Var är den lycka som jag en gång drömde om?

(Eintragstitel muss man nicht übersetzen. Hören Sie sich einfach das Lied an. (falls dieses gesperrt sein sollte: Coverversion))


Ich bin immer noch traurig. Gestern Abend verlor Schweden nach einem wirklich grandiosen Spiel gegen England 3:2. Olof Mellberg – den wir mehrfach als „Thor ohne Hammer“ bezeichneten – schoss ein unglaubliches Kopfballtor aus gefühlt 4 Metern Sprunghöhe. Sollte er wirklich aufhören – bei der nächsten EM wäre er 39 – wäre dies ein guter, wenn auch nicht sehr guter Abschluss gewesen.
Wir sahen das Spiel in einem Biergarten. Wir, das heißt mein Kumpel, dessen Familie, seine Freundin und ich. Wir hatten unseren Wagen geschmückt, Trikot und Fahne umgehängt, schwedisches Bier getrunken (Bryggmästarens Bästa Pilsner 5,0, von dem es im Bier-Index heißt: „All das aber ändert nicht die Tatsache, dass es ein absolut solides Gebräu ist, dem zwar das spezielle Etwas fehlt, das aber ebenso klasse insgesamt ist. Es fehlt eben nur etwas, es ist nichts falsch gemacht.“) und fieberten mit.


Ein großartiges Spiel mit Höhen und Tiefen, wie man es nicht bei Deutschland-Portugal, nicht bei England-Frankreich und auch nicht bei Ukraine-Frankreich gesehen hat (bei letzterem war das Wette aufregender als das Spiel), das nur leider die falsche Mannschaft gewann.
Wäre der europäische Fußball nicht so unglaublich verurheberrechtet, dass man schon für das Bild eines runden, ballähnlichen Objekts abgemahnt werden würde, würde ich mir ein Gif von Mellbergs Kopfball-Tor machen. In Endlosschleife hat es sicher etwas sehr beruhigendes für mein vom Fußballstress geplagtes Herz.


Die Enttäuschung nach einem so großartigen Spiel nicht einmal das Unentschieden halten zu können, war uns ins Gesicht zementiert. Wir bezahlten, schalteten unseren Wagen an („Waterloo“, „S.O.S.“, usw.), sangen in traurigem Ton die Lieder mit, tranken unser letztes „Bästa Pilsner“ und sprachen darüber, doch nun Vorreiter zu sein. „Während die anderen noch nem Ball hinterher rennen macht Schweden schon Urlaub.„. Natürlich spielten wir das ganze herunter („Europas Stimme haben wir schon. Was wollen wir mit nem Fußballtitel?„) und nannten Englands Führungstreffer einen Glückstreffer. Auch diskutierten wir über ein Plakat, welches wir zum letzten Spiel mitnehmen sollten.
Ich freue mich auf Dienstag, wenn wir wieder – ein letztes mal – zur Nationalhymne aufstehen, obwohl wir kein Wort Schwedisch sprechen. Und irgendwo, tief im Herzen, bin ich glücklich und stolz – und singe trotzdem mit Lächeln.
Tack ska du ha!
Verschwedet

Schweden wird schon wieder Europameister. Diesmal im Fußball.

Schweden-Trikot
Nein, wirklich glaube ich nicht daran, dass Schweden dieses Jahr – nach dem großen Sieg in Baku beim Eurovision Song Contest – noch mal Europameister wird. Gruppe D ist mit England, Frankreich und dem Gastgeberland Ukraine alles andere als einfach und ich bin schon hoch erfreut, wenn sie eins der drei Spiele gewinnen. Vielleicht haben wir aber auch Glück im Unglück und kommen doch weiter. Zu gönnen wäre es den Schweden jedenfalls.
Besonders hoffe ich, dass Olof Mellberg (Nummer 3) zum Einsatz kommt. Nicht nur, weil sein Name auf meinem Schweden-Trikot steht und er alles in allem ein ziemlich cooler Typ ist, sondern vor allem, weil Herr Mellberg dieses Jahr möglicherweise das letzte mal bei einer EM dabei sein wird. Mit 34 Jahren und nach sagenhaften 114 Spielen in der Nationalmannschaft hätte er sich ein bisschen Ruhe auch verdient.
Treffenderweise gar nicht existent ist der Spieler, der auf dem Trikot meines ebenso verschwedeten Kumpels steht. Den Schriftzug NATTÅGET 92 durfte ich gestern noch beim örtlichen Drucker auf sein Trikot pressen lassen. Wer errät, was das a) auf Deutsch heißt und b) warum mein Kumpel sich das ausgesucht hat … bekommt den nächsten Kommentar umsonst ne Komparsen-Rolle in meiner geklauten Sitcom:


Ich jedenfalls drücke die Daumen für Schweden.

Wald ./. IKEA

Es gab grundsätzlich zwei völlig verschiedene Welten im Norden Europas, die wir erlebten: Die eine war voller Menschen – beispielsweise an Bahnhöfen oder im Stockholmer IKEA -, die andere ist die scheinbare Unendlichkeit der unberührten Natur – symbolisiert durch die einen oder anderen wilden Tiere und Wälder, die praktisch unterbrechungsfrei einen ganzen Tag über durchfahren werden können.
SJ
In meinem Tagebuch steht: DU WEISST NICHT, WAS WIR DURCHGEMACHT HABEN. und irgendwie stimmt das. Der Wechsel zwischen im Nichts verloren sein zu von der Masse mitgezogen werden ist nicht gerade behutsam. Man fährt die ein oder andere Stunde und ohne es recht zu merken landet man in einem ganz anderen Kosmos. Die Übergänge haben Schnellverbindungen. Ich will noch gar nicht soviel erzählen, nur diese beiden Dinge:
Das Gefühl, im Nichts zu sein, im Nichts zu erwachen und im Nichts einzuschlafen ließ mich in mich selbst zurückkehren fehlt mir im Alltag leider. Natürlich kann man eine Fahrt auf der Schwedischen Eisenbahn als Langweilig empfinden, weil über weite Strecken – Tagesstrecken – nur Bäume zu sehen sind. Ich empfand es eher als meditativ beruhigend. Die Welt ist groß, dachte ich bei mir, und wir haben noch nicht alles kaputt gemacht. Besonders beruhigend in diesem Zusammenhang waren die paar Elche und Rentiere, die wir in freier Natur für Sekundenbruchteile erspähen durften. Um ehrlich zu sein, von den Elchen sah ich nur die Geweihe. Aber als Stadtkind lies mich das schon den Atem anhalten.
Wald
Das andere Gefühl – das, eine Ameise im Ameisenhaufen zu sein – war unangenehmer. Ich bin kein Großstadtmensch. Nicht, dass ich Großstädte nicht leiden könne, aber ich mag es nicht, wenn ständig um mich herum Menschen herumwuseln. Das macht mich nervös. Zumal, wenn sie nicht meine Sprache sprechen. Was könnte also zugleich schlimmer und schöner sein, als den Stockholmer IKEA aufzusuchen. Allein schon, des Klischee willens. Um ehrlich zu sein: Ich sehe keinen gravierenden Unterschied. Es gibt nur, statt Hot Dogs sogenannte „Wienerkurv“. Und im Gratisbus dorthin gibt es ein freies W-Lan. Aber, ansonsten? IKEA halt.
IKEA Stockholm
IKEA Stockholm
Ein vernünftiger Reisebericht folgt noch, sobald ich die Fotos der richtigen Kamera in die Finger bekomme.