*Denn unsere Ansprüche sind sehr niedrig.

Kennen Sie diese Shows bei MTV, bei denen Leute etwas bekommen (wie z.B. Pimp my Ride, bei dem die Teilnehmer ihr Auto „aufgehübscht“ erhalten) und dann völlig ausrasten? Nun, ungefähr so bin ich gerade ausgerastet, als ich in der zukünftigen Küche meiner Wohnung einen Kühlschrank (!!!) und einen W-Lan-Router (!!!!!!!!!) fand.
Und während ich derart ausrastete fühlte ich mich plötzlich an Pete’s Comic neulich erinnert. Meine Ansprüche an eine Wohnung, ja vermutlich sogar meine Ansprüche an mein Leben sind alles andere als hoch. Und ich weiß nicht, warum ich nicht nach höherem Strebe. Mehr verlange. Mehr einfordere. Bin ich zur Genügsamkeit erzogen oder machen alle die Zukunftsvisionen mir zuviel Angst, als dass ich etwas mehr von meinem Leben wöllte als ein kleines bisschen Sicherheit? Zehn Quadratmeter, eine Küche, ein Bad. Nicht hungern müssen und vielleicht eine gute Internetanbindung. Diese sehr niedrigen Ansprüche finden sich auch in anderen Bereichen wieder und ich glaube, es geht nicht nur mir so. Vielleicht ist das unsere heutige Form des Bidermaiers. Weil es kein „Zuhause“ gibt, kein „Privates“, in das wir uns verkriechen könnten verstecken wir uns im Netz und sind mit allem zufrieden, was uns nur gegeben wird.
Vielleicht sind wir auch so geprägt von negativen Utopien und Filmen wie Network. Vielleicht… vielleicht… Ich weiß es nicht.

Bildung muss holistisch sein. Sonst könnten wir auch Lexikons großziehen.

Gestern kaute ich aus Gründen meinem Bruder ein Ohr ab (Metaphorisch).
Es ging irgendwie um das Gespräch die drei Halbsätze mit meinem Vater. (Siehe gestern in ihrem Lieblingsblog) Ich verteidigte ihm gegenüber meine Ansichten, was Bildung ausmache. Damit ich das nicht völlig vergesse und mir in spätestens drei Wochen an den Kopf greifen kann „Was hab ich den da für einen Mist geglaubt“ schreib ich das hier einfach mal auf. In Thesen.

  1. Bildung ist nicht das Auswendiglernen von Fakten. Eine gebildete Person muss nicht zwangsläufig wissen, wie lange der längste Fluss dieser Erde ist oder was der schwedische Wort für Souterrain ist.
  2. Bildung zeichnet sich vor allem dadurch aus, dass sie mehr ist als die Summe ihrer Teile. Eine „holistische“ Bildung würde demnach dazu befähigen, Zusammenhänge zu erkennen, diese zu durchdenken und zu durchschauen und fähig zu sein selbst aktiv eingreifen zu können.
  3. Bildung ist keine Vorraussetzung für Arbeitsplätze, sondern eher hinderlich. Bildung führt zu guten Wissenschaftlern, im Idealfall wohlgeratenen Gesellschaftsmitgliedern oder mustergültigen Demokraten. Sie ist aber nicht hilfreich, um sich einer Arbeitshierarchie unterzuordnen oder mit einem niedrigen Lohn zufrieden zu sein.
  4. Allgemeinbildung ist demnach (da holistisch zu verstehen) nicht eine Sammlung aus Allgemeinwissen (längster Fluss, Hauptstadt, amtierende Politiker, wie addiert man Zahlen, wie berechnet man die Mehrwertsteuer, usw.), sondern eine Art Grundschatz an Denkvermögen und erlernten Zusammenhängen, die als gemeinsamer Minimalplatz notwendig ist, um am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Allgemeinbildung ist mehr als die Summe seiner Teile.
  5. Allein Bildung wird uns als Gemeinschaft voranbringen können. Für den einzelnen gesehen ist Bildung jedoch eher hinderlich. (Halbwissensbeispiel: Der sehr gebildete Isaac Newton starb als als Jungfrau.)
  6. Im Wissen, in logischem Denken und auch in der Ausübung von „körperlicher“ Arbeit sind uns Maschinen weit überlegen beziehungsweise werden uns bald weit überlegen sein. Bildung jedoch ist etwas, was eine Maschine nur sehr begrenzt erreichen könnte. Gerade aus diesem Grund ist sie von so entscheidender Wichtigkeit.

Bewusst habe ich mir keine Mühe gegeben, diese Punkte auszuarbeiten, um in diesem Stadium des Grobentwurfs noch Freiräume zu lassen, um zu denken und auch zu kritisieren. Die Nummerierung dient der einfacheren Übersicht.

kino.to ist mein Wohnzimmer

Wir sind eine Generation von Digitalen Flüchtlingen. Seit über 10 Jahren bin auch ich Teil dieses langen Marsches. Wann kommen wir endlich an?

Schon 2008 fanden Medien praktisch ausschließlich am Bildschirm statt. (Eigenes Foto)

Vor einigen Jahren kursierte ein kleiner Comic durchs Netz, der aufzuzeigen versuchte, dass unser Leben heute gleichförmig hauptsächlich vor dem Bildschirm stattfinden würde. Ist dem so? Wahr ist: Heute verbringe ich sehr viel Zeit mit dem Internet. Eigentlich ist das Netz nie weg. Wahr ist aber auch, dass eine gute Serie auch am Computer gut ist. Wahr ist auch, dass ich die Internetfreiheit nun deutlich intensiver erlebe. Ein Kinogang oder eine DVD sind heute ein anderes Erlebnis und deutlich aufgewertet verglichen mit den gleichen Medien vor einigen Jahren. (Außerdem kostet eine Kinokarte heute auch gefühlt doppelt so viel wie noch vor drei Wochen.) „kino.to ist mein Wohnzimmer“ weiterlesen

Es ist so, dass du fehlst

Eine Wohnung zu beziehen hatte ich mir deutlich weniger kompliziert vorgestellt.

Diese 10 qm warten auf meinen Einzug.

Nicht, dass es tatsächliche Probleme gäbe. Ich selbst bin ganz zufrieden. Ein paar Flecken an der Wand, noch keine Küche und auch dem Badezimmer fehlen noch relevante Teile. Tatsächlich stört mich nur, dass es im Moment weder Telefon- noch Internetanschluss gibt („Ich kann so nicht arbeiten!“) und ich – wenn ich denn Geschirr hätte – dieses im Badezimmer spülen müsste.
Aber, immerhin hängen jetzt Lampen in den meisten Zimmern und wirklich gestört von all den kleinen Mängeln und „Abers“ fühlen sich nur meine Freunde. Für sie sind „diese Zustände […] unzumutbar“. Ich könnte damit leben. Ich würde vermutlich mit wehenden Fahnen dort einziehen, wenn es denn, ja, wenn es denn einen Internetanschluss gäbe. Und ich einen Schlüssel für den Briefkasten hätte. Und ich all die kleinen Kleinigkeiten, die zu einer vernünftigen Erstausstattung einer Wohnung gehören („Ein Besen!“, „Ein Eimer!“, „Spülmittel!“, „Ein Duschvorhang!“, „Ein paar Pfannen, ein Wasserkocher, Gabeln, Messer, Teller und Gläser“, …) habe ich natürlich auch noch nicht. (Spotify-Link)
Andererseits muss ich natürlich bedenken, je später ich einziehe, desto später beginne ich Miete zu bezahlen und desto früher muss ich erkennen, wie aufgeschmissen alleine ich eigentlich für mich allein bin.

Die Frau im Heizkörper

Es gibt Dinge, die müssen einfach so gemacht werden. Kleine Traditionen, Gewohnheiten und Rituale. Das abgeknubbelte Eck an der Bierflasche, der tägliche Blick ins soziale Netzwerk, dass man das Radio anzündet, wenn es Carly Rae Jepsen spielt, oder eben das erste Video in einem Blog. Für mich ist das stets „In Heaven (Lady in the radiator song)“ aus dem Film Eraserhead.

Lady in the Radiator (Eraserhead Vinyl-Soundtrack) – Photo by Sam Howzit (CC-BY)

Gesungen und komponiert übrigens von Peter Ivers im Jahr 1976. Laurel Near, Schauspielerin und Sängerin – die Wikipedia zufolge aber nur in Eraserhead auftrat – riskierte für den Film zwar dicke Backen (höhö), aber nicht ihre Stimme. Die Gesangsszenen lip-syncte sie „lediglich“ zu Peter Ivers‘ Song.
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