Ihre Geschichten so gut (Skinheadmädchen 574)

In letzter Zeit betrachte ich oft leere Textfelder und klicke Blogs zur Seite, weil mir ihre Texte ein bisschen zu lang oder ein bisschen zu kurz oder ein bisschen zu uninteressant sind. Ein leeres Textfeld, ein ungelesener Text, das schmerzt. Oder es ist der Schnupfen, mit dem ich mich seit einigen Tagen herumschleife. Manchmal denke ich, dass ich mich einmal dafür hassen werde, wie wenig ich eigentlich gelesen habe und was. Oder wie viel. Jedenfalls müsste jetzt die Zeit sein, in der ich mich durch Brecht wühle, und nicht Twitter durchseufze. Es müsste die Zeit für Springsteen sein, nicht für Bieber.

In zwanzig Jahren, denke ich, und erinnere mich an das Techniktagebuch. Ich denke, in 20 Jahren werden wir Bücher wie Schallplatten sehen und Texte per Algorithmus und Suche finden. Es wird nicht heißen, dieser oder jene Text ist gut, sondern „Ich möchte folgendes vom Text, bitte präsentiere mir den Text“. Ich weiß nicht, ob es wahrscheinlicher ist, dass auf Grundlage der Texte ein Programm einen neuen Text schreibt, oder nur auffindet und präsentiert aus der unendlichen Bibliothek der Vergangenheit. Vielleicht ist es auch eine Mischung aus beidem.

Damit endet die kurze Lebensdauer der in irgendeiner Form ‚konstanten‘ Texten, die mit dem Buchdruck begannen und mit dem digital editierbaren enden. In gewisser Weise kehren damit die Geschichtenerzähler zurück.

Ich glaube mich zu erinnern, dass in einer der vielen – unstettig, weil handschriftlich – überlieferten isländischen … Texten ein Geschichtenerzähler an einen Hof kommt und ihm gesagt wird, er solle eine Geschichte so erzählen, dass sie für alle Tage eines mehrtägigen Festes reichen würden.

Wenn wir uns Forschung zu solchen Erzählungen – vor allem mündlichen – betrachten, dann finden wir genau das. Menschen, die dazu fähig sind, ein Märchen ein bisschen länger oder ein bisschen kürzer zu erzählen. Keine strenge, enge Form, sondern Formeln, Abläufe, Nebenstrecken und Umschweife.

Ein guter Wissenschaftlicher Text hätte dies jetzt recherchiert. Wie die Saga hieß, wo es mehr zu Geschichtenerzählern gibt, was das eigentlich mit uns macht, dass Texte eine komische Form von … Stetigkeit zu besitzen scheinen und wie wir eigentlich damit umgehen wollen, dass das so ist. Und auch, wie wir kollektiv reagieren, wenn Texte nicht stetig, nicht korrekt wiedergegeben, sind (Plagiate, unterschiedliche Textausgaben, Bearbeitungen).

Aber das hier ist das Internet… und ich weiß nicht wie dieser Satz weitergehen soll.

Kommt zusammen, Leute. Lernt euch kennen. (337)

Freundschaften schließen ist schwer. Von Beziehungen müssen wir gar nicht erst reden. Jemandem so zu vertrauen, um diese Person in die eigenen Arme zu schließen, oder in fremde Arme geschlossen zu werden, das ist… unvorstellbar. Jemand so zu vertrauen, dass man mit diesem Menschen spricht, ehrlich, wie funktioniert das?
Wie man Freundschaften aufrecht erhält? Heeeh? Keine Ahnung.
Ich habe Freunde, habe mit Menschen also irgendwann einmal Freundschaft geschlossen. Ich war auch an mindestens einer Beziehung aktiv involviert – wie irritierend das klingt -, müsste also wissen, wie so etwas Zustande kommt.
Aber… shit. Wie funktioniert das? Es fühlt sich dabei nicht an, als wäre es das erste Mal. Es hat etwas aufregendes, euphorisierendes, aber die Komponente des Neuen fehlt. Ich kann nicht behaupten, keine Erfahrung zu haben. Kann keine Rücksicht für mich beanspruchen. Es sind nur die Ängste und das Ungelenke, dass gleich ist. Müsste man nicht besser werden darin? Freundschaften schließen müsste doch leichter werden? Nach all den Jahren müsste mir das doch leichter fallen?
Aber ich fühle mich mit neuen Menschen immer noch komisch. Gerade auch, wenn ich sie mag. Weil ich oft nicht weiß, warum ich diese Menschen mag. Ich habe Angst, dass was sich aufbaut, verloren geht. Dabei habe ich ja – eigentlich – nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen. Trotzdem fühle ich mich … komisch.
Bin ich zu alt für diesen Scheiß? Das würde bedeuten, mit den gleichen Leuten den Rest der Ewigkeit zu verbringen. Allenfalls noch Kollegen kennenzulernen, mit denen man nicht viel mehr teilt als die Arbeitszeit. Diese Vorstellung ermüdet mich ungemein. Ich will, dass neue Menschen in mein Leben treten können. Und ich will in die Leben anderer Menschen treten können. Will da sein, will neu sein. Mich nicht fürchten.
[…]

"Pediga ist FÜR Flüchtlinge !!!!"

„Allein eure Überschrift gibt keinen Sinn, Pediga ist FÜR Flüchtlinge !!!! Hört auf euch von den Medien beeinflussen zu lassen und fangt an selbst zu denken !!“

schreibt jemand auf Facebook.
I… don’t even… know… what?
Sie postet dazu die Forderungen, auf die sich Pegida geeinigt hätte. Darunter z.B., das Kriegsflüchtlinge aufgenommen werden sollen. Ahja. Weil Menschen nur wegen Krieg flüchten müssen.
Ich komm‘ auf solche Sachen gerade nicht klar. Sorry.
[…]
(Lest was Thomas schreibt.)

#sharedichdrum

Natürlich retten wir nicht durch einen Kontowechsel die Welt. Ja – ja! – die Werbekampagne behauptet das. Ja, das Konto ist schon ziemlich cool und praktisch. Aber die Welt retten, mit einem fairen Konto, das faire Sachen unterstützt, welches von Leuten gemacht, die dahinter stehen, und nicht nur auf den Gehaltsscheck warten. Ja, coole Sache. Und dass ich nicht wusste, wo mein Geld eigentlich angelegt ist („in der Region“ „Und wo?“ „Zum Beispiel…“ „Und der Rest?“ – yadda yadda yadda – „Das kann ich Ihnen nicht sagen.“).
Ja, die Kreissparkassen und Volksbanken sind gute Banken, denen ich vertrauen kann. Aber, sie versuchen mich über Gier zu ködern, und das ist auf so vielen Wegen falsch, dass ich wechseln musste. Was, wie damals beschrieben, supereinfach geht.
[…]

Hausarbeiten To-Do

Semesterferien, yeah. Wäre ich Comicblogger, und ich gebe zu, dass ich gerne einer wäre, wenn ich dazu nicht so viel zeichnen müsste, würde das erste Panel mich euphorisch zeigen. Klausuren rum, Bier in die Hand, Sonnenschein überall. Die Welt ist herrlich, alles wird gut. Ich würde schreien und freuen.
Das zweite Panel, das sehr zurückhaltend wäre und meine Euphorie als verschwunden zeigte, würde zeigen, wie ich realisiere, dass mindestens 45 Seiten zu drei unterschiedlichen Themen verfasst werden sollen. „Wissenschaftlich.“
Die seit fast zwei Jahren aufgeschobene DADA-Hausarbeit über Das Karussellpferd Johann von Hugo Ball (Zombie-Pferd!!!) ist vermutlich der größte Batzen, zu ihm existieren auch schon dutzende Notizen, Gedankengänge und Vorarbeiten. Aufgabe dürfte dabei wohl zuerst die Ordnung meiner Gedanken dazu sein – was ziemliche Unmengen sind -, und die Suche nach guten und brauchbaren Quellen sein. Die Niederschrift dürfte – wenn ich denn mich endlich hingesetzt habe – recht zügig gehen (Hoffe ich).
Hausarbeit Nummer zwei geht um die feministiskt initiativ und ist für mein geliebtes schwedisches Landeskundeseminar.
Der dritte Text soll ein Essay werden und über Märchen von H.C. Andersen handeln. Dazu bedarf es einiger Quellen und deren Zusammenfassung, die zusätzlich zum Essay eingereicht werden müssen als Dossier (oder sowas).