Ich hab keine Kraft mehr, um für den Energiewandeln zu kämpfen.

Boah.

„Braunkohle ist ein moderner, flexibler und bezahlbarer Energieträger – und spielt eine wichtige Rolle bei der Beschäftigung und Wertschöpfung in der Lausitz.“

Der Klima-Lügendetektor spielt mal wieder Captain Obvious und entlarvt, dass Braunkohle weder modern, noch flexibel noch bezahlbar ist. Schauste hier. Das man in unserem Land so etwas immer noch schreiben muss, ist peinlich für alle.
Derweil wirbt die INSM für einen Ausstieg aus dem EEG und der zugehörigen Umlage. Mit einer Umfrage, die nur ein Ja zulässt. (Ist Ihnen eventuell auf Facebook begegnet). Ich verlinke das aus Prinzip nicht. Verwirrend auch das Argument: Die Umlage sei zu teuer und würde für steigende Strompreise sorgen. Sich mit solchem Nonsense beschäftigen zu müssen und immer wieder das Gegenteil beweisen zu müssen ist mir inzwischen einfach zu aufwendig.
Das System „Ich mache das sinnvolle Konzept XY kaputt und dann sage ich, dass XY nicht funktioniert.“ scheint in unserem Land perfekt zu funktionieren. Meinungsschizophrene Politiker aus diversen politischen Lagern schaffen es, die Zerstörung eines funktionierenden Systems durchzusetzen und dann diese Probleme als Systemintern darzustellen. Rente? Bildung? Strom? Gesundheit?
Ich habe echt keine Lust mehr darauf. Soll die Welt doch untergehen.
Ich kann so oft ich will gegen diese Windmühlen siegen.
Am Ende drehen sie sich doch weiter.
Update: Und wenn ich dann auch noch lesen muss, dass die Reichen immer reicher werden (wie es heute (18.09.12) z.B. in der SZ steht. (kein Link, wegen LSR)) – sogar „trotz Finanzkrise“ – und ich nur noch denken kann „No shit, Sherlock.“. Bei uns läuft das so. Die Verluste der Krise tragen die Kleinen und Mittleren. Die Gewinne streichen Reiche ein. Irgendjemand verdient gerade sehr viel Geld, weil er hohe Zinsen vom griechischen Staat bekommt. Die doppelt und dreifach abgesichert sind. Wenn der griechische Staat „pleite“ geht, dann, weil eine bestimmte Klientel daran noch mehr verdienen könnte.

Ich hab gesehn, dass du weiszt was ich mein' und du weiszt ganz allein, warum du mir das Wort verdrehst.

Wir sind keine Gesellschaft. Unsere Politik, unserer Medien, selbst unsere Bildungseinrichtungen verfolgen nicht das Ziel, eine Gesellschaft zu bilden. Es ist ein permanenter Kriegszustand, in dem die oben gegen die unten kämpfen. In dem jeder versucht, das größte Stück des Kuchens zu bekommen. Bevor Sie sich fragen, wohin sich dieser Artikel entwickeln wird: Ich schreibe kurz darüber, wie doof alles ist, um dann die Frage nach unserer Stromversorgung zu stellen.
Die Titelseite der Tageszeitung ist die tägliche Todesanzeige unserer Demokratie.
Aus unerfindlichen Gründen landete ich heute wieder vor der Titelseite unserer Tageszeitung. Headliner ist eine Geschichte über die steigende Zahl der Niedriglöhner. Rechts daneben steht etwas über die Ungleichheit bei Studienanfängern. Noch immer würden deutlich weniger junge Menschen aus Arbeiterfamilien ein Studium beginnen als Kinder aus Elite-Häusern. Der längste Text auf der Titelseite behandelt den großen Mangel an Sozialwohnungen. Über 4 Millionen Wohnungen würden fehlen. Hmpf. Vermutlich, damit man denkt, es könne ja noch schlimmer sein, behandelt der Text am unteren Ende der Titelseite das marode Stromnetz in Kuba, dem letzten „kommunistischen“ Staat der Welt, dessen Energiesparbestrebungen auch nicht vor teilweise Tagelangen Stromausfällen schützt.
Im Grunde sagt uns diese Titelseite in ihrer Komposition aus Negativmeldungen, dass es zwar schlimm sei bei uns – insbesondere, wenn man arm ist -, aber unser Weg doch alternativlos ist.
„Ich hab gesehn, dass du weiszt was ich mein' und du weiszt ganz allein, warum du mir das Wort verdrehst.“ weiterlesen