Eine Kundgebung bei Regen.

Auf dieser Kundgebung kenne ich niemand. Ich bin fremd. Jemand fragt mich, woher ich davon wüsste, und ich erkläre, wer ich bin, und worüber ich davon erfuhr. Ein Teil der Leute steht bei einem Hund. Fürchte mich vor Hunden. Dieser schaut lieb aus, harmlos, und ich weiß, wie irrational diese Angst ist. Und die Angst vor den Menschen. Und dem Allein sein. Aber heute hab ich mich vor die Tür getraut. Ich habe mein Bett verlassen. Bin zu dieser Kundgebung gefahren. Ängstliche Blicke zu den Menschen. Kenne niemand. Habe noch nie jemand gesehen. Die Redebeiträge folgen. Kluge Worte, flüssig vorgetragen, auch die im Dialekt gehaltenen, wörtlichen Zitate. Die zweite Rede. Eine Schweigeminute. Ich lege meine Blume ab. Wieso bin ich hier her gekommen? Alleine? Alle denken wohl, ich bin ein Spitzel, ein Bulle, oder Verrückt, oder falsch hier. Ich bin falsch hier. Aber zuhause bin ich auch falsch. Es gibt kein richtiges Leben. Ich will nicht …. ….. Verdränge den Gedanken. Muss weg. Raus hier. Die Kundgebung ist aus. Flüchte mich. Alleine, zum Bahnhof. Es regnet. Hier ist ein Hund. Flüchte mich. Wir sehn uns, später, bin jetzt hier, bin da. Vor dem Eingang des Bahnhofs, getrennt durch zwei Türen, verstecke mich. Murmele, dass alles ok ist. Alles ist ok. Alles ist ok. Alles ist ok. Ein Gefühl frisst mich auf. Alles ist ok. Starrend an die Wand, bin nicht mehr da. Existiere nicht. Alles ist ok. Tief im Magen des Gefühls. Das Wasser ergreift, aufs offene Meer. Alles ist ok. Eine Hand berührt mich. Ein anderer Mensch. Auf diesem Bahnhof. Jemand kennt mich. „Ist alles ok?“.

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