buchlücken

Über mir liegen die Sterne. Sanft, wie eine Decke. Der Rauch meiner Zigarette steigt auf. Hoch, weiter, und wird Teil der galaktischen Wolken.

Vor meinem Fenster steht ein Gerüst. Kalt und Nass. Ich öffne das Fenster und steige darauf. Über mir Sterne, Rauchzeichen, der Himmel deckt mich sanft zu, das Gerüst summt ein Schlaflied.

Der Vermieter hatte entschieden, dass nun alles anders werden müsse. Die Fassade werde neu gemacht, und was dahinter liegt, auch. Energetische Sanierung, Stück für Stück, damit die Miete steigen kann. Schritt um Schritt. Drinnen war das Rauchen nun verboten. Die Wände seien ja so schön weiß.

Ich öffne das Fenster. Ich trete heraus. Eine Zigarette, dann zurück ins Bett. Die Rauchmelder drin sind so leichtgängig, ruft die Kameraden mit den Schläuchen. Also führt mein Gang aufs Gerüst. Unter mir kitzelt das Metal. Kalt und schwer.

Am Tag der Lärm, in der Nacht das Schweigen. Keine Gedanken lassen sich fassen.

An einem Tag wieder Lärm. Sie bauen das Gerüst ab. Um uns nun eine neue Hülle. Gepresst aus den gesparten Steuern, und doch wird jeder hier gezahlte Cent von uns eingefordert. Doppelt und dreifach. Die Miete steigt, also steigt auch die Durchschnittsmiete, und dann wieder unsere.

Ich öffne das Fenster. Ich trete heraus. Kalt und Nass. . Über mir Sterne, Rauchzeichen, der Boden deckt mich zu.

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