pornburger.me

In meinem Burger Blog teste ich in unregelmäßigen Abständen Burgerläden der Region. Da das hier eher Provinz ist und die Zahl der Läden sich sehr in Grenzen hält verweise ich auf großartige Burger-Pornografie. Mathew Ramsey aus San Francisco brät und fotografiert Hamburger – und allein vom Anschauen bekommt man einen Geschmacksorgasmus. pornburger.me (NSFW?)
(via nerdcore)

TüBurger: HendleHouse ./. Hoons

HendleHouse Big Chickenburger
Ist Tübingen groß genug für zwei Hähnchen-Ketten im Stile von KFC? Die eine befindet sich am Ende der Wilhelmstraße in Lustnau im ehemaligen Wienerwald. Heute heißt dieser Laden HendleHouse. Es gibt einen großen Gastraum und die Karte hat ungefähr alles, was man aus Geflügel machen kann, wirkt aber weitgehend auch recht fastfoodig. Ich vermute, das ist gewollt. Überhaupt macht sich HendleHouse mit seinen 7 Standorten etwas größer, als er eigentlich ist. Seis drum.
Weil ich schräg gegenüber an der Kreuzstraße meinen Anschlussbus verpasst hatte – jaja, nicht unabsichtlich -, kaufte ich mir einen „Big Chickenburger“. Meinem Eindruck nach die gleichen Geflügelbuletten wie beim Konkurrenten im Blauen Turm – „Hoons“ (getestet, allerdings Foto vergessen), welche ebenso wie das HendleHouse über eine kleine Filialkette mit 6 Standorten verfügen. „Big“ wird der Chickenburger im HendleHouse durch die Doppelung der Buletten. Kann man machen, finde ich eher… ok. Im Nachhinein bereue ich, nicht den „Megaburger“ getestet zu haben. Andererseits wäre es wohl ein nicht gerade kleiner Fauxpas, in einem Geflügelrestaurant einen Rindfleischburger zu bestellen. Die Cocktailsoße ist wie bei der Konkurrenz sehr gut gelungen, wenn hier auch beidseitig – oben und unten! – angebracht. Dafür Pluspunkte. Optisch verliert der Salat zwar, schmeckt dann aber doch überraschend knackig. Der Koch im HendleHouse – an der Theke werden nur Hähnchen gebraten, von der weiteren Zubereitung erfährt man nichts – scheint zudem Tomaten zu lieben. Gefühl eine ganze holländische Plantage fand ihren Weg auf meinen Burger – und danach in einer öffentlichen Mülltonne. Das Brötchen? Ziemlich Standard mit Sesam, allerdings nicht schlecht.
Auch hier scheitert der Versuch sich als Marke zu präsentieren am mangelnden Herz und Erfolg. Ein Fastfood-Laden, in welchem kaum Gäste sitzen und die Mitarbeiter sich langweilen ist traurig. (Lag möglicherweise auch an der Uhrzeit (14:00)).
Kommen wir zu Hoons. Auch hier wird der einfache Chickenburger in bedrucktes Papier eingepackt. Das Standard-Modell- Salat ok, Brötchen Standard, Bulette (eine) wie bei Konkurrenz, Soße auch hier ziemlich gut (Notiz: „Soße: ein Traum“) – ist aktuell für 2 Euro zu haben. Damit völlig ok in Preis und Leistung. Bonuspunkt hier: Zubereitet wird vor den Augen des Gastes in einer eher Imbissartigen Küche. Finde ich persönlich sehr gut wenn man, sollte Bedarf bestehen, mit dem Koch reden zu können. Nächstes mal frage ich vermutlich noch nach Zwiebeln.
Für Fußgänger wie mich ist das Hoons besser zu erreichen, für Autofahrer bietet das HendleHouse mit seinem großen Parkplatz ausreichend Platz. Zukünftig soll es bei ersteren noch einen Lieferservice geben.
Wer besser ist müsste das Los entscheiden. In jedem Fall würde ich beiden größeren Erfolg wünschen. Als ich jeweils dort war fanden sich neben mir nur wenige andere Gäste. Andererseits ist es auch mal schön, nicht so lange auf sein Essen warten zu müssen.
2,5 von 4 rotierenden Brathähnchen ./.
5 von 8 Leuchtschildern.

TüBurger – Metzgerei Hanselmann

Tübingen ist geprägt von Unterschieden. Zwar lassen sich heute keine eindeutigen Grenzen zwischen – zumeist – zugezogenen Studenten und hiesigen Gôgen mehr machen, aber manchmal wird man doch daran erinnert und findet sich in dieser ach so metropolen, zukunftsgewandten, modernen Stadt plötzlich im tiefsten, reformscheusten, ja, schwäbischten Schwaben wieder. Wo Mitarbeiter in Kittelschürzen in breitestem Schwäbisch Bestellungen aufnehmen, die Leute ehrlich und direkt sind und neue Angebote mit Edding auf bestehende Speisetafeln gekritzelt werden. Pragmatisch würden diese Leute das nennen, wenn sie ein bisschen mit Fremdwörtern angeben wöllten, andere Leute würden es stümperhaft schimpfen. Mir persönlich gefällt diese Kultur, denn ich bin in dieser aufgewachsen und fühle mich daheim. Meine Mutter stammt (eher) aus einer Gôgen-Familie und auch die Linie meines Vaters kennt nur sehr wenige Professoren und Geheimräte. Das ist nicht schlecht, im Gegenteil. Ich fühle mich daheim.
Hamburger Metzgerei Hanselmann
Und so schwäbisch-traditionsbewusst und pragmatisch, wie der Laden mit seinem kleinen Verkaufsfenster und den auf DinA4-Blättern gedruckten Firmenmottos („Wir verkaufen nur, was wir selbst kaufen würden“) wirkt -, so schmeckt auch der Hamburger der Metzgerei Hanselmann. 2,30 Euro kostet er – also völlig bezahlbar -, das Fleisch hervorragend, Soßen aus der Tube (eine Art Gewürzketchup (?) und Senf), Salat, Zwiebeln… ich denke, ich muss nicht alles aufzählen. Das Brötchen, immerhin gut durchgebacken, war mir dagegen zu geschmacksarm. Typisches Großbäckerbrötchen der Form und dem Geschmack nach zu urteilen, möglicherweise hat aber auch mein Schnupfen da noch etwas nachgewirkt und verfälscht.
Highlight für mich war die ach so schwäbische Lösung der eine der großen Frage aller Burgerphilosophen, die uns seit Jahrhunderten beschäftigt und über die wir uns regelmäßig bis aufs Blut zerstreiten: Was gehört über, was unter das Fleisch? Einziges, was fest im Hamburger ist, sind die Brötchenhälften an seinen oberen und unteren Rändern sowie irgendwo dazwischen ein Fleisch und die anderen Sachen. Einige Revolutionäre behaupten gar, nur das Fleisch würde zum Burger gehören, aber das geht dann selbst mir zu weit. Was nun aber wohin gehört, das ist Streitfrage. Ganze Ehen zerbrachen schon an dieser simplen Frage, und so wie Columbus ein Ei auf dem Tisch stellte, stellt Hanselmann die komplette Burgerwelt auf den Kopf. In deren Hamburgern liegen Soßen und Salat jeweils auf beiden Brötchenhälften und verzieren so gleichmäßig auf oben und unten verteilt das sehr gelungene, aus eigener Herstellung stammende, Fleisch. (Wäre bei einer Metzgerei auch sehr enttäuscht, hätten die Fertigpatties).
Insgesamt für das Preisfeld und einen Fensterimbiss ein recht gelungener Hamburger. Wer eh zum praktisch direkt daneben gelegenen Burgeramt Bürgeramt muss, kann hier ein günstiges Mittagessen abstauben. Extra nur für diesen Hamburger würde ich allerdings nicht (nochmal) dorthin fahren.
3 von 5 Kittelschürzen.

TüBurger – Saints & Scholars

Machen wirs kurz: Ne.
Saints & Scholars Hamburger (superverwackelt)
(Soße ok, Pommes fad, Standardbrötchen und die zwei dünnen Patties kalt, Salat meh, Wartezeit über 20 Minuten. Vielleicht hatte ich auch nur Pech.)

TüBurger – Krokodil (Rottenburg)

Ach herrje. Eigentlich war ich drauf und dran dem Krokodil in Rottenburg die Bestwertung zu geben. Bei unserem ersten Testbesuch stimmte so gut wie alles – Brötchen, Burger, Salat, Zwiebeln, Fleisch, sehr gute Soße; dazu sehr guter Service -, nur konnte ich kein Foto machen, beim zweiten stimmte das Foto, nur der Rest irgendwie nicht so.

Nicht, dass sie mich falsch verstehen. Der Burger war gut. Nur nicht besser als die anderen zwei bisher getesteten Läden in Rottenburg. Ich aß einen Fat Mikes. Die Karte versprach „3 1/2 Unzen Burger mit Chilly-Poppers, gebackenen Onionrings, Krautsalat und Chesterkäse“ – und das bekam ich auch. Nur waren die Onionrings auf dem Burger recht… fad (zumindest im Vergleich zu den Onionrings vom FBI). Die Chilly-Poppers poppten nicht (aber da war ich noch nie Fan von), das Fleisch war nur ok. Vielleicht bin ich mit zu großen Erwartungen reingegangen. Vielleicht ist Sonntagabends ein_e anderer Koch_Köchin da. Jedenfalls war ich „nur“ zufrieden.
Dabei war der normale Hamburger mit Pommes – für 6,30 Euro – beim letzten Besuch unheimlich gut. Da stimmte alles. Wirklich. Vielleicht hatte ich nur einen schlechten Tag oder… herrje.
Preislich ist das Krok weiterhin großartig, auch der Service war relativ gut (beim ersten Testessen überragend, beim zweiten ok, macht zusammen gut), die Pommes lecker. Trotzdem: Hm.
3,8 von 5 Handtaschen.