfasnachtseintrag

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Nach dem Narrengottesdienst in St. Moriz ziehen die Hästräger traditionell durch die Kirchgasse richtig Marktplatz. Das musste ich mir natürlich – heute gekleidet in ein einfaches Hemd, eine schwarze Kordhose, Jacket und mit einer Krawatte um den Hals, die ich vormittags noch meinem Vater abschwatze („Ich schenk sie dir.“) – ansehen. Offiziell war ich heute „der Bräutigam“ unterwegs. Inoffiziell einfach nur schick gekleidet. Für mich gabs von den Walnusshexen (Überraschung, Überraschung) zwei Walnussen und von irgendwem anders ein Schnäpsle… :)

Bilder davon gibts z.B. von Rolf-Peter Locher dort. (Anm. Unser Oberbürgermeister tritt ab, daher die ganzen OB-Sachen).

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Bruder (wieder als Emo), B. (wie Donnerstag), M. (B.s Freundin), O. (endlich auch mit Foto!) und ich (Verkleidung bereits beschrieben) gingen wir durch die Straßen – d.h. wir tanzten und polonesisierten uns durch die Menge – und zum Hirsch, der bekanntermaßen die Rottenburger Fasnachtsadresse ist. Dort gabs für jeden von uns Cola, Bierdeckel zum Türme bauen und ne ganze Menge Unterhaltungsstoff. Unter anderem auch von der Ausländerin, die scheinbar wirklich mit mir ins Bett gegangen wäre („Aber er ist eine Frau..“ – „Nach der Nacht wäre er ein Mann.“), wenn sie an diesem Abend nicht doch noch wo anders hätte hinmüssen… Egal.

Bevor ichs vergesse: Auf dem Marktplatz wurde ein Junge mit Krücken von zwei anderen Jungen angespuckt… Lösung wie immer.

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Im Hirsch war es jedenfalls ganz lustig, bis die Kellerin kam, und Geld verlangte und uns andere „Kunden“ dann regelrecht rausscheuchten. Sind eigentlich 2,50 Euro für ein Glas Cola – das nicht mal besonder gut schmeckte – viel? Ich weiß nicht… Das Gespräch dort war gut, aber das Lokal an sich mag ich irgendwie nicht. Und ich versteh eh nicht, warum alle Leute dort hin wollen… Danach wieder durch die Stadt gelaufe.

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Wir zogen dann weiter ins Zunfthaus. Dort wars auch ganz nett, und es gab riesige Pommes-Portionen zu moderaten Preisen. Durch nerviges Blasinstrumentgespiele wurden wir aber auch von dort vertrieben.

Wir redeten und gingen weiter durch Rottenburg, sahen einer Fast-Schlägerei zu, ich hatte meinen Spaß und ich hoffehoffe, die anderen vier auch. Nach zirca Viereinhalb Stunden trennten sich unsere Wege wieder. Es war einfach zuuu kalt draußen um noch lange rumzulaufen.

Und ja, ich habe tatsächlich viel zu wenige Fotos gemacht, finde ich.
Dafür aber immerhin ein paar Anstecker gefunden (bekommen).

Willsch mi heiroda?!

Bevor ich mich jetzt mit Bildern und einer Stichwortartigen Zusammenfassnung vor allen zum Idioten mache möchte ich erst die Verkleidungsexpertin und -meisterin, die unter anderem für die Verkleidungs-Oskar-Prämierte Emo-Verkleidung für Herr Vadder verantwortlich ist, zu Wort kommen lassen.

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Frau G. sagt:
Erschreckend hübsch eigentlich
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Ich möchte jetzt den gestrigen Tag schildern, bis zu dem Zeitpunkt, an dem er scheiße wurde, weil ich Scheiße baute, und was hier aber nicht weiter erwähnt werden soll. An die betreffende Person: Es tut mir leid. Entschuldige bitte, es ist alles irgendwie scheiße gelaufen.

„Congratulations, You have just discovered the secret message. Please send your answer to ‚Old Pink‘, Care of the funny farm, Chalfont…“ – „Roger, Caroline’s on the phone…“

„Willsch mi heiroda?!“ weiterlesen

Cleanliness is next to godliness

Laut mitzusingen kann einen oft in Schwierigkeiten bringen. Wenn man ein Anti-Bayern-Lied in der Allianz Arena kann das einen in Schwierigkeiten bringen. Wenn man „Gay Bar“ von Electric Six in einer Jungenumkleide meiner Schule mitsingt, kann das einen in Schwierigkeiten bringen. Wenn man ein Frauen-Lied als Mann mitsingt, ist das auch nicht unbedingt unproblematisch.

So ergeht es mir bei Miss World von Courtney Loves Bassistin-Wechsel-Dich-Band Hole.

(I’m Miss World, somebody kill me // Kill me pills // No one cares, my friends)

Es beginnt mit Loves fast schon unangenehmen Stimme, ein wenig sanftes Gitarrenspiel, die E-Gitarren (oder ist das der Bass?) setzten ein, und mit den Worten „my friends“ auch das Schlagzeug, nur um danach wieder fast zu verstummen. Das Gesinge geht immer weiter und auch die Gitarren/der Bass (ich kann um ehrlich zu sein das eh nicht unterscheiden.. *hust*) gehen immer weiter, um dann die Worte

No one is listening, my friends
Now I’ve made my bed, I’ll lie in it
I’ve made my bed, I’ll die in it
I’ve made my bed, I’ll lie in it
I’ve made my bed, I’ll die in it

zu einem, ja, ich möchte fast sagen, Musikgebet zu machen, dass man nur Mitsprechen kann.

Im Video beginnt alles mit Puder und Love – natürlich – als Hauptfigur. Love stellt eine Schönheitspreisträgerin dar, die relativ unbeholfen die jubelden Massen und die Krone empfängt. Die Band spielt. Ich finde, für das Lied vielleicht etwas zu posig. Hinter der Band stehen in großen Buchstaben die Worte Cleanliness is next to godliness (= „Sauberkeit kommt gleich nach Gottesfurcht.“ => „Ordnung ist das halbe Leben.“). Nach siebzehnmal sehen gewinnt das dargestellte Rockstar-Image an Glaubwürdigkeit, finde ich. Die Schönheitspreisträgerin verliert eher. So lässt auch am Ende des Videos Love ihren Strauß fallen. Insgesamt ein gelungenes Video, wenn auch nicht eines der besten…

Immer wieder gerne, Frau Love.

So, das sind wir.

Das ging aber schnell – Einrichten und losschreiben. Nur die Leser werden wohl dauerhaft fehlen. Trotzdem, faulit – Der Blog geht an den Start und bleibt trotzdem am gleichen Punkt stehen. Eine hohe Wand der ständigen Wiederhohlung von Gedanken meinerseits ist das Problem. Aber wenigstens ein therapheutischer Sinn: Denn Mist, den ich hier niederschreibe ist weg – bis zum nächsten Mal.