Cleanliness is next to godliness

Laut mitzusingen kann einen oft in Schwierigkeiten bringen. Wenn man ein Anti-Bayern-Lied in der Allianz Arena kann das einen in Schwierigkeiten bringen. Wenn man „Gay Bar“ von Electric Six in einer Jungenumkleide meiner Schule mitsingt, kann das einen in Schwierigkeiten bringen. Wenn man ein Frauen-Lied als Mann mitsingt, ist das auch nicht unbedingt unproblematisch.


So ergeht es mir bei Miss World von Courtney Loves Bassistin-Wechsel-Dich-Band Hole.
(I’m Miss World, somebody kill me // Kill me pills // No one cares, my friends)
Es beginnt mit Loves fast schon unangenehmen Stimme, ein wenig sanftes Gitarrenspiel, die E-Gitarren (oder ist das der Bass?) setzten ein, und mit den Worten „my friends“ auch das Schlagzeug, nur um danach wieder fast zu verstummen. Das Gesinge geht immer weiter und auch die Gitarren/der Bass (ich kann um ehrlich zu sein das eh nicht unterscheiden.. *hust*) gehen immer weiter, um dann die Worte
No one is listening, my friends
Now I’ve made my bed, I’ll lie in it
I’ve made my bed, I’ll die in it
I’ve made my bed, I’ll lie in it
I’ve made my bed, I’ll die in it

zu einem, ja, ich möchte fast sagen, Musikgebet zu machen, dass man nur Mitsprechen kann.
Im Video beginnt alles mit Puder und Love – natürlich – als Hauptfigur. Love stellt eine Schönheitspreisträgerin dar, die relativ unbeholfen die jubelden Massen und die Krone empfängt. Die Band spielt. Ich finde, für das Lied vielleicht etwas zu posig. Hinter der Band stehen in großen Buchstaben die Worte Cleanliness is next to godliness (= „Sauberkeit kommt gleich nach Gottesfurcht.“ => „Ordnung ist das halbe Leben.“). Nach siebzehnmal sehen gewinnt das dargestellte Rockstar-Image an Glaubwürdigkeit, finde ich. Die Schönheitspreisträgerin verliert eher. So lässt auch am Ende des Videos Love ihren Strauß fallen. Insgesamt ein gelungenes Video, wenn auch nicht eines der besten…
Immer wieder gerne, Frau Love.

So, das sind wir.

Das ging aber schnell – Einrichten und losschreiben. Nur die Leser werden wohl dauerhaft fehlen. Trotzdem, faulit – Der Blog geht an den Start und bleibt trotzdem am gleichen Punkt stehen. Eine hohe Wand der ständigen Wiederhohlung von Gedanken meinerseits ist das Problem. Aber wenigstens ein therapheutischer Sinn: Denn Mist, den ich hier niederschreibe ist weg – bis zum nächsten Mal.