Eine gute zweite Halbzeit.

Der Tag heute wurde mit zunehmender Länge besser.
Angefangen hatte er mit einem um 6 Uhr klingelnden Wecker, einer Vorlesung über Öffentliches Recht (an sich ganz gut, nur hoffnungslos überlaufen). Danach folgte die Einführungsveranstaltung in Skandinavistik mit zirka 50 Studierenden und unheimlich sympathischen Dozenten. Bei der Fachschaft gabs „fika“, eine Kaffeepuase mit Kekse und nettem Beisammensein, und ganz nette Gespräche (auch wenn ich da eher passiv blieb).
Abends ging es in die nahegelegene Kneipe zum Fußball schauen. Nach einer katastrophalen ersten Halbzeit – die Deutschen zimmerten eins nach dem anderen rein und führten die Schwedischen Spieler regelrecht vor – wendete sich das Blatt in der zweiten Halbzeit. Erstes Tor, zweites Tor, drittes Tor, keine 15 Minuten sind vergangen. Noch ein Tor im Rückstand. Letzte Minute. Tor. TOOOOOOOR!!!
Dabei hatte ich mich in der Halbzeit noch mit meinem zukünftigen Schwedisch-Dozenten unterhalten, dass es keine Schande wäre, dass Schweden verliere gegen eine der besten Mannschaften der Welt. Und dann sowas. Unglaublich, wirklich.
Ich kann nach diesem langen, anstrengenden Tag nun beruhigt schlafen. Obwohl ich tatsächlich heute kaum jemand kennenlernte. Aber, bekanntlich brauch ich da immer ein bisschen mehr Zeit.

Abschalten.

Vermutlich muss ich ihn angesehen haben, als hätte er mir mitgeteilt, es gäbe dort, wo ich hingehe, keinen Sauerstoff, aber in Wirklichkeit sagte er nur, es werde kein Fernsehen geben.
KabelBW verlange, so meinte er, für den Kabelanschluss zusätzlich zur Internetflatrate satte vierzig Euro (das sind 23 % meines momentanen Einkommens) und man konnte förmlich spüren, wie es im Raum kälter wurde. „40 Euro?“ frage ich bestürzt. „40 Euro.“ „Ja, dann macht das keinen Sinn.“, sage ich und drifte in einen Tagtraum ab. Heute in 3 Monaten: Ich bin hochgebildet, sehr strebsam und verabscheue das Fernsehen mindestens so sehr, wie Peter Lustig Kinder*. Außerdem rieche ich gerne meine eigene Flatulenz (South Park) und versuche andere Leute davon zu überzeugen, die Flimmerkiste ebenfalls rauszuwerfen.
Erwacht aus meinem Tag-Albtraum erklärt mir mein Onkel/Vermieter, ich könne ja mit einer DVBT-Antenne Fernsehen. Ich fühle mich wie in einem Entwicklungsgebiet. Wie soll ich jetzt die Samstag-Abend-Tweets verstehen? Wie soll ich den Tatort genießen? Wie… eigentlich hält mich nichts besonders am Fernsehen. Ich sehe gerne gute Serien, am liebsten im Originalton – und das bietet mir das Fernsehen kaum noch -, sehe gerne gute Filme und Dokumentationen. Aber, wenn ich pro Woche wirklich nur die Zeit sehe, die ich vor dem Fernsehapparat sinnvoll verschwendet habe, dann bleiben da vielleicht 3 Stunden übrig. 3 Stunden pro Woche (maximal), gegenüber 5 und mehr Stunden täglich. Erschreckender Gedanke, den die durchaus kritikwürdigen Macher des Zeitgeist-Films auf Facebook aufwarfen: Wenn wir wie der durchschnittliche Amerikaner am Tag „nur“ 5:11 Stunden Fernsehen schauen, dann sind das im Jahr – gemessen an einem 16-Stunden-Tag (Schlaf ist also direkt rausgerechnet) – 118 Tage, also fast vier Monate!
Will ich wirklich vier Monate jedes Jahr mit Wiederholungen von Scrubs, Episoden von Family Guy und Schwiegertochter gesucht verbringen? In der Woche, bevor ich auszog, lag ich auf dem Sofa im Wohnzimmer meiner Eltern und schaute „Mieten, Wohnen, Kaufen“ auf VOX. Mir wurde gesagt, man hätte mich angesprochen und mit der Hand vor meinen Augen herum gewedelt. Ich habe nichts davon mitbekommen. Entweder habe ich offenen Auges geschlafen oder das Fernsehen hat mich derart aufgefressen, dass jede reale Welt wie ausgeblendet war.
Eigentlich sollte das ein Warnruf sein. Eigentlich sollte ich diese Gelegenheit nutzen, keinen Fernseher mehr anzuschaffen. Aber, ich werde es dennoch tun. Um Videospiele mit Freunden spielen zu können. Um Filme von DVDs sehen zu können. Um ein Gerät zu haben, bei dessen Nutzung ich nicht weiß, ob ich gerade spiele oder arbeite, sondern bei dem tatsächlich das Spiel, die Unterhaltung, das Nichts tun im Vordergrund steht. Und Serien kann ich immer noch im Netz oder auf DVD sehen. Oder – z. B. den Tatort – in einer der örtlichen Kneipen. Ist ja auch viel besser, als alleine daheim vor der Mattscheibe zu versauern.
Das einzige, was mir fehlen wird ist wohl die Ausweichmöglichkeit, die das Fernsehen einem bietet. Sitzt man nämlich Abends mit Freunden in der Wohnung, so lenkt der laufende Fernseher ausreichend davon ab, dass man nicht weiß, was man tun soll. Oder will.
Der Fernseher ist das Lagerfeuer, dass man anstarren kann, wenn man eigentlich nichts zu sagen oder zu denken hat. In meiner Wohnung werde ich diese Möglichkeit – aller Wahrscheinlichkeit nach – nicht haben. (Außer, DVBT funktioniert besser, als es die Empfangsprognose glaubend machen will.)
—–
*Dass Peter Lustig keine Kinder mag ist natürlich Unsinn. Einer der vielen Beispiele für die Wahrheiten verschleiernde Berichterstattung der Springer-Presse. Einen kurzen Artikel dazu findet sich beispielsweise hier. Allerdings gibt es auch diverse Kindheitserinnerungen von Menschen, die Peter als Kinderunfreundlich war nahmen, etwa auf gutefrage.de

Einmal Gutscheine bitte.

    „Tübingen geschenkt“ ist das Gutscheinheft der WIT Wirtschaftsförderungsgesellschaft Tübingen mbH. Die Ausgabe erfolgt kostenlos an alle Neubürgerinnen und Neubürger, die sich mit erstem Wohnsitz in der Universitätsstadt Tübingen anmelden.“ – Impressum Gutscheinheft

Bäm! Wer seinen Erstwohnsitz nach Tübingen verlegt – mit einem supereinfachen Formular – bekommt ein Gutscheinheft der Wirtschftsförderung ausgehändigt. Was da drin ist (Stand Januar 2012) hab ich hauptsächlich für mich selbst hier mal aufgelistet.
Wie in allen Neubürger-Drucksachen gibt es auch im Gutscheinheft erstmal ein „Grußwort“ des regierenden Oberbürgermeister Boris Palmer, der dieses Jahr 40 wurde und der sich mit breitem Lächeln selbst und seine Stadt gerne mit Fahrrad präsentiert. So informieren die ersten Seiten vor allem über die Klimaschutzziele der Stadt, wie man Energie spart und wie toll die Stadtwerke sind. Aber, mal ehrlich, wir interessieren uns doch nur für die Gutscheine, oder? Also skippen wir das ganze und gehen die Gutscheine nach Themen sortiert durch.
(Keine Gewähr auf Richtigkeit oder Vollständigkeit der Angaben.)
Kulturangebote12 mal ermäßigter/kostenloser Eintritt, 4 mal weiterbilden, 3 Führungen und 1 Poster

  • Kostenloser Eintritt ins Tübinger Stadtmuseum. – Ersparnis immerhin 2,50 Euro. Ob man sich das ansehen will, erfährt man am ehesten auf deren Internetseite. Gibt immer mal wieder Sonderausstellungen und ab und an auch ziemlich interessantes.
  • Ermäßigter Eintritt in die Kunsthalle Tübingen.
  • Museum Schloss Hohentübingen – Freier Eintritt (Yay. Umsonst ins Museum. Wobei ich ehrlich gesagt von Hohentübingen nicht so beeindruckt war, kann aber auch daran gelegen haben, dass ich damals den vollen Eintrittspreis bezahlte und lieber ein paar Schritte davor im Schlosscafe halt gemacht hätte.)
  • Herbert Rösler-Poster umsonst von der Gruppe 91
  • Freier Eintritt in den Hölderlinturm
  • Volkshochschule – 5 Euro Kursrabatt
  • 10 % Nachlass bei einem Französischkurs
  • Familien Bildungsstätte Tübingen – 5 Euro Kursrabatt
  • 2 Monate kostenloser Schnupperausweis der Stadtbücherei – Für mich Kleinstädter ein riesiges Ding mit mehr Büchern, als ich je lesen können werde, und mit mehreren Außenstellen und einer zentralen Hauptstelle mitten in der Stadt ganz praktisch. Für Studenten aber – da diese ja die Universitätsbücherei nutzen können – nur halb interessant. Dennoch: 4 Euro (soviel kostet normalerweise der Schnupperausweis) gespart. Infos hier.
  • Stadtführung zum ermäßigten Preis – 2,50 statt 4,50 Euro
  • Kostenlose Teilnahme an drei geführten Fahrrad-Tagestouren des ADFC.
  • NABU – Halber Preis für Rad- oder Wandertour
  • 2te Karte umsonst im LTT
  • Zimmertheater Tübingen – Ermäßigte Eintrittskarte.
  • d.a.i – Gratiseintritt zu einer Veranstaltung im Deutsch-Amerikanischen Institut.
  • Freier Eintritt zu einer jamclub-Veranstaltung.
  • Zweite Karte Gratis für ein Heimspiel der WALTER Tigers Tübingen
  • Ermäßigter Eintritt zu einem Klassikkonzert. – www.konzerte-tuebingen.de
  • Sudhaus (Kulturveranstaltungen, Konzerte, Ziemlich großartiges Zeugs und gar nicht mal so unbekannte Künstler) – 3 Euro Nachlass an der Abendkasse oder ein Glas Sekt.
  • Osiander Buchhandlung – Gratis-Eintritt zu einer Veranstaltung

Fahrrad, Transport 2 Fahrradschläuche, 1 Reparaturset, 1 Einkaufsgutschein

  • Fahrradladen am Haagtor – Einkaufsgutschein im Wert von 7,50 Euro
  • dämpferklinik.de – Gutschein für Fahrradschlauch und heißen Espresso
  • Rad & Tat – Gratis Schwalbe Fahrradschlauch im Wert von 6,90 Euro.
  • TransVelo – Kostenloses Flickset und Reifenheber (Wert: 5,30 Euro)
  • teilAuto – Carsharing 3 Monate lang testen ohne Grundgebühr, ohne Anmeldegebühr, nur 50 % Kaution (Dieser Gutschein lohnt sich tatsächlich. Man spart nicht nur die 50 Euro Anmeldegebühr, sondern auch mindestens 200 Euro Kaution. Krass!)
  • Fahrschule Rieker – Kostenloses Lehrmaterial für agemeldete Fahrschüler.

Gesundheit, Einkaufen, KaffeeGünstigerer Haarschnitt, jede Menge Fitness, Getränke, günstigerer Einkauf, günstigere Zeitung und jede Menge Kaffee

  • Coiffure Velly – 5 Euro Rabatt auf den 12-Euro-Haarschnitt (oder irgendwas anderes für 12 Euro)
  • Kieser-Training – 4 Wochen für 19 Euro
  • Fitness & Gesundheits-Club Mapet – Rabatt im Wert von 99 Euro auf die Mitgliedschaft.
  • Easy Sports – 7 Tage Gratis testen
  • Freier Eintritt ins Tübinger Freibad.
  • Buch-Kaffee Vividus – 2 für 1 Getränkegutschein
  • Gratiskaffe bei Elektro Betz
  • Silberburg – 3 Hochland-Kaffee-Spezialitäten umsonst
  • der faire Kaufladen – 20 % Rabatt auf einen umweltfreundlichen Einkauf
  • Schwäbisches Tagblatt (Regionalzeitung) – Vier Monate abonnieren, nur 3 bezahlen.

EssenGratis-Bier, Gratis-Getränk, Frühstück, und zwei indische Gerichte, Kaffeespezialität

  • Delhi Palace – Ein vegetarisches Gericht oder zwei Gerichte à la carte gratis. Alternativ 5 % Rabatt auf einen Einkauf ab 30 Euro im „Delhi Shop“.
  • Gratis Neckarmüller Weiße hell 0,5 l beim Neckarmüller, gegen Abgabe der Adresse.
  • Verzehrgutschein über 3 Euro im Casino am Neckar
  • Kaffeehaus padeffke – Gutschein für eine Kaffeespezialität.
  • Istambul Restaurant – Beim Verzehr einer Speise ein Getränk gratis
  • Ludwigs – zweites „Süßes Frühstück“ umsonst

Banken, Versicherungen, SonstigesKostenlose Girokonten, Einkaufsgutscheine und Energiesparen

  • Volksbank Tübingen – Kostenloses Girokonto inklusive VR-BankCard (ein Jahr lang)
  • Kreissparkasse Tübingen – Kostenloses Girokonto inkl. Kreditkarte (ein Jahr lang).
  • Stadtwerke Tübingen – 30 Euro Einkaufsgutschein, wenn man zu ihrem Strom wechselt.
  • BUND – Kostenlose 14-tägige Ausleihe eines Stromverbrauch-Messgerät und ne Broschüre mit Energiespartipps

Ich werde wohl den Gutschein vom Inder nutzen – der hier direkt um die Ecke ist – und mich beim nächsten geplatzten Fahrradreifen vertrauensvoll an einen der Händler wenden. Der Carsharing-Gutschein, so verlockend er ist, kommt für mich aufgrund meines fehlenden Führerscheins nicht in Frage. Und das Neckarmüller-Bierchen darf man natürlich auch nicht verkommen lassen. 😉
Zusammenfassend: Dieses Gutscheinheft führt einen nicht nur ausreichend in die wichtigsten Ecken der Stadt – von der Südstadt, über den gesamten Innenstadtbereich bis in die Gartenstraße und in den Norden, sondern macht auch mit den vielen vielen Kultur-Sachen vertraut, die man ansonsten wohl eher übersehen würde. Ich hoffe, dieses Gutscheinheft lohnt sich auch für die Wirtschaftsförderung, als Neubürger möchte ich es nämlich nicht missen.

"Cool. Eine heiße Quelle."

Nachdem ich gestern einen Biersee hatte, ging es heute mit der Bewässerung direkt weiter.
Eigentlich wollte ich gerade gehen, da höre ich einen Schlag und ein lautes Plätschern. Das Ventil des Heizkörpers und der Stift liegt auf dem Boden, der sich mit heißen Wasser aus der Heizung füllt. Ich hole einen Eimer, der viel zu schnell voll wird und natürlich habe ich keinen zweiten Eimer und das nächste Waschbecken, in das ich das Wasser schütten kann ist – genau! – am anderen Ende der Wohnung. Shitshitshit! Ich renne nach oben, wähle die Nummer des Heizungsnotdienstes, die dort an der Pinnwand hängt. Raten Sie mal, welcher Handwerke heute sein Handy ausgeschaltet hat? Genau. Ich leere den Eimer, verbrühe mich an dem Mistwasser und rufe panisch meine Mutter an – weil ich die Nummer meines Vermieters nicht zur Hand habe -, diese ruft ihn dann an und nach einer Stunde in meiner eigenen, kleinen Sauna mit heißer Quelle taucht dieser mit Werkzeug auf.
Im Small-Talk, welchen ich mit seiner Frau / meiner Tante, die er mitgebracht hat, halte, erfahre ich dann auch, dass die Miete wohl deutlich höher sein wird, als ich das bisher erwartet habe. Vor lauter Schock schaffe ich mir nicht einmal, die Zahl zu merken. Toll. Mal sehen, ob ich mir die dann überhaupt leisten können werde…
Boah. Keine Woche in dieser Wohnung und schon… komplett mit den Nerven am Ende.
Bin sehr gespannt, was morgen passiert.

Der Tag des Bier-Sees / Wie man sich so richtig vor Handwerkern blamiert


Was die Frage des peinlichsten Auftritts vor einem Handwerker angeht, so habe ich heute gewonnen. Haushoch. Hier wie immer die ganze Geschichte.
Die Heizung in meinem Zimmer funktioniert nicht, wie sie sollte. Deshalb war mein Morgen schon alles andere als toll. Um sieben klingelte der Wecker, ich verpasste den Bus und als ich dann gegen 9 Uhr früh in meinem Elternhaus eintraf, um meinem Bruder bei der Arbeit zu helfen – wie abgesprochen – sagte er mir nur, ich hätte gar nicht kommen müssen. Also ging ich hoch in mein altes Kinderzimmer und kämpfte mit den Staubmäusen, räumte die Bücher meiner Mutter ins Regal und schrieb „Lesezimmer?“ an die Tür.
Ich lud noch ein paar Kleinigkeiten in meinen Rucksack (ein Foto des Elternhaus meiner Tübinger Großmutter, ein alter Topf, ein paar Fertiggerichte, ein Verlängerungskabel…) und fuhr dann wieder heim. Zug, Bus, ein paar Meter laufen, Haustüre stehen offen, ich falle beinahe die Treppe herunter, öffne die Wohnungtür und hab direkt einen Shining-Moment. Im – wirklich sehr langen – Flur steht ein fremder Mann mit Werkzeug und erklärt mir, er sei Handwerker und habe den Schlüssel von meinem Vermieter Herr B.
Ich gebe mich betont freundlich und er erklärt mir, er hätte den Zählerkasten im Flur angebracht und Internet und Kühlschrank wären zwar kurz vom Netz gewesen, sollten nun aber wieder funktionieren. Ich sehe nach. Handy hat W-Lan, wunderbar. Die Bierkisten, auf denen der Router stand, sind nun auch abgelöst. Küche. Licht geht. Alles toll. Kühlschrank auf.
Bäääm!
Mit großen Klirren landet das Getränkefach in der Tür auf dem Boden. Vier Biere – große Glasflaschen mit Henkelverschluss, ein Einzugsgeschenk – landen auf dem Boden. Sofort gibt es einen kleinen, sich verteilenden See aus stark riechendem Bier und Scherben. Ich schnappe mir einen Lappen. Suche verzweifelt lange nach einem Eimer und beginne, die Sauerei aufzuwischen.
In meiner freundlichen Rolle des Mieters frage ich den Elektriker, der noch immer im Flur werkelt und alles mit angehört und gesehen hat, ob er auch solle Tage kenne, an denen man besser im Bett geblieben wäre. Er pflichtet mir bei, meint es seie halt Montag und arbeitet weiter. Wäre der Boden nicht gefliest gewesen, ich wäre darin versunken.
Ich fülle einen ganzen – kleinen – Eimer mit dem Bier vom Boden und den Scherben, dann noch einen, wische danach nochmals nass durch und schäme mich. Weil ich teure Nahrungsmittel kaputt gemacht habe, weil ich dies vor dem Elektriker tat und weil dieser offenbar seit langen Jahren sehr gut mit meinem Vermieter-Schrägstrich-Onkel zusammenarbeitet.
Hmpf. Mein dritter Tag in dieser Wohnung und schon stinkt hier alles, als wäre es eine Brauerei. Der Handwerker packt zusammen, wir reden noch kurz über die Wohnungsnot unter Studierenden und dann verabschiedet er sich sehr freundlich, ich wünsche ihm einen schönen Tag. Dann schnappe ich mir ein Anti-Geruchsspray, warte bis er gefahren ist, öffne alle Fenster und hoffe einfach auf das Beste.
Keine Woche in der neuen Wohnung und schon Hopfen, Malz und Würde verloren.
Scheiß Montag.