"Es ist ein Gorilla."

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ACHTUNG! Die im folgenden Text erwähnten Informationen können unter umständen die Freude an den Planet der Affen-Filmen, der Neuverfilmung und auch am Buch schmälern. ACHTUNG! Überlänge! SPOILER!
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Ich kann nur wirklich von mir behaupten, ich hätte mich mit Planet der Affen beschäftigt. Ich sah mehrmals die Originalfilme, die alle für sich genommen gute, teilweise sogar großartige, Filme sind. Ich sah mehrmals (allerdings bei weitem nicht so oft wie die Originalfilme) die Neuverfilmung von Tim Burton. Nun darf ich mich auch rühmen, Pierre Boulle’s Planet der Affen gelesen zu haben.
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Zuallererst waren für mich da der Originalfilm. Arthur P. Jacobs hat, gemessen an den damaligen Kenntnissen und Filmfertigkeiten (Stichwort Technik, Stichwort Affenmasken/-makeup, Stichwort Requisiten), und gemessen an einem Budget von gerademal 5.800.000 $ (zum Vergleich: Das Remake aus 2001 kostete 100.000.000 US$) einen der besten Filme gemacht, die ich jemals sehen durfte. Planet der Affen gehört zu meinen absoluten Favoriten und das, wie ich finde, zu recht. Die vier folgenden Filme sind für sich genommen ebenfalls gute Filme. Ich möchte kurz zu allen fünf etwas sagen.

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Planet der Affen ist eine Erzählung über einen Astronauten, der auf einem Planeten landet, auf dem die Affen die Herrscher sind, und die Menschen primitive, zum Sprechen unfähige Wesen. Im Vergleich zum Buch ist die Affenstadt des Film äußerst primitiv (für die im Buch auftauchenden Flugzeuge usw. war schlicht und einfach kein Geld da.). Verwirrenderweise sind die Affen – geteilt in die krieglustigen Gorillas, die religösen und traditionsbewussten Orang-Utan und die fortschrittlichen, gebildeten und pazifistischen Schimpansen – zwar mit Gewehren ausgerüstet, aber gänzlich ohne motorisierte Fahrzeuge (die ebenfalls im Buch auftauchen, im Gegensatz zu den Waffen). Die Synchonisation ist äußerst dürftig, deshalb empfehle ich den Originalton, um solche Meisterwerke wie „Take your stinking paws off me, you damned dirty ape!“ nicht zu versäumen.

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Preacher said…

Eine Fliege krabbelt über meine rechte Hand. Ich versuche sie mit freundlichem Winken zu vertreiben, aber scheinbar gefällt er ihr bei mir. Winzig kleine Fliegenfüße auf meiner Hand.

Meine Psychologin will nicht mehr, dass ich zu ihr komme. Sie meint, ich würde immer nur um den heißen Brei reden, aber nie auf das Auge des Orkans eingehen. Ich muss da ja nicht hin. Ich kann auch ohne leben, nicht wahr?
Kann ich nicht. Das ungute Gefühl, kein Problem zu haben, oder zumindest keines, was ich mir nicht nur einbilde, ist nicht unbedingt ein Gefühl, dass ich tagtäglich in meinem Bauch tragen möchte. Allein schon die Frage ist unangenehm. Ich muss über das reden, was mich bedrückt, sagt sie. Ich muss ihr sagen, was ist, und nicht immer nur drum herum reden.

Seien wir also, hier an dieser Stelle, ehrlich. Ich mag keine Ärzte. Sie wissen zuviel. Sie können zuviel richtig verstehen. Sie wissen, wenn du lügst, selbst, wenn du es für wahr hälst. Vielleicht halte ich mich nur für einen falschen Meter*, weil mein Maß als einziges in meiner Umgebung stimmt, und ihr alle habt nen Schaden. Will sagen: Der Normaldenkende wirkt im Irrenhaus ziemlich absonderlich.

Oh, scheinbar hat die Fliege an meiner linken Hand gefallen gefunden. Sie lässt sich darauf nieder, immer wenn ich für ein paar wenige Sekunden mit tippen aufhöre. Ich will sie eigentlich nicht verstören, aber beim Tippen ist das schon hinderlich, um ehrlich zu sein.

Ärzte sind Götter in Weiß, die mit einem Fingerwinken über Weiterleben und Tod entscheiden können, wenn sie möchten. Man ist ihnen, und ihrem Wohlwollen, gänzlich ausgeliefert. Das macht mir Angst. Manchmal.

Wo ist mein Problem? Wo das Auge des Orkan? Der Punkt, um den sich alles dreht. Das schwarze Loch. Ich glaube, man kann es nicht so direkt sehen. Viel eher erkennt man die Mitte daran, dass all die Häuser, in denen ich sitze, darum schweben, wie von bösen Engeln getragen. Wo soll man danach suchen? Wie darauf achten? Ich müsste eine Galaxie sein, dann könnte man sehen, wo mein Schwarzes Loch, mein Orkan, das Auge des Tornados, wo es steckt. Man würde auf die Verwüstungen achten, auf die Materie, die in es gezogen wird. Und, wenn ich ein falscher Meter wäre, hätte sich einfach irgendein Forscher geirrt. Ich könnte nicht falsch sein. Die Natur irrt nie. Nie?

Oft habe ich das Gefühl, dass die Leute nur einstudierte Phrasen sagen, die sie einige Minuten vorher auswendig lernten, um sie dann in gekonnter schauspierlerischer Leistung zu präsentieren. Vermutlich ist es auch so. Vermutlich bin ich nicht subparanoid (so gerne ich das Wort auch verwende), sondern einfach nur eingebildet und wirklich von Kameras und böse dreinblickenden Menschen verfolgt.

Vielleicht finde ich sein Auge nicht, weil es keinen Tornado gibt.

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*) Ich las kürzlich eine Kurzgeschichte von Philip K. Dick mit dem wunderschönen Titel „Verwirrspiel“. Es ging um eine Kolonie von Soldaten und ihren Frauen, die von einer unbekannten Macht angegriffen wurden, die niemals Verletzte zurücklies. Sie borgen das Raumschiff, mit dem sie dort gestrandet waren, und fanden heraus, dass sie wohl alle unter massiver Paranoia leiden, denn sie waren auf dem Weg zu einer Psychatrie gewesen. Zitat: „‚Wenn sämtliche Metermaße auf hundertzehn Zentimeter verlängert würden‘, fragte Fisher, ‚wie sollte das irgend jemand beweisen können. Es müßte hundert Zentimeter lang bleiben, invariabel, konstant. Wir sind ein Haufen falscher Metermaße, alle hundertzehn Zentimeter lang. Wir brauchen einen Nichtparanoiden zum Vergleich.'“ Nun wollten sie testen, ob sie es wirklich sind, oder nicht und entwarfen einen „objektiven“ Test. Am Ende tötet einer von ihnen die, die sich für diesen Test aussprachen. Er glaubte weiter, dass er von einer fremden Macht angegriffen werden würde, und rief deshalb zum Krieg gegen die Erdenbewohner auf, weil er diese dafür verantwortlich macht.

Obligatorischer Straßenfasnachtseintrag

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Nach dem Narrengottesdienst in St. Moriz ziehen die Hästräger traditionell durch die Kirchgasse richtig Marktplatz. Das musste ich mir natürlich – heute gekleidet in ein einfaches Hemd, eine schwarze Kordhose, Jacket und mit einer Krawatte um den Hals, die ich vormittags noch meinem Vater abschwatze („Ich schenk sie dir.“) – ansehen. Offiziell war ich heute „der Bräutigam“ unterwegs. Inoffiziell einfach nur schick gekleidet. Für mich gabs von den Walnusshexen (Überraschung, Überraschung) zwei Walnussen und von irgendwem anders ein Schnäpsle… :)

Bilder davon gibts z.B. von Rolf-Peter Locher dort. (Anm. Unser Oberbürgermeister tritt ab, daher die ganzen OB-Sachen).

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Bruder (wieder als Emo), B. (wie Donnerstag), M. (B.s Freundin), O. (endlich auch mit Foto!) und ich (Verkleidung bereits beschrieben) gingen wir durch die Straßen – d.h. wir tanzten und polonesisierten uns durch die Menge – und zum Hirsch, der bekanntermaßen die Rottenburger Fasnachtsadresse ist. Dort gabs für jeden von uns Cola, Bierdeckel zum Türme bauen und ne ganze Menge Unterhaltungsstoff. Unter anderem auch von der Ausländerin, die scheinbar wirklich mit mir ins Bett gegangen wäre („Aber er ist eine Frau..“ – „Nach der Nacht wäre er ein Mann.“), wenn sie an diesem Abend nicht doch noch wo anders hätte hinmüssen… Egal.

Bevor ichs vergesse: Auf dem Marktplatz wurde ein Junge mit Krücken von zwei anderen Jungen angespuckt… Lösung wie immer.

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Im Hirsch war es jedenfalls ganz lustig, bis die Kellerin kam, und Geld verlangte und uns andere „Kunden“ dann regelrecht rausscheuchten. Sind eigentlich 2,50 Euro für ein Glas Cola – das nicht mal besonder gut schmeckte – viel? Ich weiß nicht… Das Gespräch dort war gut, aber das Lokal an sich mag ich irgendwie nicht. Und ich versteh eh nicht, warum alle Leute dort hin wollen… Danach wieder durch die Stadt gelaufe.

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Wir zogen dann weiter ins Zunfthaus. Dort wars auch ganz nett, und es gab riesige Pommes-Portionen zu moderaten Preisen. Durch nerviges Blasinstrumentgespiele wurden wir aber auch von dort vertrieben.

Wir redeten und gingen weiter durch Rottenburg, sahen einer Fast-Schlägerei zu, ich hatte meinen Spaß und ich hoffehoffe, die anderen vier auch. Nach zirca Viereinhalb Stunden trennten sich unsere Wege wieder. Es war einfach zuuu kalt draußen um noch lange rumzulaufen.

Und ja, ich habe tatsächlich viel zu wenige Fotos gemacht, finde ich.
Dafür aber immerhin ein paar Anstecker gefunden (bekommen).

Willsch mi heiroda?!

Bevor ich mich jetzt mit Bildern und einer Stichwortartigen Zusammenfassnung vor allen zum Idioten mache möchte ich erst die Verkleidungsexpertin und -meisterin, die unter anderem für die Verkleidungs-Oskar-Prämierte Emo-Verkleidung für Herr Vadder verantwortlich ist, zu Wort kommen lassen.

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Frau G. sagt:
Erschreckend hübsch eigentlich
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Ich möchte jetzt den gestrigen Tag schildern, bis zu dem Zeitpunkt, an dem er scheiße wurde, weil ich Scheiße baute, und was hier aber nicht weiter erwähnt werden soll. An die betreffende Person: Es tut mir leid. Entschuldige bitte, es ist alles irgendwie scheiße gelaufen.

„Congratulations, You have just discovered the secret message. Please send your answer to ‚Old Pink‘, Care of the funny farm, Chalfont…“ – „Roger, Caroline’s on the phone…“

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