Einzugsrechte

Wer bestimmt eigentlich, wer rein kommt?
Grundsätzlich gibt es ja bei WGs zwei Varianten. Eine ist eine Wohngemeinschaft, in der sich Menschen zusammen finden, die sich einreden, zumindest ein bisschen zusammen wohnen zu können. Dann entscheiden auch die Bewohner einer WG, wer dort wohnen darf und soll. Die andere Variante ist Fremdbestimmt. Man wird einfach mit Leuten zusammengeworfen, mit denen man nun wohnen muss. Mitspracherecht? Wie bitte?
Beide Varianten sind natürlich berechtigt, gehen dabei aber von zwei völlig unterschiedlichen Betrachtungsweisen aus. Erstere, die lediglich „Wohnen“ betont, geht von der weitverbreiteten Annahme aus, der Vermieter ist Eigentümer, weshalb er – und nur er – bestimmen dürfe. Ob die Bewohnern sich „riechen können“ ist dabei nebensächlich. Jeder hat einen eigenen Vertrag mit dem Vermieter und deshalb auch nur je einen Anteil an der Gemeinschaftsfläche. Die andere Variante betont die Stellung des Bewohners. Wer einen Lebensraum mit anderen teilt, soll selbst über diesen Lebensraum mitbestimmen können. Diese Idee setzt in aller Regel einen Vertrag für alle Mieter voraus, einer Gesamtmiete und Untervermietung. Sinnvoll? Wer weiß.
Im Moment ist diese Frage noch nicht akut, weil das Thema noch nicht aufkam. Bber ich vermute, dass ich eine Starke Bewohnerrolle vertreten werde, und er aus seiner jahrelangen Erfahrung mit Mietverhältnissen eine starke Vermieterrolle bevorzugen wird. Was wäre ein Mittelweg?
Man könnte eine Mitbewohnervereinbarung abfassen, die neben Putzplänen, oberster Direktive und all diesen Dingen auch ein Vetorecht ermöglicht. Selbiger nur nach Innen geltende Vereinbarung müsste dann auch der Vermieter unterzeichnen. Wäre das rechtlich bindend? Oder könnte man dies so ausgestalten, dass kein einklagbares Recht daraus entsteht? Also vor allem, dass daraus kein Kleinkrieg mit Anwälten geführt werden kann? Und wenn nichts einklagbar ist, wie diese Vereinbarungen zum Bestand verhelfen? Vielleicht mit Strafzahlungen in die WG-Kasse? Man könnte als Maximalmaßnahme auch eine Mietkürzung in Erwägung ziehen, wenn der Vermieter in Dreister Weise gegen diese Vereinbarungen verstößt (z.B. das Vetorecht ignoriert), die von allen beschlossen werden müsste und keinen finanziellen Vorteil den Bewohnern bringen dürfte. Etwa, in dem man das nicht überwiesene Geld einer vereinbarten Hilfsorganisation spendet.

Und wieder alles neu.

Kurz: Neue Blogdomain, neues Feed.
(Feedly-Nutzer hier klicken, TheOldReader bitte hier… )
Altpapierfest
3 Semester wohnte ich in der Gartenstraße, in nächster Nähe an der Kreuzung zur Brückenstraße, und nun ziehe ich doch aus. Mein Bruder wohnt aktuell alleine in unserem Elternhaus und bot mir – was er vermutlich noch bereuen wird – an, in eins der zahlreichen leerstehenden Zimmer zu ziehen. Ich kann gar nicht in Worte fassen, wie sehr ich bei dieser Entscheidung mit mir haderte und wie sehr ich meine Mitbewohnerinnen vermissen werde – was ich bei Gelegenheit aber sicher noch in einem seperaten Eintrag tun werde -, und wie sehr ich mich gleichzeitig darauf freue, schon wieder die Aufregung eines Neuanfangs erleben zu dürfen, aber diese Entscheidung wird das Glück von einer großen Zahl Menschen verfielfachen und mein Dasein in machen Punkten auch vereinfachen… Zumindest hoffe ich das.
Zunächst war es für mich aber wichtig, dieses Blog, welches mir sehr ans Herz wuchs, für eine Zeit nach der Gartenstraße weiterführbar zu machen. Garten Ecke Brücken war ein schöner, gut gewählter Name. Aber doch zu lokal verankert, als dass ich ihn weiterführen könnte. Das bedeutete: Es brauchte eine neue Domain. faulit.de, faul.it usw. in allen denkbaren Variationen fand ich – obwohl die logische Entscheidung – doch immer doof, weil ich wohl auch Sebastian oder meinen Nachnamen als Domain unangemessen gefunden hätte. Was folgte waren unendliche Diskussionen mit wortwörtlich allen Menschen, die ich kenne, und von denen ich hoffe, dass sie nicht weglaufen, wenn ich sie mit einer solchen Frage behellige. Am Ende blieben drei Kandidaten übrig: das letzte blog, lieblingsblog.net und schiebelungensaga.de. Für Letzteres entschied ich mich zunächst, bestellte und bezahlte die Domain… und konnte dann nicht damit ruhig schlafen. Was ich anfangs noch hoch lustig fand – und immer noch lustig finde – bekam immer mehr den Beigeschmack von Zwischenlösung. Von etwas, mit dem ich nicht lange durchhalten würde. das letzte blog gefiel mir wiederum recht gut, aber es macht dann doch nicht Klick. Denn, mein Blog war nie ein letztes, nie ein finales, nie etwas abgeschlossenes, sondern der Ort, das digitale Gedächtnis, in das ich mich – zusammen mit dem Rest des Internets – verliebt hatte (Beachte die zwei unterschiedlichen Lesarten dieses Satzes!).
Dieses Blog ist und war und wird immer mein Lieblingsblog sein und nun heißt es auch so.
Die Umstellung selbst war etwas turbulent, weil ich wieder einmal folgenschwere Fehler an ungünstigen Stellen machte und Alex – an dieser Stelle nochmals ein riesengroßes Danke! – das ganze ausbügeln durfte. Aber nun funktioniert alles, ein neues Theme ist aufgesetzt und … sowieso wird jetzt alles viel toller und besser und goldener und … so.
Vermutlich werde ich die nächsten Wochen noch ein wenig hier herumschrauben und die ein oder andere Kleinigkeit abändern, und vielleicht gibt es auch, wie es sich bei so einer Blogeinweihung gehört, Aufkleber oder Kuchen oder sowas für alle drei Leser_innen zu gewinnen. Bis das vorbereitet ist dauert es aber wohl noch etwas, denn: Ein analoger Umzug* will ja auch noch bewältigt werden in den nächsten Wochen. : )

Wichtig für Dich ist jetzt, falls du dieses Blog weiterverfolgen möchtest – und das hoffe ich, denn es wird hier noch ganz ganz Großartiges geben (und jede Menge Rechtschreibfehler) -, dass du den neuen Feed abonnierst oder dein Lesezeichen änderst.

*Tatsächlich sind es drei Umzüge und zwei Renovierungen: Die mit unbrauchbaren Möbeln und Zeugs vollgestellten Zimmer bei meinem Bruder ziehen auf den Sperrmüll um, ich ziehe aus der Gartenstraße in die Kirchgasse und wir alle an der Fasnacht um die Häuser. (Thema dieses Jahr? Umzug.) Außerdem will mein neues Zimmer noch einmal gestrichen werden und im neuen alten Haus meines Kumpels stehen auch die ein oder anderen Umbauarbeiten an.

Widersprüchliche Signale von der Erzeugerfront.

Wäre mein Vater eine Autorität, so wäre ich nicht nach Tübingen gezogen. Meint er. Er wirft mir damit vor, ihn nicht zu respektieren und nicht auf sein Wort zu hören. In der Bibel steht:

    „Ehre deinen Vater und deine Mutter, wie es dir der Herr, dein Gott, zur Pflicht gemacht hat, damit du lange lebst und es dir gut geht in dem Land, das der Herr, dein Gott, dir gibt.“ (Dtn 5,16)

Es ist meine Pflicht, meine Eltern zu ehren. Ja. Und das tue ich auch. Ich habe damals kein Studium in einer anderen Stadt angestrebt, weil der selbe Vater mir sagte, ich solle doch in Tübingen studieren.
Vielleicht komme ich irgendwann zurück. So wie er es tat. Nachdem er gegen den Willen seiner Mutter nach Tübingen gezogen war. Wait, what?

Wenn sich der Vermieter nochmal beschwert, weil mein Zeug im Gemeinschaftsraum rumsteht sage ich in meiner besten Walter-White-Stimme "I am the Wohngemeinschaft!"

Die Euphorie der Anfangstage ist definitiv verschwunden. Klar gibt es nun eine Küche, ein vollständiges Badezimmer und es ist warm und trocken. Aber zuhause fühle ich mich nicht. Und es gibt auch keinen anderen Ort, den ich zuhause nennen könnte. Langsam habe ich keine Lust mehr, auf einer Baustelle zu leben. Und je öfter ich mit meinem Vermieter rede, und je klarer die Umrisse dessen werden, wie er sich das Leben in seiner Wohnung vorstellt, desto weniger möchte ich hier wohnen.
So beschwerte man sich kürzlich darüber, dass das Mineralwasser, welches ich immer in größeren Mengen kaufe, in der Küche steht. Schlecht gelaunt schleppte ich es in eines der leer stehenden Zimmer. Nur um es nun, in der Hoffnung, selbiges Zimmer erhielte bald einen Boden, in ein anderes Zimmer zu schleppen. Gleiches gilt für das Hochbett, welches eigentlich der Platzersparnis dienen sollte, nun aber schon ein gutes Dutzend mal von einem Raum in den anderen wanderte, auf den Boden, an die Wand, in den Flur, zurück, hin, her, rum, num.
Auch ist die Aussicht, per Zimmervermittlung der Universität an Mitbewohner zu kommen, nun, sagen wir, nicht gerade mein Favorit. Dabei sehe ich natürlich gerade nur das Schlechte. Natürlich ist der Vermieter bemüht, mir alles recht zu machen, und ich sollte verdammt nochmal dankbar sein, dass ich hier wohnen darf und wie ich hier wohnen darf und … all das.
Aber irgendwie fühlt sich dieses Gefühl der Dankbarkeit gerade aufgebraucht an. Eigentlich bin ich froh, hier wohnen zu dürfen und ich freue mich darauf, hier mit Menschen zusammenzuwohnen und diese kennen lernen zu dürfen (vielleicht). Ein kleiner Teil von mir möchte aber auch in zukünftigen Haus meines Bruders einziehen und diese Gegend und dieses Haus und all die Menschen hier hinter sich lassen.

Ett besviket Kök.

Wie lange habe ich auf den vergangenen Freitag gewartet? Im Oktober 2012 bin ich mit Kind und Kegel eingezogen. Die Küche kommt bald. Bald bald bald. Ich malte mir aus, was ich alles backen würde und welche aufwendigen Gerichte es gäbe, wenn erst einmal eine Küche da wäre. Doch es kam keine Küche. Es dauerte bis vergangenen Freitag – also über 10 Monate – bis die Küche auch eine Küche wurde. Und dann wusste ich doch nichts mit ihr anzufangen.
Küche
Vermutlich wäre ich nicht so enttäuscht gewesen, wenn nicht diese lange Wartezeit bestanden hätte, das ewige Vertrösten, das ewige „bald kommt sie“. Ich weiß, dafür kann niemand was und eigentlich sollte ich richtig glücklich sein, nun endlich mehrere Herdplatten verwenden zu können, einen Platz für mein Geschirr und – nun gut, darüber bin ich doch positiv gestimmt – eine Spülmaschine zu besitzen. Aber die vielen kleinen Unsinnigkeiten – tiefe Schränke, in die man kriechen muss, um etwas heraus zu holen; 13 Schubladen, gerade hoch genug für Besteckkästen, aber nichteinmal Toastbrot passt hinein; einer dieser unsinnigen Mülleimer unter der Spüle, die aus dem Gedanken heraus erfunden wurden, seinen Müll durch möglichst viele Gefäße laufen zu lassen, anstatt ihn direkt in den ‚großen‘ Mülleimer zu werfen; und anderes mehr – nagen doch an mir.
Dabei ist es eigentlich genau umgekehrt. Nun sitze ich in einer doch recht hübschen und nützlichen Küche und weiß so rein gar nichts mit ihr anzufangen. Ich koche nicht. Ich esse dort kaum. Den Backofen nutzte ich bisher gar nicht. Den Herd nur um mir Reste warm zu machen. Einzig die Spülmaschine konnte ich einsetzen.
Vielleicht brauche ich aber auch einfach ein bisschen Zeit, mich an die neuen Möglichkeiten zu gewöhnen.