"Ideen müssen reifen, ja ja, aber mit den Äpfeln in meinem Kopf kann man nicht mal mehr mosten."

graffiti
Es ist schon wieder so spät. Da macht man noch das eine, klickt noch das andere an, liest dieses und jenes, kommuniziert, reagiert, absobiert. Gefühle, Gedanken, Taten – alles eine große Suppe. Ich schaffe es nicht einmal, vernünftige Kommentare zu schreiben. Die Möglichkeit, alles zu tun, führt viel zu oft dazu, vor lauter Möglichkeit alles zu versäumen. Ich hab es irgendwie nicht geschafft, mein kleines Abitur-Lerntagebuch zu beenden. Ich schreibe immer noch. Es beruhigt – und bringt manchmal fast bloggenswerte Texte hervor -, aber hier bin ich dann leergeschrieben. Hier bin ich müde. Hier bin ich fertig.
Ich bin kein rechter Blogger, dem man hinterher weinen würde (vgl.), oder einer mit riesiger Facebook-Fangruppe, ich traue mich ja auch nicht schamlos Werbung für mich zu machen. Ich könnte dazu zwar etwas schreiben, aber in die Richtung wollte ich nicht gehen. Meine Richtung führt eher zum Bett. Führt eher in unerfüllende Träume, rastloses Liegen, deprimierendes Aus-dem-Bett-schälen am Morgen. Warum immer diese Dreier-Koalition, warum diese Kommata, dieser Unsinn? Ich schreibe, weil ich das nicht kann. Ich schreibe, weil ich gerne schreibe, aber… wie dem auch sei.
Ich wollte eigentlich etwas abtippen, in der Hoffnung, nicht nur ich selbst würde mich an diesen Worten erfreuen, aber… Ich entscheide mich dann doch erstmal für schlafen. Vielleicht wieder morgen. Genug Material gibt es ja.

Zeit heilt alle Wunder

Ich befinde mich in einer wundersamen Welt aus Zeit- und Raumlosigkeit. Was nur Sekunden vorrüber ist, wirkt schon wie vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis und was Jetzt ist, ist nur ein schwammiges Gebilde aus Ereignissen, aus Informationen und Aufgaben, die an mir lautlos vorrüberziehen – ungreifbar, unbegreifbar.
Diana Mini
Ich müsste Fotos auf dem Weg machen. Analoge Fotos, die Wochen kosten, bis man sie betrachten kann. Auf die Bremse treten, Anhalten, die Zeit erleben, statt sie nur vorrüber ziehen zu sehen. Meine Notizen im schwarzen Buch mit rotem Faden werden immer unklarer. Wo bin ich?
Es sind stürmische Tage. Der Wind weht mir um die Ohren, oben auf einem Berg, und ich überlege, wo ich hin wollte. Gerade wusste ich es noch.
Jeder Moment ist ein Déjà-vu. Ich war hier schonmal. Habe dies geschrieben, habe jeden verfasst. Gibt es diesen Blogeintrag nicht schon?
Ich bin müde. Hab alles schon gesehen, alles erlebt. Will nur noch schlafen.
Rote Bücher verfolgen mich, „Stark Abituraufgaben“ – ich hab einen Kleber darauf geklebt „Durchfallen? Nein Danke!“ -, die Bücher lachen mich aus, Lehrerwechsel. Nächste Prüfung. Was schreiben wir heute? Leere wechselt. Das weiß ich nicht.
Prüfungszeiten sind die schlimmsten.
Auf Unwissen folgt die Ungewissheit. Hat es noch gereicht? Oder weiß ich schon, was ich nächstes Jahr mache? Hauptsache hinter mich bringen. Hauptsache, irgendwie, irgendwas. Bestehen.
Drei Jahre dafür gelernt. Leere Motivationssprüche. Schon abgeben? Schon anfangen? Wo schreiben wir? Handys vorne abgeben. Jacken und Taschen hinlegen. Dort der Name, dort die Klasse, da das Fach. Welches Fach? Bögen nummerieren. Täuschungsparagraph. Noch Tage. Stunden. Vorbei.
Es geht immer weiter.