Öfter mal die Klappe halten

Manchmal bei Veranstaltungen, bei Treffen, … einfach mal die Klappe halten.
Gestern war ich … und sagte etwas, was blöd rauskam, weil ich schlecht bin im reden vor anderen.
[…]
Seit 18. Februar 2016 wurde dieser Eintragsentwurf nicht weitergeschrieben. Werte das als Erfolg.

Warum lesen Sie das überhaupt?

Es ist fünf vor sechs und ich liege noch wach. Eigentlich soll man bei Texten die wichtigsten Infos an den Anfang packen. Es deprimiert mich ein bisschen, dass die Uhrzeit und mein Zustand offenbar das interessanteste heute sind.
Da ist er nun, dieser erste Satz. Aus irgendeinem Grund erwarten wir – Lesende? -, dass jetzt etwas passiert. Dass es Gründe gibt, warum die Erzählenden – ich? – in einer Handlung – das hier? – handeln. Warum bin ich noch wach? Das heißt, warum war ich noch wach? Welche Gründe könnten mich dort hin gebracht haben? Eine Mordermittlung? Ein Liebesabenteuer? Oder 10 Stunden Reddit? Vielleicht, wenn sich schon keine Gründe finden für das Handeln und hier sein und alles, dann lässt sich vielleicht diese Realität anzweifeln? Irgendjemand muss mich verleumdet haben, denn auf meiner Uhr war es erst fünf vor zwölf!
Nein, Realitäten haben keine Zweck, kein Ziel und keinen Sinn. Texte müssen keine Inhalte haben. Buchstaben müssen keinen Sinn ergeben. An dieser Stelle stünde ein Buchstabensalat, welcher den vergangenen Punkt erläutern würde, und dieser Satz ist genau das, wenn sie ihn gerade nicht betrachten.
Vielleicht wünschen Sie sich das? Das etwas passiert? Dass Sie zur Handelnden Person ihrer Geschichte werden können. Nicht mehr nur in der Uni rumhängen, oder im Büro, oder auf Arbeit. Nein, Sie wollen auf Barrikaden. Sie wollen die „schlechten Menschen“ rumhängen sehen, vom nächsten Baum. Es soll sich endlich etwas ändern, für den kleinen Mann!
Wie mich das langweilt. Es ist keine echte Langeweile. Es ist auch kein echter Satz. Kein Gedanke. Sie lesen diese Worte in einer höheren Stimme, als es Ihre ist. Zumindest glauben Sie das. Ich spiele nur gelangweilt, und schreibe Satz um Satz.
Nun fragen Sie sich, ob dieser Text ein befriedigendes Ende hat. Hat er?

Tschöö, Smartfon.


Vor einigen Tagen zerstörte ich – versehentlich? – mein Smartphone.
Eigentlich hätte es schon dutzende male kaputt gehen sollen. Ich hatte es seit Anfang 2014. Es war damals ein großer Schritt: schnellerer Prozessor, weniger ranzige Kamera, größerer, ja riesiger Bildschirm. Man konnte tatsächlich Webseiten sehen und der Akku hielt fast einen ganzen Tag. Ich kopierte mein Haushaltsbuch vom alten aufs neue Gerät und führte es weiter. Das Gerät war… nicht gut, aber besser als das alte.
Irgendwie kommt es mir vor, als hätte ich es länger genutzt. Vier, fünf Jahre. Dabei sind es jetzt… Januar 2014 bis heute… keine 3 Jahre. Was für eine Verschwendung.
Einmal hätte es schon kaputt gehen sollen. Ich hatte es auf der Baustelle zur Seite gelegt – extra aus dem Weg – und irgendwie fiel es doch runter. Ärgerlich, und im Bildschirm blieb ein Riss zurück. Danach fiel es noch ein paar hundert male, ohne dass je etwas passierte. Ich hätte es gegen Wände schleudern können. Nur der Riss war da, aber sonst blieb es tadellos. Nun gut… der Telefonlautsprecher versagte seinen Dienst. Aber… es reichte um meine Bahnfahrten zu planen und Protokolle zu öffnen.
Letzter Akt. Auftritt des Telefons. Ich lese etwas darauf. Jemand, mit dem ich gerade stritt, warf etwas zu Boden. Splitter. Ich fand das nicht gut, und da der einzige Besitz, welchen ich gerade hatte und werfen konnte mein Handy war, und ich sicher war, dass dies jeden weiteren Sturz überleben würde… nun… landete es auf dem Boden. Mein Gegenüber sah das als Provokation und zerschmetterte ihrerseits Dinge. Was zurück blieb ist ein Telefon mit zerstörtem Bildschirm. Und ab.
Da ist es nun. Oder vielmehr: Da ist es nicht mehr. Zum ersten mal wünsche ich mir, ich hätte das Risiko eingegangen und hätte die Daten synchronisiert. Ich hätte die Daten in die „Cloud“ schieben sollen. Die Telefonnummern, die ganzen Nachrichten und mein Haushaltsbuch. Jaja, es gibt keine Cloud. Man speichert nur auf anderer Leute Computer. Aber, und das ist zum Beispiel der Grund, warum ich keinen eigenen Server betreibe, ich gehe offenbar nicht gut mit meinen Computern um.
Ich hätte vllt auch mehr Backups machen sollen. Anfangs tat ich das noch regelmäßig. Manuell, wie es sich gehört. Dafür nutzte ich Anfangs einen Uralt-Windows, der nun auch nur noch mit großer Mühe startet. Und irgendwie… verging dann ein Jahr ohne Backups. Dabei reicht schon ein Tag, um völlig veraltet zu sein.
Eigentlich wäre es Zeit, endlich alles auszutauschen. Die ganze Welt braucht ein Hardwareupdate. Meine Software ist lahm und veraltet. Lasst uns mal was anderes ausprobieren. Eine Open Source Welt z.B., mit ordentlichen Fehlerberichten und Shit, statt diesem „Bibel“-Kram Kapitali-Shit.
Zeit für was Neues.

"Die Herrschaft der Dummen ist unüberwindlich, weil es so viele sind, und ihre Stimmen zählen genau wie unsere." – Albert Einstein

Nehmen wir mal an, der Ausspruch ist authentisch und auch so zu verstehen, wie er sich hier darstellt. Nehmen wir an, Albert Einstein ist der Meinung, dass die Herrschaft der Dummen unüberwindlich ist, solange wir eine Stimmverteilung haben nach … Menschen.
Erstaunlich viele Menschen klagen über die „Dummheit“ der Massen. Kaum, dass man ein halbfreundliches Lächeln für diese Unfreundlichkeiten sich herausgezwungen hat, muss man es bereuen. Denn nun folgt, nach dem obligatorischen Zitat eines als „intelligent“ angesehenen Menschen, der oder die sich Dank bereits eingetretenem Tod nicht mehr mit derlei herumärgern muss – und deshalb auch nicht widersprechen kann -, ein Argument gegen die Gesellschaft. Man müsse Diktatur irgendeiner Elite durchsetzen, weil die Leute ja selbst zu dumm seien. Man müsse sie zu diesem oder jedem bewegen, weil dieses oder jenes. Weil die Dummheit unbegrenzt sei.
An der AfD sind nur die ganzen Hauptschüler*innen schuld. Scheiß Arbeitslose! Direkt verbieten, sowas! Seufz.
Mir wird schlecht, beim Gedanken an diesen Alltagszynismus. Im Durchschnitt sind die Leute weder dumm noch intelligent, sondern, nun ja, durchschnittlich halt. Selbstverständlich gibt es eine Menge Menschen, die aus deiner Sicht „dumm“ sind, und natürlich gibt es eine Menge, für die Du sehr dumm wirkst.
Aber die Dinge werden nicht besser, wenn weniger Leute mitreden dürfen. Und alles, was man bei Ausschluss von Vernichtungsphanasien in diese Aussagen interpretieren kann, wären Dinge wie Zusatzstimme für Physiker, oder Stimmenanteil nach Jahreseinkommen, oder kein Wahlrecht für Arbeitslose.
Dabei ist bei aller Kritik an den Blöden eine Lesart übersehbar: Vielleicht ging es nicht um ein „Weg mit den Dummen“, sondern hin zu einem Klarkommen mit sich selbst und der Welt. Vereinfacht gesagt: Wir werden die anderen Mehrheitlich immer als „dumm“ empfinden und selbst das Gefühl haben, dass wir durch deren Masse unterdrückt werden. Das wir in der Minderheit sind. Mit dem Gefühl müssen wir uns arrangieren. Dass es immer besser gehen würde. Dass wir immer eigentlich weiter wöllten, eigentlich nicht vollständig verstanden werden. Aber das ist kein Fehler der anderen, sondern ein Mangel in uns. Der Mangel in der Erkenntnis über die Welt und sich selbst.
[…]

Mit Rechten rechnen

Da schreibt man einen Leserbrief, weil man doch nicht schweigen will und still leiden, und entscheidet sich dann doch dagegen, ihn abzuschicken. Die ‚Rechten‘ sind unberechenbar und halten mich am Ende nur für… was auch immer. Daher nur hier. Ob ich jetzt Übergriffe erwarten kann? Dafür bin ich nicht wichtig genug, oder zu weiß. (Rassismus, yay?)

Leserbriefentwurf vom 17. September 2016
Axel H. aus Wannweil fantasierte kürzlich (14. September) in einem Leserbrief über die Künstler hinter einem Hackenkreuz-Graffiti zwischen Obernau und Bad Niedernau. Es deute alles, so H., auf „eine False Flag-Aktion“ hin. In diesem Fall also Linke, die so täten, als wäre es eine rechte Schmierei. Die über „Fuck AFA“ gesprühten roten Striche deute auf die ‚antifaschistische‘ Zielrichtung der Aktion, so unser Meisterdetektiv.
Verzeihung, wenn ich darauf hinweise, aber: Das sieht wohl eher nach zwei „Täter*innen“ bzw. Taten aus: Eine ‚rechtsextreme‘ mit Hakenkreuzen, „Fuck AFA“ und „Robu gegen links“, und als Reaktion darauf ein Übersprühen durch sogenannten ‚linksextreme‘ inklusive Anarchie-A.
Ganz ohne Verschwörung und False Flag. Unsere Welt ist scheiße und manche Menschen versuchen, etwas dagegen zu tun.
Allerdings ergibt eine kurze Suche nach Alex H., Wannweil, sehr schnell, woher diese Verwirrung herrühren könnte. Mehrfach trat er für die NPD zu Wahlen an. Die Antifa Reutlingen-Tübingen berichtet über ihn: „Zwei seiner Bekannten wurden 1980 zu mehrfachen rechten Mördern und er selbst griff bereits einen Polizisten mit dem Messer an.“
Wie ist der richtige Umgang der Zeitungsleser*innen mit diesem Gedankengut? Demaskiert sich der Unsinn selbst, oder muss man darauf noch hinweisen, damit umgehen? Nützt es etwas gegen den Verschwörungsquatsch, dass ich hier eine – einfachere – Erklärung liefere? Müssen wir in einer Demokratie den brauen Dünnpfiff auch in unserer Tageszeitung akzeptieren? Und ist es demokratiefeindlich, den Hass vom Diskurs auszuschließen? Die Verwirrung? Den Wahnsinn? Halten wir uns die Augen zu, oder zeigen wir, dass derartige Spinnereien keinen Platz haben in unserem täglichen Zuhause?