TüBurger: Burgermeister (Revisited)

Nach längsten Ankündigungen ist die Tübinger Institution im Burgerbraten – der Burgermeister in der Poststraße – endlich in größere Räumlichkeiten gezogen. Statt dem Geheimtipp am Ende von Fluren, dem Hackfleisch-Narnia zwischen Blauer Brücke und Bahnhof, ist nun Flachbildschirme mit Karte darauf, bequeme Sitze und elektrische Burger-Fertig-Benachichtiger-Dinger. Burgerbraten mit Hightech statt mit Herz? Das war zumindest nicht mein Eindruck, als ich heute mit meinem Bruder diesen rundum neuen Laden betrat. Er ist groß, geräumig, sauber – aber noch nicht ganz fertig. Während wir warteten verfugte ein Handwerker noch den Tresen.
Burgermeister (Eröffnungswoche)
Man bestellt, bezahlt und bekommt dann einen kleinen Pager, der leuchtet, wenn die Bestellung abgeholt werden kann. Bei uns hat das nicht ganz funktioniert – die Technik ist eben noch ganz neu -, daher brachte eine Mitarbeiterin unsere Burger an den Tisch. Insgesamt waren drei Leute in der Küche beschäftigt. Wir warteten keine 10 Minuten auf unser Essen. Top.
Geschmacklich war der Burger ok bis gut. Sicherlich ist da noch Luft nach oben – meinte zumindest mein Begleiter -, und man muss den Leuten in der Küche auch die Einarbeitungszeit gönnen. So dürfte leicht mehr Soße drauf sein, die Brötchen noch ein bisschen mehr gebräunt werden, das Pattie war schon leicht zu schwarz …. für mich sind das aber Kleinigkeiten. Der „Big Fat Mama“ war – mit köstlichen Zwiebelringen, für die allein ich nochmal wiederkommen werde -, ordentlich Fleisch und Salat, … so groß, dass ich ihn kaum in den Mund bekommen habe. 10 Euro und vier für Getränk und Pommes. Preis-Leistung sind also ok-ish, verglichen mit den alten Räumlichkeiten aber doch deutlich teurer.
So beginnt ein normaler Hamburger bei 5,60, das neue „Schülermenü“ mit Burger, Pommes und Getränk (0,33l) kostet 6,90. Ob das Menü so bleibt? Die Preise befanden sich in den drei Besuchen bisher – jeweils in anderer Zusammensetzung – doch in starkem Wandel. Finde ich aber noch absolut moderat – vor allem für die Größe der Burger. Mal schauen wie sich das entwickelt.
Burgermeister (Eröffnungswoche)
Inzwischen war ich wie gesagt mehrfach dort. Die Schnelligkeit des ersten Besuchs konnte nicht eingehalten werden, der Service und die Qualität stimmen aber meiner Meinung nach. Außer die Brötchen, was aber auch eine Kunst für sich ist.
Geben wir dem Laden noch ein paar Wochen, um sich weiter einzuarbeiten. Dann dürfte hier – und ja, das liegt auch an den unglaublichen Öffnungszeiten bis in die (Samstag)Nacht – eine der besten Tübinger Burgerläden sein.

siamo tutti antifascisti (312)

300 Antifaschist_innen spazierten gestern durch Rottenburg. Die Geflüchtetenunterkunft hatte gebrannt, und auch wenn unklar ist, warum, sollte Solidarität gezeigt werden. Fremdenhass – egal, ob der Anlass nun ein solcher Fall war oder nicht – sollte in dieser Stadt keinen Platz haben. Hat er aber, wie mehrere Redner_innen bei der Kundgebung auf dem Marktplatz feststellten. Das beginnt bei dem Übergriff auf zwei Gambierinnen kurz vor Weihnachten 2014, geht über manche rechtsradikalen Parolen und Aufkleber, steckt aber auch in unserem Gewerbegebiet in Form des Kopp-Verlag, der unter dem festen Glauben an „Meinungsfreiheit“ – neben Ufo-Verschwörungsleuten und Aluhutträger_innen – auch rechten Hetzern und deren „Konservativen“ Vordenkern Platz bietet. Der Rassismus steckt letztlich aber auch in unseren Köpfen – und ich nehme mich davon nicht aus -, in unseren Behörden und Verwaltungen. Nazis morden, der Staat schiebt ab. Das ist das gleiche Rassistenpack! (Ist das so?)
Dabei zeigt sich, wie gespalten diese Bewegung(en) eigentlich sind. Halten wir die „internationale Solidarität“ hoch, oder sind die „antinationale“? „Grenzen auf, überall! – Stacheldraht zu Altmetall!“? „Gegen das Konstrukt von Gender und Nation, für die soziale Revolution!“? Sind das wirklich Parolen, die ich mittragen kann? Und wenn nein, wenn einzelne Schilder meine Meinung nicht widerspiegeln, sollte ich dennoch solidarisch sein?
Mein Vater rief mich heute an. Er hatte mich im Demozug gesehen, und war sich wohl zunächst nicht sicher, ob hier Rechte oder Linke demonstrieren. Und ich gebe zu, der schwarze Block auf der einen Seite und Entwicklungen wie „Nipster“ auf der anderen machen eine Unterscheidung im vorbeigehen schwierig. Er lobte mich, sagte wie wichtig die Arbeit von Antifaschist_innen sei, und dass niemals mehr so etwas passieren dürfe wie 1933. Er sagte, er hätte auch demonstriert, hätte ich ihm bescheid gesagt.
Hätte ich ihn einladen sollen, wo ich mir selbst nicht sicher bin, ob ich dort hingehöre? Ob ich alles mittrage, was mitgetragen wird? Ob ich jeder Rede zustimme? Muss ich das auf einer Demo überhaupt. Blick nach links, Blick nach rechts. Vor mir nette Leute, nach mir nette Leute. Gehöre ich hier hin? Wirklich? Sind wir auf der richtigen Seite?
Einerseits: Nach den Informationen, die wir bisher haben, ist ein Brandanschlag zunehmend unwahrscheinlich. Andererseits: Die Angst, hier nicht willkommen zu sein, hier dem Krieg und dem Hass und der Verfolgung nicht entkommen zu sein, sah und sieht man in den Gesichtern. Solidarität ist angebracht, antifaschistische Strukturen sind aufzubauen, Kritik zu äußern, Hilfe zu geben. Eine Frau, ein Kopftuch tragend, winkte aus ihrem Fenster, während der Demozug „Say it loud, say it clear: Refugees are welcome here!“ skandierte. Sie weinte, ich glaube aus Freude.
Wir brauchen nicht abwarten, ob ein Verbrechen begangen wurde, oder ein Unfall passierte, um den Menschen bei uns zu zeigen, dass wir da sind und sie hier wollen. Wir brauchen keinen Beweis von Hass, um Nächstenliebe zu zeigen. Egal, ob es hier einen Anlass gab, oder dieser sich als nur gefühlt herausstellt: Refugees are welcome. Dafür sollten wir auf die Straße gehen, dafür sollten wir praktische Hilfe leisten.
Dass wir dabei untereinander unterschiedliche, teilweise sich radikal unterscheidende Ansichten haben (Finde z.B. „Solidarität muss Praxis werden, Feuer und Flamme den Abschiebebehörden!“ jetzt eher … meh.), ändert nichts an zwei meiner Meinung nach ziemlich großen, gemeinsamen Nennern: Kein Mensch ist illegal. und Siamo tutti antifascisti.
Wie praktisch das ganze ist – ob man nun sein Kind fürs Mitlaufen lobt, man sich aktiv in Gruppen organisiert, ob man Rassisten rauswirft oder offen Menschenfreundlich ist -, welches Ziel man anstrebt und mit welchen Mitteln, ist dann vielleicht erstmal nicht so wichtig.

What Difference Does it Make?

Für die Antifa Aufbau Tübingen ist die Sache ziemlich klar: „In der Nacht auf Montag den 07. September 2015 brannte es in einer Flüchtlingsunterkunft in Rottenburg. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es sich hierbei um einen weiteren rassistischen Brandanschlag handelt.“ Die Leute, mit denen ich bisher gesprochen habe, hoffen immer noch, dass es „nur“ ein Unfall war. Ein normaler Brand. Kein Anschlag. Kein rechtsextremer Terror. Nicht schon wieder. Eigentlich wird hier die Willkommenskultur hochgehalten, wird integriert, geehrenämtelt, jede_r hilft so gut es geht. Nun also ein Brand. Ursache noch unbekannt.
St. Moriz
Was für einen Unterschied würde es machen? Die Flüchtlinge entkamen – Gott sei Dank – alle den Flammen. Teils mit Verletzungen oder Rauchvergiftungen, aber alle leben, und das ist die gute Nachricht. Vielleicht gibt es jemand, unter uns, der bewusst ein Gebäude anzünden wollte, vielleicht war es ein Unfall, vielleicht ein Terroranschlag auf unsere Nachbarn und Freunde.
Die Kommentarspalten auf Facebook & Co. quellen über. Hier Solidarität und „Syrier streicheln“, da Verschwörungstheorien und Bullshit. Die AFA Aufbau trifft sich morgen, 19:00 Uhr, zu einer „Aktion“. Was auch immer das bedeutet. (Update: Das Tagblatt berichtet von der Demo/Kundgebung mit 300 Personen.)
Für mich macht es keinen Unterschied, ob die Unterkunft brannte, weil dies oder jenes. Unter uns, in unserer Mitte, ist eine verbrecherische Ideologie angekommen. Menschen hassen Menschen, weil sie sagen, sie seien anders. Menschen verleumden Menschen, Menschen hassen Menschen. Wir sind immer noch und immer wieder die Stadt des KOPP Verlags. Wo Hetze und Verschwörung verbreitet wird. Wir sind die Stadt mit Stammtischen und gläubigen Senioren, die Angst vor den „kriminellen Asylanten“ haben. „Liebe deinen Nächsten“ am Arsch. Nun schreien alle und alle sind so nett und sagen Hallo und… fuck.
Irgendwann wird das Thema aus der Aufmerksamkeit verschwunden sein. Aber die rechten Tendenzen, die Feindschaft sät unter den Nachbarn, die wird weiter da sein. Aber keine Entschuldigungen mehr, keine weiteren Entschuldigungen. Ich bin zu müde, ich bin so müde und ich fühle mich sehr krank und schlecht heute. Da ist etwas in unserer Gesellschaft, in mir, in dir, in uns. Nicht irgendjemand anderes, kein Einzeltäter. Kollateralschuld.
Es macht keinen Unterschied, was genau gewesen ist. Weil in den Köpfen immer noch der Hass und die Angst von vor 100 Jahren liegt.
Vgl.: Tocotronic: Racist Friend

Jag ska visa dem, jag ska visa dem. Min hjärna brinner av hat. (35)

Das komische mit Prüfungen ist nicht, dass man diese schreibt und dann Punkte bekommt. Das irritierende, was mich immer wieder … belastet, ist wie danach plötzlich ein Thema zu Ende sein soll. Man gibt ein Blatt ab, stammelt eine Antwort, und weiter. Kein Nachdenken, kein Wachsen können an einer Frage.
Heute saß ich in einer dieser mündlichen Prüfungen und wurde gefragt, wann die schwedische Frauenbewegung begann. Das ist so eine Frage, für die man – auch bei langem Nachdenken – wenige oder viel zu viele Antworten findet. Zunächst: Welche Frauenbewegung? Die sich um Gleichstellung bemühte? Um Wahlrechte? Um Mündigkeit? Reproduktionsrechte? Für, gegen? Und wie können solche Bewegungen durch nationale Grenzen eingeschränkt sein? Die Erklärung der Menschenrechte, die Frauen und Unfreie ausklammerte – also praktisch nur weiße Männer betraf -, könnte man als Anfangspunkt nehmen. Eine Ungerechtigkeit, auf die entsprechend reagiert wurde. Man könnte den weltweiten Kampf um Wahlrechte nehmen, zwischen der Jahrhundertwende und dem 1. Weltkrieg. Beispielsweise in UK – Suffragetten – führte dieser Kampf ums Frauenwahlrecht zu Anschlägen. Man könnte über Verhütungsmittel reden, oder Mündigkeit für unverheirate Frauen (ab 1858 konnten unverheirate Frauen über 25 in Schweden vor Gericht ihre Mündigkeit einklagen) oder über die Frage, ob Frauen eine Seele haben oder diese erst durch Heirat erhalten. (Allein die Vorstellung). Man könnte aber genauso fragen, ob Wikingerfrauen nicht – möglicherweise? – gleichberechtigt(er) waren. Man könnte fragen, woher eigentlich die Unterschiede kommen. Ob die Unterscheidung von sozialer Unterdrückung und Unterdrückung von Frauen in einer bäuerlichen Gesellschaft überhaupt notwendig ist, bzw. ob an der Form der zusätzlichen Unterdrückung – etwa durch Kinder gebären -, effektiv etwas geändert hätte werden können. In einer ländlichen Arbeitswelt gibt es nicht „das Frauchen“, welches „zu Hause bleibt“. Da erledigten alle die Aufgaben, die sie übernehmen konnten – und das musste nicht am Geschlecht hängen. Frauen des Mittelalter, Frauen der Aufklärung, sie alle konnten gleichgestellt sein. Nicht gesellschaftlich in allen Ebenen, aber die Witwe eines Handwerkers konnte den Betrieb übernehmen. Wo begannen wir zu konstruieren, dass Frauen weniger wert seien? Und warum? Das Frauen „das andere“ wären. Schlechter, weniger wert? Und warum haben wir es noch nicht geschafft, das rückgängig zu machen?
Skandalliteratur wie „Die Woche mit Sara“ (Almqvist)? Wie „Nora“ (Ibsen)? Wie „Frauen und Apfelbäume“ (Martinson)? Wie „Bitterfittan“ (Sveland)?
Es gibt nicht „die Frauenbewegung“. Es gibt viele einzelne und teilweise zusammenarbeitende Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten an unterschiedlichen Zielen unterschiedlich erfolgreich gearbeitet haben. Teilweise auch gegeneinander. Von „Bewegungen“ zu sprechen, ist eine Vereinfachung der Geschichtswissenschaft, weil wir mit Wirklichkeiten nicht klar kommen. („wir“?)
[…]

Irgendwas ungelesenes mit Uniwahlen. (15)

Ich bin in einer Fachschaft aktiv. Weil die Uniwahlen kurz bevorstehen half ich auch ein bisschen beim Wahlkampf mit. Flyer verteilen und sowas. „Unsere“ Flyer sind billigster Druck auf buntem Papier und Infos, was die Studierenden in ihrer Selbstverwaltung so alles hinbekommen. Ein Umsonst&Draußen zum Beispiel, Filmabende zu Gleichstellung… Darin finden sich aber auch Tippfehler und man merkt, wie schwer es fällt, zugleich die Selbstverwaltung zu tragen und für sich als Gruppe Werbung zu machen. Selbstverwaltung ist nicht sexy. Basisdemokratie ist nicht sexy, sondern vernünftig und sehr sehr anstrengend. Und Viele müssen sehr viel arbeiten, damit das funktioniert. Das tut es – zugegebenermaßen – oft nicht. Teilweise scheitert man an der Uni, teilweise an den eigenen Ansprüchen, teilweise an zu geringer Beteiligung. Selbstverwaltung ist halt unsexy, matt, verblichen und günstig gedruckt. Aber sie ist auch schlagkräftig, weil keine anderen Interessen – keine Parteipolitik, keine Landtagswahlen, keine Linientreue – sie in ihrem Handeln einschränkt. Selbstverwaltung, unabhängig, basisdemokratisch. Das ist nicht sexy, aber… sinnvoll. Zumindest erscheint mir das so.
Eine der „politischen Hochschulgruppen“, die irgendwo in der Nähe einer Partei zu stehen scheint, flyerte in der Mensa, als unsere Fachschaft – zusammen mit anderen – „unsere“ Flyer auslegte. Hochglanz, Karten und Faltblätter mit lächelnden Gesichtern von angehenden Juristinnen, Lehrerinnen und Rhetorikerinnen auf deren Flyer. Dazu Wahlkampfparolen und Forderungen. Auf „unserem“ keine Gesichter. Bei „uns“ entscheiden basisdemokratisch die Fachschaften – und damit alle Studierenden. Jede kann mitmachen. Das ist verdammt viel Anspruch, aber auch alles andere als Hochglanz.
Ein paar Punkte dieses fremden Hochglanzflyers – und der Gummibärchen und Muffins, die die gleiche Gruppe neulich verteilte -, macht mir als Skandinavistik-Student Sorge. Einer der Forderungen etwa betrifft Fremdsprachen, die laut deren Willen zentral im Fremdsprachenzentrum angeboten werden sollten. Für unseren Studiengang würde dies bedeuten, dass wir nicht nur weitere Dozentinnen abgeben müssten, sondern auch zentrale Inhalte des Studiums – Sprachkurse, die sich an unseren Studieninhalten ausrichten und nicht an einer Allgemeinheit – verloren gehen müssten. Natürlich sind unsere Kurse offen auch für andere Studierende. Aber es gilt – und das ist essenziell für diesen Studiengang -, unsere Studierende haben Vorrang. Anders wäre die Skandinavistik in Tübingen nicht haltbar. Nicht so, wie sie ist. Nicht so, wie sie sein kann. Mit zentralisierten Sprachkursen steht die Legitimität unseres Studiengangs auf der Kippe – und er würde zum Wiedergänger werden.
Ein anderer Punkt ist das Einwerben von Drittmitteln. Zum einen bereitet mir die Vorstellung, in einem ALDI-Hörsaal zu sitzen, Unwohlsein – denn selbst wenn daraus offiziell keine Beeinflussung entstehen darf, so ist allein schon ein Name, ein „Gespendet von XY“-Täfelchen eine Beeinflussung. Die Sprachwissenschaften haben ausreichend oft bewiesen, wie Worte unsere Realität prägen. Andersherum: Entstünde keinerlei Beeinflussung der Universität – und ist sie auch noch so klein -, so hätten bspw. Stiftungen auch kein Interesse daran, hier ihr Geld zu geben. Hinzu kommt, dass eingeworbene Drittmittel schnell als Argument dienen können, staatliche Mittel zu kürzen. Warum Bildung von der „Großzügigkeit“ Einzelner abhängen soll und der Staat auf sein Recht verzichten soll, die notwendigen Gelder über Steuern usw. eben einzusammeln, erschließt sich mir nicht. Ist das nicht genau seine Aufgabe? Die Finanzierung dessen, was aus Gutmütigkeit nicht zu finanzieren wäre, aber finanziert werden muss?
Aber dann dachte ich mir: Bin ich hier nicht parteiisch? Ist meine Meinung, dass eine Universität mehr sein muss als die Vorbereitung für einen Arbeitsmarkt, nicht nur eine von vielen? Dass sich der Wert einer Wissenschaft nicht an ihrer finanziellen Verwertbarkeit ausrichtet…? Vielleicht bin ich damit inzwischen in der Minderheit. Vielleicht sind solche Gedankengänge nicht mehr sexy genug. Vielleicht bin ich egoistisch, weil ich die Gemeinschaft von Studierenden – organisiert in Fachschaften – einer parteinahen politischen Hochschulgruppe vorziehe. Es muss sich wohl alles am Markt ausrichten – und wir haben darauf keinen Wert. Sind nicht Hochglanz, tragen keine Gummibärchen an unserem Rücken getackert.
Vielleicht bin ich in einer Fachschaft und das erste mal seit über 10 Jahren stellen diese bald nicht mehr die Mehrheit in unseren Gremien. Oder wir sind wieder stärker als bisher. Ich kann das überhaupt nicht abschätzen gerade.